Examensarbeit, 2003
47 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
2. Welchen Sinn hat es von Gott zureden?
2.1. Nur „von“ Gott kann ich reden, nicht „über“ IHN.
2.2. Über die Liebe kann man nicht reden – Liebe „ist“, indem man liebt
2.3. Auch ehrliches Suchen nach Gott ist Sünde
2.4. Steht der Mensch mit der Rede von Gott zwischen zwei Verboten ?
2.5. Ja, Gott ist das ganz Andere
2.6. Der Mensch bleibt in seiner Rede von Gott ein Sünder
2.7. Das Weltbild, in dem der Mensch eine Weltanschauung hat
2.8. Nur als von Gott Angesprochenem hat es Sinn von ihm zu reden
2.9. Reden von Gott ist reden „müssen“ von Gott
2.10. Durch den Glauben wird aus der sündigen Welt die Welt Gottes
2.11. Glaube ist stets neue Tat
2.12. Zusammenfassung
3. Unus deus et pater ominum etc. (Eph. 4,6)
3.1. Der Predigttext
3.2. Gott ist eins – unwandelbar
3.3. Mit der Reinheit des Herzens sollen wir dem Vater gegenüber treten
3.4. Die Aufforderung: „Freund, steig höher hinauf“
3.5. Gott ist ein Verneinen des Verneinens
3.6. Die Fähigkeiten der Vernunft, des Willens und des Erkennens
3.7. Die Bedeutung der Gnade und der Seligkeit als Wirkkräfte der Seele
3.8. In dem Einssein Gottes ist Vollendung
3.9. Zusammenfassung
4. Rudolf Bultmann und Meister Eckehart
4.1. Ist ein Vergleich überhaupt möglich?
4.2. Bultmanns Theologie im Spiegel seiner Zeit und seiner Prägung
4.3. Einordnung des Gottesbildes von Bultmann
4.4. Meister Eckehart als mystischer Theologe
4.5. Meister Eckeharts Gottesbild und seine Bedeutung heute
4.6. Vergleichende Überlegungen
4.7. Die Bedeutung des Denkens beider Theologen auf mein Gottesbild
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Ansätze von Rudolf Bultmann und Meister Eckehart zur Frage nach der Sinnhaftigkeit und Möglichkeit des Redens von Gott. Im Zentrum steht dabei die Auseinandersetzung mit der dialektischen Theologie Bultmanns sowie der mystischen Theologie Eckeharts, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrem Verständnis von Gotteserkenntnis und menschlicher Existenz herauszuarbeiten.
2.4. Steht der Mensch mit der Rede von Gott zwischen zwei Verboten ?
Bultmann beschreibt dieses als einen Konflikt, indem wir nicht aus Gott reden können, ohne gleichzeitig als menschliche Existenz über Ihn zu reden. Wir stehen vor einer unmöglichen Aufgabe zwischen zwei Verboten. Da wir nicht über Gott verfügen, können wir nicht von Gott reden. Wir können nur von uns selbst reden. Zum Gottesgedanken gehört ebenso der Gedanke, dass Gott das ganz Andere ist. Scheinbar stehen wir vor der unmöglichen Aufgabe, die es uns eigentlich ermöglicht, gar nicht mehr von Gott zu sprechen, also zu schweigen. Bultmann beantwortet diese Frage, ob denn nur das Schweigen bleibt, mit dem Satz: „Das würde natürlich zugleich bedeuten, dass wir überhaupt nicht handeln sollen!“ Und dieses lehnt er auf jeden Fall ab. Ob ich nun Gott für meine Erkenntnis zugänglich halte oder ob ich mich entschließe zu schweigen, da mir die Erkenntnis unzugänglich erscheint, in beiden Fällen mache ich Gott zu einem Objekt und bin damit nicht mehr bei Gott.
Will ich der Wirklichkeit Gottes begegnen, wird die Rede über Ihn sinnlos. Ich kann diese Wirklichkeit nur gleichzeitig erfahren, wie es in dem Beispiel mit der Liebe ausführlicher beschrieben wurde. Als eine im Jetzt geschehende Seinswirklichkeit. Darum besteht nach Bultmann die Theologie vor der paradoxen Aufgabe etwas zu tun, was eigentlich nicht möglich ist. „Wir können nicht über unsere Existenz reden, da wir nicht über Gott reden können; und wir können nicht über Gott reden, da wir nicht über unsere Existenz reden können.“ Es ist der Versuch, objektiv zu reden in dem Bewusstsein, dass das Reden über Gott nur sinnvoll ist, wenn ich diese Objektivität aufhebe.
1. Einführung: Darstellung der theologischen Relevanz der Gottesfrage bei Bultmann und Eckehart sowie die Skizzierung der persönlichen Suche des Autors nach einem zeitgemäßen Gottesbild.
2. Welchen Sinn hat es von Gott zureden?: Analyse des Aufsatzes von Bultmann aus dem Jahr 1925, der das Reden von Gott als "unmögliche Aufgabe" und "Sünde" kennzeichnet, sofern es objektivierend erfolgt.
3. Unus deus et pater ominum etc. (Eph. 4,6): Exegetische und theologische Untersuchung der Predigt 22 von Meister Eckehart, die den Weg der Seele zur mystischen Einheitserfahrung mit Gott beschreibt.
4. Rudolf Bultmann und Meister Eckehart: Vergleichende Gegenüberstellung beider Theologen, die trotz zeitlicher Distanz eine tiefe Verbundenheit in ihrem Streben nach einer authentischen Gotteserkenntnis aufweisen.
Rudolf Bultmann, Meister Eckehart, Gottesbild, Theologie, Mystik, Dialektische Theologie, Einheitsmystik, Subjekt-Objekt-Spaltung, Existenz, Glaube, Offenbarung, Gott, Gnade, Erkenntnis, Existentiale Interpretation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach der Möglichkeit und Sinnhaftigkeit des Redens von Gott anhand der theologischen Positionen von Rudolf Bultmann und Meister Eckehart.
Die zentralen Themen umfassen die Dialektik des Gottesglaubens bei Bultmann, die mystische Einheitslehre von Meister Eckehart und das Spannungsfeld zwischen objektiver Theologie und existentieller Erfahrung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie beide Denker das Unbegreifliche Gottes in Sprache zu fassen suchen, ohne dabei in eine bloße Objektivierung zu verfallen.
Es wird eine hermeneutische und komparative Methode verwendet, um die theologischen Entwürfe beider Denker zu analysieren und sie in Bezug zur menschlichen Existenz zu setzen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von Bultmanns Aufsatz von 1925, eine Interpretation der 22. Predigt von Meister Eckehart sowie einen systematischen Vergleich beider Autoren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gott, Existenz, Mystik, Dialektik, Einheit, Glaube, Offenbarung und Subjekt-Objekt-Denken charakterisiert.
Weil das Reden über Gott zwangsläufig dazu führt, Gott als Objekt menschlichen Denkens zu behandeln, was Bultmann zufolge die Wirklichkeit Gottes verfehlt und in einen "gottlosen" Zustand führt.
Für Eckehart ist die Einheit das Wesen Gottes; der Mensch ist dazu aufgerufen, in diese ursprüngliche Einheit zurückzukehren, indem er sein Herz von allen geschöpflichen Bindungen reinigt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

