Diplomarbeit, 2010
83 Seiten, Note: 1,3
Zielsetzung der Arbeit und Vorgehensweise
1. Wohnungswirtschaftliche Rahmenbedingungen
1.1. Volkswirtschaftliche Bedeutung der Wohnungswirtschaft
1.2. Lage auf dem Energiemarkt
1.3. Rechtliche Rahmenbedingungen in der Wohnungswirtschaft
1.3.1. Integrierte Energie- und Klimaprogramm (IEKP)
1.3.1.1. Änderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV)
1.3.1.2. Auswirkungen der EnEV-Novelle auf die Wohnungswirtschaft
1.3.1.3. Änderungen der Heizkostenverordnung (HeizKV)
1.3.1.4. Auswirkungen der HeizKV-Novelle auf die Wohnungswirtschaft
1.4. Investitionen in Energetisches Bauen
1.5. Nachhaltigkeit in der Wohnungswirtschaft
2. Energiemanagement in Wohnungsunternehmen
2.1. Gründe für die Einführung des Energiemanagements
2.2. Verankerung des Energiemanagements in die Unternehmensstrategie
2.3. Energiemanagement und Wirtschaftlichkeit im Unternehmen
3. Begründung und Einordnung des Energiemanagements
3.1. Energiemanagement – Management auf operativer Ebene
3.2. Energiemanagement – Management auf strategischer Ebene
3.3. Energiemanagement – Einbindung in den Lebenszyklus einer Immobilie
4. Energiemanagement im Lebenszyklus eines Gebäudes
4.1. Energiemanagement während der Projektentwicklung
4.2. Energiemanagement während der Planungsphase eines Gebäudes
4.2.1. Nutzerorientierte Grundlagenermittlung
4.2.2. Energieeffiziente Grobkonzepte in der Vorplanung
4.3. Energiemanagement während der Erstellungsphase
4.4. Dokumentation der Daten für die Bewirtschaftungsphase
4.5. Energiemanagement während der Nutzungsübergabe und des Neubetriebes
4.5.1. Nutzungsübergabe
4.5.2. Aufgaben während des Neubetriebes
4.6. Energiemanagement während der Nutzungsphase
4.6.1. Systematisches Energiemanagement
4.6.1.1. Anpassung der Betriebsführung / Gebäudeautomation
4.6.1.2. Investitionen in die Anlagentechnik
4.6.1.3. Gebäudehülle
4.6.2. Energieoptimierung der Medienverbräuche
4.6.2.1. Kostenoptimierung der Wasserversorgung
4.6.2.2. Kostenoptimierung der Wärmeversorgung
4.6.2.3. Kostenoptimierung der Stromversorgung
4.6.3. Smart Metering – Eine Lösung zur Energieoptimierung?
4.6.3.1. Funktionsweise von Smart Metering
4.6.3.2. Vergleich zwischen Grundtarif und intelligentem Tarif
4.6.3.3. Breitbandanschluss als Voraussetzung für Smart Metering
4.6.3.4. Offene Fragestellungen in der Wohnungswirtschaft
4.7. Energiemanagement in der Sanierungsphase
4.7.1. Energieliefer-Contracting als Energiemanagementinstrument
4.7.1.1. Rechtliche Situation des Energiecontractings
4.7.1.2. Marktübersicht bundesweit tätiger Energie-Contractoren
4.7.1.3. Kalkulation Contracting
4.8. Energiemanagement in der Verwertungsphase
Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Anwendungsmöglichkeiten von Energiemanagement in der Wohnungswirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des Lebenszyklus von Wohnimmobilien, um Energieeffizienz zu steigern und Kosten zu optimieren.
4.2.1. Nutzerorientierte Grundlagenermittlung
Die Planung eines Gebäudes erfolgt von einem Planer, in der Regel von einem Architekten. Die Grundlagenermittlung wird als erste Leistungsphase der HOAI durchgeführt und bezieht sich auf die Klärung der Aufgabenstellung und der hieraus resultierenden Anforderungen an die Planung.57 Konkrete Leistungen dieser Phase sind unter anderen die Formulierung von Entscheidungshilfen für die Auswahl anderer an der Planung fachlich Beteiligter, eine Standortanalyse oder das Aufstellen eines Raumprogramms.
Der Anteil der Grundlagenermittlung an der Gesamtleistung beträgt lediglich drei Prozent. Der relativ geringe Leistungsanteil einer Grundlagenermittlung von drei Prozent an der Gesamtleistung kann zur Folge haben, dass die Kapazitäten des Planers für eine umfangreiche und nutzerorientierte Grundlagenermittlung nicht ausreichen. Dabei ist die Grundlagenermittlung das Fundament der gesamten Planung.
