Masterarbeit, 2000
82 Seiten, Note: 1,5
1.0 Zielsetzung der Arbeit
2.0 Einleitung
2.1 Genetische Argumente
2.2 Der Begriff der Projektion
3.0 Ludwig Feuerbach
3.1 Grundzüge der Religionskritik Feuerbachs
3.2 Feuerbachs Erklärung religiöser Phänomene
3.2.1 Bewußtsein und Gattung bei Feuerbach
3.2.2 Motiv I: Die Wesensprädikate der Gattung
3.2.3 Motiv II: Natur
3.2.4 Motivation der Projektion
3.3 Feuerbachs Kritik der Theologie und des Christentums
3.4 Kritische Betrachtung
4.0 Friedrich Nietzsche
4.1 Grundzüge der Religionskritik Nietzsches
4.2 Nietzsches sprachkritische Erkenntniskritik
4.3 Nietzsches Erklärung religiöser Phänomene
4.3.1 Gott als Projektion „innerer Tatsachen“
4.3.2 Gott als altération de la personalité
4.3.3 Nietzsches sozialpsychologische Erklärung
4.4 Nietzsches Kritik der Religion
4.5 Kritische Betrachtung
5.0 Sigmund Freud
5.1 Grundzüge der Religionskritik Freuds
5.2 Der Begriff der Projektion bei Freud
5.3 Freuds Erklärung religiöser Phänomene
5.3.1 Die massenpsychologische Erklärung in Totem und Tabu
5.3.2 Animismus als Vorstufe der Religion
5.3.3 Freuds psychogenetische Erklärung des Totemismus
5.3.4 Freuds individualpsychologische Erklärung
5.4 Freuds Kritik der Religion
5.4.1 Freud über Nutzen und Schaden der Religion
5.5 Kritische Betrachtung
6.0 Gemeinsamkeiten und Differenzen der Ansätze
6.1 Die Erklärung religiöser Phänomene
6.2 Die Kritik religiöser Glaubenssysteme
7.0 Resümee
7.1 Probleme der Naturalistischen Erklärung religiöser Phänomene
7.2 Probleme der Kritik religiöser Glaubenssysteme
Die vorliegende Arbeit untersucht die naturalistischen religionskritischen Entwürfe von Ludwig Feuerbach, Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud, um deren Argumentationslogik hinsichtlich der Genese religiöser Phänomene zu rekonstruieren und ihre wissenschaftliche Validität zu prüfen. Dabei steht die Frage im Zentrum, ob diese Denker den sogenannten „genetischen Fehlschluss“ begehen und inwieweit ihre psychogenetischen Erklärungen tatsächlich Argumente gegen die Wahrheit religiöser Überzeugungen liefern können.
2.02 Der Begriff der Projektion
Die psychogenetischen Erklärungen religiöser Phänomene Feuerbachs, Freuds und - mit Einschränkung - auch Nietzsches werden oft als projektionstheoretische Erklärungen religiöser Phänomene bezeichnet. Gott, so wird behauptet, ist eine Projektion des Menschen. Aber was ist mit „Projektion“ eigentlich gemeint?
Etymologisch betrachtet ist diese Frage relativ einfach zu beantworten: das Wort „Projektion“ läßt sich ableiten aus dem lateinischen proiectio, welches übersetzt werden kann mit „das Hervorwerfen“, „das Hinauswerfen“ oder auch „das Verbannen“. Die konkrete Bedeutung des Begriffs der Projektion ist hingegen stark von dem theoretischen Rahmen abhängig, in dem dieser Begriff verwendet wird. Zumindest zwei Verwendungsweisen lassen sich unterscheiden: Projektion im epistemischen Sinne und Projektion im psychologischen Sinne. Der epistemische Begriff der Projektion hat die Funktion, die Erkennbarkeit der körperlichen Außenwelt durch die subjektiven Empfindungen zu begründen und zu erklären.
1.0 Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Forschungsfrage, ob Religion als menschliches psychologisches Konstrukt wissenschaftlich erklärt werden kann und ob dies die Falschheit religiöser Annahmen impliziert.
2.0 Einleitung: Definition des Begriffs der naturalistischen Erklärung und Einführung in die erkenntnistheoretischen Probleme genetischer Argumente.
3.0 Ludwig Feuerbach: Analyse von Feuerbachs Projektionslehre, die Gott als Spiegelung des menschlichen Gattungswesens begreift, und Darstellung seiner Kritik an der christlichen Entfremdung.
4.0 Friedrich Nietzsche: Untersuchung von Nietzsches sprachkritischem Perspektivismus, der Religion als Folge von Ressentiment und als weltverneinende Lebensfeindlichkeit entlarvt.
5.0 Sigmund Freud: Darstellung von Freuds psychoanalytischem Ansatz, der religiösen Glauben als kollektive Vatersehnsucht und pathologische Massenneurose deutet.
6.0 Gemeinsamkeiten und Differenzen der Ansätze: Synthetischer Vergleich der drei Denker, insbesondere hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Projektionsbegriffe und ihrer Einschätzung der menschlichen Natur.
7.0 Resümee: Kritische Schlussbetrachtung zur Leistungsfähigkeit naturalistischer Erklärungen und zur Frage, ob eine erfolgreiche Religionskritik bessere Gründe als die kritisierten religiösen Überzeugungen anführen kann.
Religionskritik, Projektion, Feuerbach, Nietzsche, Freud, Naturalismus, psychogenetisches Argument, genetischer Fehlschluss, Entfremdung, Ressentiment, Psychoanalyse, Massenneurose, Vatersehnsucht, Metaphysikkritik, Aufklärung.
Die Arbeit analysiert die religionskritischen Argumente von Ludwig Feuerbach, Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud, die Religion als ein psychologisches und nicht als ein übernatürliches Phänomen betrachten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Projektionstheorien, der psychogenetischen Erklärung von Religionsentstehung sowie der erkenntnistheoretischen Validität dieser Ansätze.
Das Hauptziel besteht in der Rekonstruktion der Argumente Feuerbachs, Nietzsches und Freuds und der Prüfung, ob diese Denker mit ihren Erklärungen tatsächlich die Nichtexistenz religiöser Realitäten beweisen.
Es handelt sich um eine philosophiehistorische und systematische Analyse, die primär textorientiert rekonstruiert, wie diese Denker ihre religionskritischen Thesen innerhalb ihrer jeweiligen philosophischen bzw. psychoanalytischen Systematik begründen.
Im Hauptteil werden die einzelnen Theorien von Feuerbach, Nietzsche und Freud detailliert dargestellt und jeweils einer kritischen Betrachtung unterzogen, bevor ein vergleichendes Resümee gezogen wird.
Zentrale Begriffe sind neben der Projektion auch die Begriffe Entfremdung (bei Feuerbach), Ressentiment (bei Nietzsche) und die Vatersehnsucht sowie der Begriff der Massenneurose (bei Freud).
Der Autor unterscheidet Nietzsches eher epistemischen Ansatz, der Religion als eine menschliche Interpretationsweise der Welt versteht, von den stärker psychologischen Projektionsbegriffen bei Feuerbach und Freud.
Die Arbeit stellt fest, dass das bloße Erklären der Entstehung eines Glaubens (Genese) logisch nicht ausreicht, um dessen inhaltliche Falschheit (Geltung) zu beweisen, und kritisiert die drei Denker dahingehend, dass sie diesen logischen Sprung oft unzureichend begründen.
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