Bachelorarbeit, 2011
67 Seiten, Note: 2
1. Empirische Argumentation für das Gesundheitscoaching
1.1 Kosten krankheitsbedingter Arbeitsausfälle und betriebliches Gesundheitsmanagement
1.2 Neue Risiken für die Gesundheit in Unternehmen
1.3 Zwischenfazit
2. Methodik der Arbeit
2.1 Arbeit mit Booleschen Operatoren
2.2 Die Globalauswertung
3. Gesundheitscoaching
3.1 Gesundheit
3.1.1 Salutogenese und Kohärenzerfahrung
3.2 Coaching
3.2.1 Definitionen von Coaching
2.2.2 Differenzierung und Einsatz von Coaching
3.2.3 Methoden
3.3 Gesundheitscoaching
3.3.1 Theoretische Herleitung des Begriffes Gesundheits-Coaching
3.3.2 Analyse weiterer Definitionsansätze
3.3.3 Ziele und Zielgruppen des Gesundheitscoachings
4. Konzepte des Gesundheitscoaching in Theorie und Praxis.
4.1 Settings, Prozesse und Profession
4.2 Themenfelder im Gesundheitscoaching
4.3 Themenfelder anhand einer Marktanalyse
4.4 Ablauf und Coaching-Tools
4.5 Beispiele für Interventions-Tools
5. Stress als Standardsituation im Gesundheitscoaching
5. 1 Stresstheorien
5.2 Stressoren und Reaktionen
5.3 Stressbewältigung
6. Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Gesundheitscoaching (GC) innerhalb der Erwachsenenbildung theoretisch zu verorten, von anderen Disziplinen abzugrenzen und dessen praktische Anwendung im Kontext betrieblicher Gesundheitsförderung zu untersuchen.
3.1.1 Salutogenese und Kohärenzerfahrung
Eine weitere Entwicklung in Bezug auf die Integration der Gesundheitsmodelle in das GC ist dem israelischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1997) zu verdanken. Überrascht von der Fähigkeit des Menschen trotz der Konfrontation mit vielfältigen Gesundheitsrisiken gesund zu bleiben, entwickelte er das Konzept der Salutogenese und damit den Gegenpol zur Pathogenese (Antonovsky, 1997). „Das Konzept der Salutogenese wendet sich also den Prozessen zu, die Gesundheit fördern“ (Wülser, 2009, S.36). „Sie rührt aus dem Postulat, das Heterostase, Altern und fortschreitende Entropie die Kerncharakteristika aller lebenden Organismen sind“ (Antonovsky, 1997, S.29). Antonovsky fordert, nicht nach den Ursachen für eine Krankheit (oder Stressbelastungen) zu suchen, nicht zuletzt weil sich jene Suche als sehr schwierig erweisen würde, sondern sich zu fragen, woher die negative Entropie rührt und dem Organismus stattdessen zu helfen, Bewältigensstrategien zu entwickeln, um aktiv seine Umwelt zu adaptieren (vgl. Antonovsky, 1997, S.30).
Der Salutogenese liegt die Annahme zugrunde, dass Krankheit und Gesundheit nicht als Gegensätze, sondern als Kontinuum aufgefasst werden und der Mensch sich innerhalb des Kontinuum lokalisieren lässt (vgl. Ostermann, 2010, S.98). Die Position des Menschen auf dem Kontinuum ist zum einen von den äußeren Umständen abhängig, im Wesentlichen meint Antonovsky damit Stressbelastungen. Das individuelle Bewältigungsverhalten entscheidet dann, ob die Reaktionen auf diverse Belastungen gesundheitsschädlich, neutral oder gesundheitsförderlich sind. Das Bewältigungsverhalten (Coping) wiederum ist abhängig von den Widerstandsressourcen, die zum Beispiel aus materiellen, sozialen, körperlichen oder geistigen Faktoren generiert werden können (vgl. Antonovsky, 1997, S. 27).
