Bachelorarbeit, 2010
178 Seiten, Note: 1,4
1. Einleitung zur Bedeutung und Aufbau der Arbeit
2. Begriffserklärung „Junge Muslime“
3. Muslimische Jugendliche ̶ Versuch einer Typologie
4. Stand der Forschung
4.1 Die Sozialisation und Bildung junger Muslime in Deutschland
4.1.1 Der Islam als normative Richtschnur für die Erziehung und Bildung
4.1.2 Erziehungswirklichkeit in muslimischen Familien
4.1.3 Erziehungsgrundsätze der Eltern
4.1.4 Geschlechtsspezifische Erziehung
4.1.5 Eigene Erziehungsvorstellungen und Erziehungsideale junger Muslime
4.2 Religion und religiöse Werteorientierungen
4.2.1 Islam in Deutschland (Einführendes)
4.2.2 Der Grad der Religiosität
4.2.3 Religiöse Praxis
4.3 Sexuelle Wertvorstellungen und Orientierungen
4.3.1 Wichtige Werte in muslimischen Migrantenfamilien
4.3.2 Unterschiede in der Sexualerziehung von Mädchen und Jungen
4.3.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den deutschen und muslimischen Mädchen
4.3.4 Die Rolle des Glaubens in Bezug auf die Sexualität
5. Zur Methodik der empirischen Untersuchung
5.1 Das Instrument der Untersuchung: Leitfadengespräch (halbstrukturiertes Interview)
5.2 Stichprobe bzw. die Zielgruppe der Untersuchung
5.3 Merkmale der Befragten
5.4 Ergebnisse der Leitfadengespräche
5.4.1 Die elterliche Erziehung
5.4.2 Die geschlechtsspezifische Erziehung der Eltern
5.4.3 Eigene Erziehungsvorstellungen
5.4.4 Der Grad der Religiosität und die religiöse Orientierung im Alltag
5.4.5 Individuelles Verständnis über die islamische Lebensweise
5.4.6 Persönliche Konflikte
6. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Werteorientierungen junger Muslime im Alter von 16 bis 27 Jahren in Deutschland, mit einem Fokus auf die islamische Gemeinde in Hanau. Das primäre Ziel ist es, anhand qualitativer Methoden zu ermitteln, nach welchen Normen und Werten sich diese Jugendlichen in der Mehrheitsgesellschaft orientieren, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer geschlechtsspezifischen Identität und sozialen Heterogenität.
4.1.1 Der Islam als normative Richtschnur für die Erziehung und Bildung
Im Islam spielt Bildung und Erziehung eine äußerst zentrale Rolle. Iqra’, der Imperativ des Verbes qara’a, was „Lies“ bedeutet und mit dem Wortstamm von Qur’an zusammenhängt, war der erste Befehl Gottes (Allahs) an den Gesandten Muhammad. Die Aneignung von Wissen wird somit als eine verpflichtende und allumfassende Botschaft betrachtet. Auch von zahlreichen Islam-Gelehrten wird die Wichtigkeit von Erziehung und Bildung (durch die jeweiligen Standardwerke) konstatiert. Die Gelehrten stützen sich dabei auf die Primärquellen von Qur’an und Sunna, aus denen zahlreiche Überlieferungen hervorgehen, die das Leben des Propheten sowie dessen Aussprüche auch in Bezug auf die adäquate Erziehung von Kindern und Erwachsene schildern.
Die islamische Erziehung hat die Aufgabe, die Persönlichkeit eines jeden Muslims und einer jeden Muslimin herauszubilden. Die Erziehung ist zugleich ein sowohl geistiges, körperliches als auch ein moralisches Training, das darauf abzielt, dass sowohl Männer als auch Frauen in der Lage sein sollen, den Pflichten als Muslime sowie Staatsbürger nachzukommen. Erst nach der vorislamischen Zeit (Dschahiliyya) rückt der Mensch im Islam als ein für sich selbstverantwortliches Individuum ins Blickfeld. Die Vermittlung von Lebensfreude sowie die Erziehung zur Mündigkeit, Entschlossenheit und Konfliktfähigkeit gehören zu den elementaren Erziehungszielen des Islam.
Hierbei spielen zwei Komponenten eine maßgebliche Rolle. Zum Einen soll islamische Erziehung garantieren, dass man im Diesseits ein vorbildliches Leben führt, und zum Anderen, um dafür im Jenseits belohnt zu werden. Das ewige Leben nach dem Tod hängt somit vom weltlichen Verhalten ab.
1. Einleitung zur Bedeutung und Aufbau der Arbeit: Vorstellung des Erkenntnisinteresses sowie des qualitativen methodischen Ansatzes zur Erforschung der Werteorientierungen junger Muslime.
2. Begriffserklärung „Junge Muslime“: Verortung des Begriffs in einem generationstheoretischen Kontext, der die Heterogenität der zweiten und dritten Migrantengeneration berücksichtigt.
3. Muslimische Jugendliche ̶ Versuch einer Typologie: Versuch einer Annäherung an die Identitätsentwürfe muslimischer Jugendlicher auf der Phänoebene.
4. Stand der Forschung: Umfassende Darstellung bisheriger Studien zur Sozialisation, religiösen Orientierung und sexuellen Moral in muslimischen Migrantenfamilien.
5. Zur Methodik der empirischen Untersuchung: Erläuterung des Leitfadengesprächs als Instrument der Datenerhebung sowie Charakterisierung der befragten Zielgruppe in Hanau.
6. Fazit: Zusammenfassende kritische Bewertung der Forschungsergebnisse, die die Heterogenität und den hohen Stellenwert der Religion verdeutlichen.
Junge Muslime, Werteorientierung, Sozialisation, Islam, Migration, Geschlechtsspezifische Erziehung, Religiosität, Identität, Familie, Sexualmoral, Leitfadengespräch, Hanau, Integration, Generationenkonflikt, Erziehungsideal.
Die Arbeit analysiert die Werteorientierungen junger Muslime in Deutschland, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen traditionellen familiären Normen und der modernen deutschen Gesellschaft beleuchtet wird.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Sozialisation, religiöse Werteorientierung, geschlechtsspezifische Erziehung und sexuelle Wertvorstellungen.
Ziel ist es, empirisch zu ermitteln, nach welchen Normen und Werten sich muslimische Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund heute orientieren und welche Rolle die islamische Religion dabei spielt.
Der Autor führt eine qualitative empirische Untersuchung durch, bei der halbstrukturierte Leitfadengespräche mit Jugendlichen aus einer Moscheegemeinde in Hanau ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in den Stand der Forschung zu Erziehung und Religion sowie die Auswertung der selbst geführten Experteninterviews mit sechs jungen Muslimen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Identitätsfindung, Religiosität, Geschlechterrollen, Tradierung, Assimilation und individuelle Autonomie.
Der Autor zeigt auf, dass traditionelle Erziehungsideale wie „Ehrenhaftigkeit“ oder „Zusammengehörigkeit“ in der Migrationsgesellschaft einen neuen, oft schützenden Stellenwert für die Familien erhalten.
Die jüngere Generation strebt zunehmend nach einer reflektierten, informierten Sexualerziehung, die sich von Tabuisierung löst und Gleichberechtigung stärker in den Fokus rückt als die Elterngeneration.
Die Moschee fungiert für die Befragten nicht nur als Ort religiöser Praxis, sondern auch als wichtiger sozialer Raum für Bildungsangebote und Identitätsstiftung.
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