Diplomarbeit, 2003
66 Seiten, Note: 5,2 Schweiz
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit
1.1. Unternehmen im Wandel der Zeit
1.2. Einordnung des Themenfeldes Beschwerdemanagement
1.2.1. Beschwerdemanagement als Kern des Kundenbeziehungsmanagements (Customer Relationship Management - CRM)
1.2.2. Die Rolle des Beschwerdemanagements im Qualitätsmanagement
2. Beschwerdemanagement
2.1. Nutzenpotentiale des Beschwerdemanagements
2.2. Ziele des Beschwerdemanagements
2.3. Beschwerdebegriff und Reklamationen
3. Beschwerdeforschung
3.1. Kundenzufriedenheit
3.2. Entstehung und Messung von Kundenunzufriedenheit und Kundenzufriedenheit
3.3. Beschwerdeverhalten
3.4. Beschwerdezufriedenheit
4. Voraussetzungen für ein erfolgreiches Beschwerdemanagement
4.1. Organisation
4.2. Technologische Anforderungen
4.3. Personal
4.3.1. Mitarbeiterschulungen
4.3.2. Führungskräfte
4.3.3. Empowerment („Ermächtigung“)
4.3.4. Bedeutung der Unternehmenskultur
5. Aufgaben des Beschwerdemanagements
6. Direkter Beschwerdemanagement-Prozess
6.1. Beschwerdestimulierung
6.2. Beschwerdeannahme und –erfassung
6.2.1. Das Beschwerdeeigentum
6.2.2. Organisation des Beschwerdeeingangs
6.2.3. Erfassung der Beschwerdeinformationen
6.2.4. Kategorisierung von Beschwerdeinformationen
6.3. Beschwerdebearbeitung
6.3.1. Der Beschwerdebearbeitungsprozess
6.3.2. Verantwortlichkeit während der Beschwerdebearbeitung
6.3.3. Festlegung von Bearbeitungsterminen
6.3.4. Überwachung der Beschwerdebearbeitung
6.4. Beschwerdereaktion
6.4.1. Fehlerhafte Reaktionen auf Kundenbeschwerden
6.4.2. Auf Kundenbeschwerden professionell reagieren
6.4.3. Typen von Beschwerdeführern
6.4.4. Lösungsmöglichkeiten
6.4.5. Fall-Lösung und Sofort-Reaktionsbetrag
6.4.6. Differenzierung der Beschwerdereaktion nach dem Kundenwert
7. Indirekter Beschwerdemanagement-Prozess
7.1. Beschwerdeauswertung
7.1.1. Quantitative Beschwerdeauswertung
7.1.2. Qualitative Beschwerdeauswertung
7.2. Beschwerdemanagement-Controlling
7.2.1. Aufgaben-Controlling
7.2.2. Kosten-Nutzen-Controlling
8. Schlusswort und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch ein aktives Beschwerdemanagement die Kundenzufriedenheit steigern und langfristige Kundenbindungen aufbauen können. Dabei wird untersucht, welche Voraussetzungen – insbesondere in den Bereichen Organisation, Technologie und Personal – geschaffen werden müssen und welche Hauptaufgaben ein erfolgreiches Beschwerdemanagement umfasst, um Beschwerden als wertvolle Chance zur Qualitätsverbesserung zu nutzen.
1.2.1. Beschwerdemanagement als Kern des Kundenbeziehungsmanagements (Customer Relationship Management - CRM)
Mit Customer Relationship Management soll der Kundenkontakt optimiert und die Beziehung des Unternehmens zum Kunden weiterentwickelt werden. Die Beziehungsorientierung rückt vor allem in reifen Märkten mit geringem Wachstum in den Mittelpunkt. Dort ist die Gewinnung neuer Kunden nur mit einem sehr hohen Kosteneinsatz zu erreichen. Der Verlust eines Kunden schwächt das eigene Unternehmen, während er die Konkurrenz stärkt. Beschwerdemanagement stellt den wichtigsten Aufgabenbereich des Kundenbindungs- und Kundenbeziehungsmanagements dar. Kunden, die sich beschweren, sind gefährdete Kunden, welche oft das Unternehmen verlassen möchten. Deshalb sind sie die primäre Zielgruppe des Kundenbindungsmanagements.
