Masterarbeit, 2012
67 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffliche Näherung
2.1 Drama
2.1.1 Historische Begriffsbildung
2.1.2 Herleitung eines Dramenbegriffs
2.2 Spiel und Gesellschaftsspiel
2.2.1 Anthropologie des Spielbegriffs
2.2.2 Definitionsversuch: Gesellschaftsspiel
3 Systematischer Vergleich
3.1 Vergleichskriterien anhand von Pfisters kommunikativer Dramentheorie in Bezug auf die Definition von Gesellschaftsspielen
3.2 Fiktion in Drama und Gesellschaftsspiel
4 Integration in dramendidaktische Konzepte
5 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob und auf welche Weise Gesellschaftsspiele dazu beitragen können, die Dramenrezeptionsfähigkeit von Schülern im Deutschunterricht zu fördern. Dabei wird auf Basis kommunikationstheoretischer und anthropologischer Ansätze ein systematischer Vergleich zwischen dem Medium Drama und dem Gesellschaftsspiel gezogen, um daraus didaktische Integrationsmöglichkeiten abzuleiten.
3.1 Vergleichskriterien anhand von Pfisters kommunikativer Dramentheorie in Bezug auf die Definition von Gesellschaftsspielen
Pfisters erstes Kriterium – das der Überlagerung von innerem und äußerem Kommunikationssystem – zielt auf die kommunikative Relation der Beteiligten ab. Es geht zusammengefasst um die Frage nach der Informationsvergabe: Welche Information wird von wem zu wem und zu welchem Zwecke vermittelt? Dabei sind die folgenden vier Kommunikationsrelationen möglich: Autor <-> Leser, Figur <-> Zuschauer, Figur <-> Figur, Schauspieler <-> Zuschauer.
Nach Pfister ist Kommunikation zwischen den aufgeführten Relationen zu definieren als Austausch neuer Information. Diejenigen, die sich im inneren Kommunikationssystem eines dramatischen Textes befinden (also die miteinander auf der Bühne interagierenden Figuren), verfügen über andere Informationen als die Rezipienten. So sind sich die Physiker in Dürrenmatts gleichnamigem Stück beispielsweise bereits zu Beginn über ihren eigentlichen Auftrag bewusst, während der Zuschauer erst zu diesem herangeführt werden muss. Zeitgleich lassen die Gattungserwartungen des Rezipienten durch den Untertitel „Eine Komödie in zwei Akten“ kaum Zweifel aufkommen, dass der in der Exposition gezeigte Mordfall aufgeklärt werden wird und sich alles zum Guten wenden werde.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die Forschungsfrage, ob Gesellschaftsspiele zur Förderung der Dramenrezeption bei Kindern und Jugendlichen genutzt werden können.
2 Begriffliche Näherung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Begriffe Drama und Gesellschaftsspiel durch historische Dramentheorien und anthropologische Spieltheorien erarbeitet.
3 Systematischer Vergleich: Dieses Kapitel vergleicht Drama und Gesellschaftsspiel systematisch anhand von Pfisters kommunikativer Dramentheorie sowie dem Fiktionsbegriff, um strukturelle Parallelen aufzuzeigen.
4 Integration in dramendidaktische Konzepte: Hier werden die zuvor gewonnenen theoretischen Erkenntnisse in die schulische Praxis übertragen und Möglichkeiten der Integration von Gesellschaftsspielen in den Dramenunterricht vorgestellt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass literaturwissenschaftlich und -didaktisch tragfähige Ansätze zur Förderung der Rezeptionsfähigkeit existieren.
Drama, Gesellschaftsspiel, Dramendidaktik, Rezeptionskompetenz, Kommunikation, Pfister, Fiktion, Inszenierung, Spieltheorie, Spielregeln, Deutschunterricht, Schulpraxis, Mimesis, Handlung, Nebentext.
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Gesellschaftsspielen, um Schülern den Zugang zum komplexen Medium Drama zu erleichtern und ihre Rezeptionsfähigkeit zu verbessern.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Dramas (Aristoteles, Lessing, Schiller, Pfister) und die anthropologische Spieltheorie (Huizinga) im direkten Vergleich.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob und wie Gesellschaftsspiele in dramendidaktische Konzepte integriert werden können, um das Verständnis von Dramentexten zu fördern.
Die Arbeit nutzt einen systematischen Vergleich auf Basis der kommunikativen Dramentheorie von Manfred Pfister sowie eine kriteriengeleitete Begriffsbestimmung des Gesellschaftsspiels.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der strukturellen Überlagerung von Drama und Spiel (Kommunikationssysteme, Fiktion, Zeit und Raum) und der Ableitung didaktischer Szenarien.
Zu den zentralen Begriffen zählen Dramendidaktik, Rezeptionskompetenz, Fiktionalität, Kommunikation und das Modell der Inszenierung nach Hans Lösener.
Der Nebentext wird im Drama als Rahmen für die Aufführung verstanden und mit den Spielregeln eines Gesellschaftsspiels verglichen, um Schülern ein Verständnis für Handlungsanweisungen zu vermitteln.
Die Arbeit schlägt vor, Schüler durch das Spielen und anschließende Reflektieren von Gesellschaftsspielen für die Rolle von Figuren und die Konventionen der Fiktion zu sensibilisieren.
Der Autor schlussfolgert, dass die Rezeptionsfähigkeit durch die Einbettung von Gesellschaftsspielen in einen breit gefächerten, methodisch variablen Unterricht gesteigert werden kann.
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