Forschungsarbeit, 2012
43 Seiten
Einleitung
I. Vorbemerkungen
a) Flächenmaß, Feldgröße und Bodenbeschaffenheit
b) Hohlmaß
c) Gewichtsmaße
d) Anbau- und Erntezyklus
II. Die peripheren Archive
a) Getreideproduktion nach den Texten des C-Archivs
b) Getreideproduktion nach den Texten des D-Archivs
c) Getreidelagerung nach den Texten des D-Archivs
d) Getreidedistribution nach den Texten des C-Archivs
e) Getreidedistribution nach den Texten des D-Archivs
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die administrativen Strukturen der Palastarchive von Nuzi mit einem speziellen Fokus auf die Produktion und Distribution von Getreide. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie die ökonomischen Beziehungen zwischen dem zentralen Palast und den landwirtschaftlichen Erzeugern organisiert waren, welche Maßeinheiten und Anbauzyklen verwendet wurden und wie die logistischen Prozesse zwischen den verschiedenen Archivkomplexen (C- und D-Archiv) verliefen.
a) Flächenmaß, Feldgröße und Bodenbeschaffenheit
Eines der grundlegenden Probleme der Wirtschaftstexte aus Nuzi und anderen Städten des Königreichs von Arrapḫe besteht darin, dass bisher nicht gelungen ist, eine zweifelsfreie Anbindung der gebräuchlichen Hohl- und Flächenmaße an die für uns üblichen Maßeinheiten vorzunehmen.
Insbesondere beim Flächenmaß imēru schwanken die Angaben in der Literatur beträchtlich. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass Vergleichswerte aus anderen Gebieten Mesopotamiens nur unzureichend Beachtung geschenkt wurde. Besonders die Verwaltungstexte der Ur-III-Zeit bieten hierfür reiches Material.
Dort sind für die Provinz Lagaš Höchstsaatgutmengen beim Gerstenanbau von 360, 450 und 540 SÌLA pro bur (=64800 m²) bei einer Furchenzahl von 8, 10 und 12 je nindan belegt.
Für Nuzi geben mindestens drei texte Auskunft über flächenbezogene Saatgutmengen. Daraus lassen sich auf ein Feld von der Größe von 1 imēru bezogene Saatgutmengen von 8, 10 und 13,3 BÁN beziehungsweise 80, 100 und 133 SÌLA ermitteln. Setzt man diese nun in Beziehung zu den während der Ur III-Zeit in Lagaš üblichen Höchstsaatgutmengen, so ergeben sich folgende Relationen:
Einleitung: Es werden die grundlegenden Fragestellungen zu Produktion und Distribution im Wirtschaftsarchiv von Nuzi sowie die methodischen Schwierigkeiten bei der Textinterpretation erläutert.
I. Vorbemerkungen: Dieses Kapitel behandelt die metrologischen Grundlagen, inklusive der Bestimmung von Flächen-, Hohl- und Gewichtsmaßen sowie der agrarischen Zyklen.
II. Die peripheren Archive: Hier werden die organisatorischen Strukturen und administrativen Abläufe der C- und D-Archive detailliert untersucht und deren Rollen bei der Getreideverwaltung analysiert.
Zusammenfassung: Das Kapitel schließt mit einem Überblick über die Ergebnisse zur agrarökonomischen Bedeutung der Palastverwaltung und der administrativen Hierarchie zwischen den Archivkomplexen.
Nuzi, Arrapḫe, Getreidewirtschaft, Palastarchive, C-Archiv, D-Archiv, Saatgut, Feldkapazität, Furchenbewässerung, imēru, SÌLA, rākibū narkabti, Getreidedistribution, Landwirtschaft, Wirtschaftsgeschichte.
Die Arbeit analysiert die Wirtschaftsarchive von Nuzi, um die administrativen Prozesse der Getreideproduktion und -verteilung im Königreich Arrapḫe zu verstehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Metrologie, den Anbaubedingungen durch Furchenbewässerung sowie der administrativen Einbindung des Palastes in die landwirtschaftliche Produktion.
Ziel ist es, die Verbindung zwischen Produktionsbedingungen, Saatgutmengen und der Verteilung an die Endverbraucher zu rekonstruieren und die administrative Hierarchie der beiden Archive (C und D) aufzudecken.
Es erfolgt eine quellenkritische Auswertung der Wirtschaftstexte aus Nuzi unter Einbeziehung vergleichender Daten aus anderen Regionen Mesopotamiens (insbesondere der Ur-III-Zeit) sowie agrotechnischer Erkenntnisse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Maßeinheiten, eine Analyse der beiden Archive hinsichtlich ihrer Produktions- und Distributionsaufgaben sowie eine chronologische Einordnung der Textgruppen.
Zu den Kernbegriffen gehören Nuzi, Arrapḫe, Getreidewirtschaft, Palastverwaltung (ekallu), Saatgut, rākibū narkabti und das Distributionssystem der C- und D-Archive.
Das D-Archiv stellte die zentrale administrative Einheit dar, die auch das Saatgut für das C-Archiv bereitstellte und zusätzlich kultische Verpflichtungen sowie die Versorgung des Königshofes koordinierte.
Das Prinzip der Halbbrache mit jährlich zwei Aussaaten auf wechselnden Flächen diente dazu, der Bodenversalzung entgegenzuwirken und das Ertragspotential der Felder langfristig zu stabilisieren.
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