Der Fokus auf die Kundenbindung ermöglicht, dass Wachstums- und Rentabilitätsziele erreicht werden. Wachstumschancen werden hauptsächlich über eine grössere Ausschöpfung des kundenspezifischen Umsatzpotentials bisheriger Kunden erreicht. Dies bedeutet, dass ein Kunde beispielsweise nicht nur ein Sparkonto bei einer Bank hat, sondern er dort auch noch seine Hypothek aufnimmt und ein Fondskonto einrichten lässt („Cross Selling“). Weiter hat die Kundenbindung einen Referenzeffekt, denn (zufriedene) Kunden stellen ihrem Bekanntenkreis Informationen zur Verfügung und regen so zum Kauf an. Ergebnisse des Deutschen Kundenmonitors belegen, dass 58 Prozent der überzeugten Bausparkassen-Kunden das Produkt bestimmt weiterempfehlen werden, von denjenigen Kunden, die nur zufrieden gestellt wurden, werden nur gerade 23 Prozent das Produkt bestimmt weiterempfehlen. Durch Kundenbindung sind auch Rentabilitätsziele erreichbar, da aufgrund von Wiederholungs- und Zusatzkäufen Mehrerlöse realisiert werden. Weitere Studien belegen, dass durch Kundenbindung eine hohe Gewinnsteigerung möglich ist. So wurde gezeigt, dass Unternehmen, welche ihre Kunden-Abwanderungsrate um fünf Prozent senkten, ihre Gewinne um 25 bis 85 Prozent steigerten. Die folgende Abbildung stellt diesen Sachverhalt grafisch dar.
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Relevanz des Beschwerdemanagements und Darstellung der Struktur der Lizentiatsarbeit.
2. Beschwerdemanagement: Definition des Begriffs sowie Erläuterung der Nutzenpotentiale und Ziele eines aktiven Beschwerdemanagements.
3. Beschwerdeforschung: Untersuchung von Kundenzufriedenheit, Entstehungsursachen von Unzufriedenheit und Analyse des Beschwerdeverhaltens.
4. Voraussetzungen für ein erfolgreiches Beschwerdemanagement: Darstellung der organisatorischen, technologischen und personellen Anforderungen sowie der Bedeutung der Unternehmenskultur.
5. Aufgaben des Beschwerdemanagements: Überblick über die sechs Hauptaufgaben, die zur Implementierung eines aktiven Beschwerdemanagements notwendig sind.
6. Direkter Beschwerdemanagement-Prozess: Detaillierte Betrachtung der Phasen Stimulierung, Annahme, Bearbeitung und Reaktion unter Einbeziehung des Kunden.
7. Indirekter Beschwerdemanagement-Prozess: Erläuterung der internen Auswertungs- und Controlling-Aufgaben, an denen der Kunde nicht unmittelbar beteiligt ist.
8. Schlusswort und Ausblick: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse und Plädoyer für den Ausbau eines aktiven Beschwerdemanagements als Wettbewerbsvorteil.
Beschwerdemanagement, Kundenzufriedenheit, Kundenbindung, Customer Relationship Management, Beschwerdeverhalten, Servicequalität, Reklamationsmanagement, Prozessmanagement, Empowerment, Unternehmenskultur, Beschwerdestimulierung, Beschwerdebearbeitung, Beschwerdeauswertung, Prozesscontrolling, Kundenorientierung
Die Arbeit behandelt die zentralen Aspekte eines professionellen Beschwerdemanagements in Dienstleistungsunternehmen, mit einem besonderen Fokus auf Voraussetzungen, Aufgaben und strategische Ziele.
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Einordnung des Beschwerdemanagements in das CRM, die Voraussetzungen (Organisation, Personal, Unternehmenskultur), die Prozessgestaltung sowie die Analyse- und Controlling-Methoden.
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen eines aktiven Beschwerdemanagements zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie dieses als strategisches Instrument zur Kundenbindung und Qualitätssteigerung eingesetzt werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und wird durch Praxisbeispiele ergänzt, darunter ein Experteninterview mit dem Leiter "Quality Feedback" einer Grossbank (XY AG).
Der Hauptteil gliedert sich in die Voraussetzungen (Kapitel 4), die Hauptaufgaben (Kapitel 5), den direkten Kundenprozess (Kapitel 6) sowie die indirekten Controlling-Prozesse (Kapitel 7).
Die zentralen Begriffe sind Beschwerdemanagement, Kundenbindung, Kundenzufriedenheit, Empowerment, Beschwerdeverhalten und Servicequalität.
Der direkte Prozess entscheidet über die unmittelbare Interaktion mit dem Kunden. Eine professionelle Reaktion kann unzufriedene Kunden zurückgewinnen und die Unternehmensloyalität signifikant erhöhen.
Er dient dazu, Routine-Beschwerden effizient und ohne bürokratische Einzelfallprüfung zu lösen, was Kosten spart und die Kundenzufriedenheit durch Schnelligkeit verbessert.
Empowerment ermöglicht es den Mitarbeitern an der Front, Entscheidungen eigenständig zu treffen, was die Bearbeitungszeit verkürzt und das Kundenvertrauen stärkt, da der erste Ansprechpartner direkt zur Lösung beitragen kann.
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