Diplomarbeit, 2002
99 Seiten, Note: 1,0
1 Vor dem Film ist die Leinwand dunkel: Einleitung
2 „Öffne die Augen!“: Wahrnehmung und Wirklichkeit
2.1 Die Wirklichkeit
2.2 Die Höhle
2.3 Das Kino
2.4 Der Traum
2.5 Luzider Traum
2.6 Realitätsprüfung
2.7 Virtuelle Realität
3 Filmrealitäten
3.1 Der Film
3.2 Film und Traum
3.3 Filmische Realitäten und ihre Abgrenzung
3.3.1 Katalog definierter Realitätsebenen
3.3.2 Filmische Markierungsmöglichkeiten zum Wahrnehmbarmachen der Schnittstellen zwischen den verschiedenen Realitäten
3.4 Vom einfach eingebetteten Traum bis zu komlexen Konstrukten: Kleine filmhistorische Phänomenologie
3.4.1 Aller Anfang ist einfach
3.4.2 Der Surrealismus eröffnet viele Möglichkeiten
3.4.3 Die Schwierigkeiten des klassischen Hollywoodkinos
3.4.4 Das Autorenkino der 60er Jahre eröffnet neue Spielräume
3.5 Die Infragestellung der Wirklichkeit im Film der 90er Jahre
3.6 Vertrauen in die Erzählinstanz als Basis
4 ¡Abre los ojos!: Der Film fängt an, doch wo beginnt der Traum ?
4.1 Alejandro Amenábar und die Thematik seiner Filme
4.2 Inspirationsquellen & Einflüsse von Abre los ojos
4.3 Der Inhalt von Abre los ojos
4.4 Analytisches Inhaltsprotokoll von Abre los ojos
4.5 Die Schnittstellen der ‘Wirklichkeitsstufen’ unter der Lupe
4.5.1 Folgerungen
4.6 Dialoge und wiederkehrende Motive als Hinweise auf einen Traum
4.7 Fazit: Amenábars Spiel mit Wahrnehmung in Abre los ojos
Die Arbeit untersucht, wie Alejandro Amenábar in seinem Film Abre los ojos Montage und filmische Erzählweisen als Werkzeuge einsetzt, um die Grenzen zwischen Realität, Traum und virtueller Wahrnehmung für den Zuschauer zu verschleiern und aufzulösen.
3.3.1 Katalog definierter Realitätsebenen
Wulff hat verschiedene ‘Wirklichkeitsstufen’ nach ihrer modalen Kennzeichnung folgender massen kategorisiert:41
1) Flashback I - Erinnerung: ich erinnere mich an etwas; es ist wirklich gewesen; ich habe es erlebt; es ist aktuelle Bewusstseinstatsache.
2) Flashback II - Erinnerungserzählung: ich erinnere mich an etwas; es ist wirklich gewesen; ich habe es erlebt; es ist aktuelle Kommmunikationsstatsache.
3) Traum: ich träume es; es ist nicht wirklich; es ist aktuelle Bewusstseinstatsache.
4) Traumerzählung: ich habe es geträumt; es ist nicht wirklich; es ist aktuelle Kommunikationstatsache.
5) Halluzination: ich halluziniere es; es ist nur für mich wirklich; es ist aktuelle Bewusstseinstatsache
6) Phantasie I - Vorstellen: ich stelle es mir vor; es ist nicht wirklich; es ist aktuelle Bewusstseinstatsache.
7) Phantasie II - Sich ausmalen: ich stelle es mir vor; es ist nicht wirklich; aber es wird (wünschens- oder befürchtenswerterweise) wirklich sein; es ist aktuelle Bewusstseinstatsache.
1 Vor dem Film ist die Leinwand dunkel: Einleitung: Einführung in das Thema der komplexen Realitätsebenen und das Spiel mit dem Zuschauer in Alejandro Amenábars Werk.
2 „Öffne die Augen!“: Wahrnehmung und Wirklichkeit: Theoretische Auseinandersetzung mit der menschlichen Wahrnehmung, Platons Höhlengleichnis und der Analogie zwischen Kino und Traum.
3 Filmrealitäten: Untersuchung der Mechanismen filmischer Konstruktion und der Abgrenzung von Realitätsebenen mittels filmischer Mittel und Narration.
4 ¡Abre los ojos!: Der Film fängt an, doch wo beginnt der Traum ?: Konkrete Analyse der Montagetechniken, des Inhalts und der Erzählstruktur von Abre los ojos.
Montage, Realitätsebenen, Abre los ojos, Alejandro Amenábar, Filmnarration, Traumforschung, Kinowahrnehmung, virtuelle Realität, filmische Identität, Erzählstandpunkt, Suspense, Filmanalyse, Subjektivität.
Die Arbeit analysiert, wie der Film Abre los ojos von Alejandro Amenábar durch eine diskontinuierliche Montage und geschickte Erzählführung die Grenzen zwischen Traum, Erinnerung und Wirklichkeit verwischt.
Die zentralen Themen umfassen die Wahrnehmung von Realität, die filmtheoretische Analogie zwischen Kino und Traum sowie die verschiedenen Formen der "Wirklichkeitsstufen" in narrativen Strukturen.
Das Ziel ist es, die komplexen Spielzüge des Regisseurs transparent zu machen und aufzuzeigen, wie er den Zuschauer durch die bewusste Manipulation des Erzählstandpunkts in ein Labyrinth von Realitätsebenen führt.
Die Autorin nutzt eine filmanalytische Methode, basierend auf dem Modalsystem von Hans-J. Wulff, um die verschiedenen Realitätsgrade innerhalb der Filmszenen systematisch zu kategorisieren.
Der Hauptteil widmet sich zunächst den theoretischen Grundlagen der Film-Traum-Analogie und untersucht anschließend detailliert die Struktur von Abre los ojos, unter anderem durch ein analytisches Inhaltsprotokoll.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Montage als Schnittstelle, der point-of-view (POV), die verschiedenen Wirklichkeitsstufen (z.B. Flashbacks, Halluzinationen) sowie das Konzept des "fair play" der Narration.
Das Spiegelbild dient als Indikator für Césars subjektive Wahrnehmung seines entstellten Gesichts. Es spiegelt seinen narzisstischen Fokus und seine obsessiven Versuche wider, eine Realität aufrechtzuerhalten, die durch seine eigene Entstellung und die darauf folgende psychische Krise bedroht ist.
Während klassisches Hollywoodkino den Zuschauer oft durch eine lineare Narration an die Hand nimmt, erfordert dieser Film eine aktive, selbstständige Entzifferungsarbeit, da der Regisseur das Vertrauen des Zuschauers in die vermeintlich objektive Erzählinstanz bewusst herausfordert.
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