Ein weiteres Problem kann auftreten, wenn an das Planungsteam unklare Aufgabenstellungen formuliert werden. Der Planer kann dabei zwangsläufig Entscheidungen treffen, die zu überdimensionierten und ineffizienten und somit unwirtschaftlichen Konzepten führen.58 Der Nutzer einer Immobilie hat ein hohes Interesse daran, dass seine Immobilie in der Nutzungsphase ökonomisch und nachhaltig zu bewirtschaften ist.
Das Energiemanagement kann sich bei dieser Problematik als Organisator und Kümmerer zwischen dem Nutzer einer Immobilie und dem Planer einklinken. Um Klarheit bezüglich den Anforderungen eines Projektes zu verschaffen, kann das Energiemanagement einen Fragekatalog erstellen. Anhand des Fragekataloges werden die nutzerspezifischen Anforderungen abgefragt. Parallel dazu werden Hilfestellungen an den Nutzer anhand von Vorschlägen geleistet.59 So können Anforderungen des Nutzers herauskristallisiert werden, die dem Planer zur Umsetzung vorgeschlagen und gegebenenfalls optimiert werden. Informationen von dem Energiemanagement an den Planer können zum Beispiel dafür dienen, um eine Übereinstimmung zwischen der Energieversorgungstechnik eines Gebäudes mit der Energiepolitik des Unternehmens zu gewährleisten. Ebenfalls wichtig für den Nutzer kann eine wartungsarme Gebäudetechnik sein.
Wohnungswirtschaftliche Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die volkswirtschaftliche Bedeutung der Wohnungswirtschaft und die rechtlichen Vorgaben (wie EnEV und IEKP), die den Handlungsspielraum für Energiemanagement maßgeblich bestimmen.
Energiemanagement in Wohnungsunternehmen: Hier wird dargelegt, warum Energiemanagement ein strategisches Ziel von Wohnungsunternehmen sein sollte und wie es mit dem Ziel der Wirtschaftlichkeit in Einklang gebracht werden kann.
Begründung und Einordnung des Energiemanagements: Das Kapitel definiert Energiemanagement als Teil des Facility Managements und grenzt operative von strategischen Managementebenen ab.
Energiemanagement im Lebenszyklus eines Gebäudes: Der Hauptteil beschreibt, wie Energiemanagement über alle Phasen – von der Planung bis zur Verwertung – eingesetzt werden kann, um ökologische und ökonomische Ziele zu erreichen.
Energiemanagement, Wohnungswirtschaft, Lebenszyklus, Immobilien, Energieeffizienz, EnEV, Heizkostenverordnung, Facility Management, Energiecontracting, Smart Metering, Betriebskosten, Nachhaltigkeit, Bestandsmanagement, Energieoptimierung, Wirtschaftlichkeit
Die Arbeit behandelt die Integration und Umsetzung von Energiemanagement-Methoden in Wohnungsunternehmen und bei Immobilien, um den Energiebedarf über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg zu optimieren.
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft in der Wohnungswirtschaft, die Verankerung von Energiemanagement in Unternehmensstrategien sowie konkrete technische und kaufmännische Instrumente zur Verbrauchs- und Kostenoptimierung.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie Energiemanagement – bisher eher im industriellen Bereich beheimatet – in der Wohnungswirtschaft Anwendung finden kann, um ökologische Anforderungen mit ökonomischer Wirtschaftlichkeit zu verbinden.
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und transformiert Erkenntnisse aus dem industriellen Facility Management auf die Wohnungswirtschaft. Zudem werden anhand eines fiktiven Projekts Wirtschaftlichkeitsberechnungen für verschiedene Contracting-Modelle durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich entlang des Lebenszyklus einer Immobilie, angefangen bei der Projektentwicklung über Planung, Erstellung, Nutzungsübergabe und den laufenden Betrieb bis hin zur Sanierung und Verwertung.
Die wichtigsten Begriffe sind Energiemanagement, Wohnungswirtschaft, Lebenszyklusbetrachtung, Energiecontracting, Smart Metering und Energieeffizienz.
Weil die Weichen für die Energieeffizienz in der Planungsphase gestellt werden, der größte Energieverbrauch jedoch während der Nutzungsphase auftritt. Nur eine kontinuierliche Betrachtung verhindert Informationsbrüche und ineffiziente Betriebszustände.
Es entlastet Unternehmen finanziell durch ausgelagerte Investitionen und organisatorisch durch das Fachwissen des Contractors, während gleichzeitig das Betreiberrisiko verlagert wird.
Smart Metering soll durch transparente Verbrauchsdaten Mieter und Eigentümer zum sparsamen Umgang mit Ressourcen motivieren und so zur Senkung der CO2-Emissionen und Energiekosten beitragen.
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