1. Empirische Argumentation für das Gesundheitscoaching: Analyse von Statistiken zu krankheitsbedingten Arbeitsausfällen, die die Notwendigkeit und ökonomische Sinnhaftigkeit betrieblichen Gesundheitsmanagements und Gesundheitscoachings belegen.
2. Methodik der Arbeit: Erläuterung der angewandten Globalauswertung nach Legewie, ergänzt durch den Einsatz Boolescher Operatoren zur Optimierung der Internetrecherche und Marktanalyse.
3. Gesundheitscoaching: Theoretische Herleitung des Begriffs durch die Verknüpfung von Gesundheitsmodellen (Salutogenese) und Coaching-Konzepten, um ein ganzheitliches Verständnis für die Praxis zu entwickeln.
4. Konzepte des Gesundheitscoaching in Theorie und Praxis.: Übertragung klassischer Coaching-Ansätze auf das Gesundheitscoaching, inklusive Vorstellung eines 12-Schritte-Prozesses und diverser Interventionstools wie der Balanced Scorecard oder Gesundheitsmetaphern.
5. Stress als Standardsituation im Gesundheitscoaching: Darstellung relevanter Stresstheorien und Stressoren als Grundlage für die Entwicklung zielgerichteter Bewältigungskonzepte im Coaching-Prozess.
6. Schlussbetrachtungen: Zusammenfassung der Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf die notwendige institutionelle Professionalisierung des Gesundheitscoachings.
Gesundheitscoaching, Coaching, Gesundheitsmanagement, Salutogenese, Stressbewältigung, betriebliche Gesundheitsförderung, Globalauswertung, Stress, Prävention, Kohärenzgefühl, Interventions-Tools, Führungskräftecoaching, Ressourcen, Arbeitsfähigkeit, biopsychosoziales Modell.
Die Arbeit untersucht das Konzept des Gesundheitscoachings (GC) innerhalb der Erwachsenenbildung, leitet es theoretisch her und analysiert seine praktische Anwendung sowie Marktsituation im Kontext betrieblicher Gesundheitsförderung.
Die Arbeit fokussiert auf die ökonomische Argumentation für betriebliches Gesundheitsmanagement, die theoretische Definition von Gesundheit und Coaching, verschiedene Coaching-Methoden und -Prozesse sowie den Umgang mit Stress als häufigster Belastungssituation.
Ziel ist es, den Begriff Gesundheitscoaching präzise zu definieren, ihn von anderen Disziplinen abzugrenzen und ein theoretisch fundiertes sowie in der Praxis anwendbares Gesamtkonzept für Führungskräfte und Organisationen zu erstellen.
Die Autorin nutzt die Methode der „Globalauswertung“ nach Legewie (1994), kombiniert mit Booleschen Operatoren, um eine systematische Marktanalyse von 22 Internet-Anbietern für Gesundheitscoaching durchzuführen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine empirische Begründung des Bedarfs, eine methodische Auswertung von Web-Angeboten, die theoretische Herleitung des Begriffs Gesundheitscoaching sowie die Vorstellung konkreter Interventions-Tools und Stresstheorien für die Coaching-Praxis.
Wesentliche Begriffe sind Salutogenese, Stressmanagement, biopsychosoziales Gesundheitsmodell, professionelle Prozessgestaltung, Interventions-Tools und die Abgrenzung zur Psychotherapie.
Das Kohärenzgefühl, bestehend aus Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit, dient als Ansatzpunkt für den Coach, um Klienten zur Generierung eigener Widerstandsressourcen zu befähigen und so ihre Problemlösefähigkeit nachhaltig zu stärken.
Lauterbach (2008) bezeichnet Stress als Standardsituation, da er die häufigste Ursache für somatische Beschwerden bei Führungskräften ist und somit als zentraler Anknüpfungspunkt für präventive und intervenierende Coaching-Maßnahmen dient.
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