Bachelorarbeit, 2011
49 Seiten, Note: 1,3
1. Abstract
2. Einleitung
3. Organtransplantation
4. Der Tod – eine Sache der Perspektive?
4.1. Feststellung des Hirntodes
4.2. Hirntod - eine Phase im Sterben?
5. Auswirkungen auf die Organtransplantation
5.1. Rechtliche Aspekte
5.2. Wirtschaftliche Aspekte
5.3. Organhandel
6. Aufgaben der Sozialen Arbeit
7. Resümee
Die Arbeit untersucht kritisch die ethische Vertretbarkeit der Organentnahme bei hirntoten Patienten und hinterfragt, ob der Hirntod tatsächlich mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen ist oder lediglich den Beginn des Sterbeprozesses markiert, woraus sich eine spezifische ethische Verpflichtung für die Soziale Arbeit ableitet.
4.2. Hirntod - eine Phase im Sterben?
Der Tod des Gehirns muss nicht zwangsläufig mit dem Ende des gesamten Organismus zusammenhängen. Es könnte ebenso den Anfang des Sterbeprozesses (Desintegration, wie es Mediziner nennen) sein. Erfolge an den Lebensgrenzen zeigen, dass menschliches Leben mehr als ein physiologisches Zusammenspiel ist und dass der Mensch nicht nur eine Maschine aus Fleisch und Knochen ist.
Künstlich beatmete Hirntote haben noch somatische Funktionen, welche auf eine körperliche Integration hinweisen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur, bekämpfen Infektionen und Verletzungen, reagieren mit erhöhtem Blutdruck bei Schmerzreizen und produzieren Exkremente. Ebenso können Hirntote ihre ungeborenen Kinder austragen. Dass unmittelbar nach dem Hirntod auch der Herzstillstand folgt ist bis 1998 in 175 Fällen widerlegt worden, in denen zwischen dem Hirntod und dem Herzstillstand sieben Tage bis 14 Jahre lagen.
In einer hirnphysiologischen Diskussion weist Sir John Eccles darauf hin, dass es in Zuständen tiefster Bewusstlosigkeit bis zur Beendigung des Sterbeprozesses noch elektrophysikalische Restfunktionen geben kann. Wir können es nicht wissen, was uns nicht aus der Verantwortung entlässt, diese unbekannten Mechanismen neuronaler „Erinnerung“ ernst zu nehmen.
1. Abstract: Eine kurze Übersicht über die Problemstellung und die ethische Fragestellung hinsichtlich der Organtransplantation und der Rolle der Sozialen Arbeit.
2. Einleitung: Einführung in das Thema, die Diskrepanz zwischen lebensrettender Absicht der Transplantationsmedizin und der ethischen Problematik des Hirntod-Konzepts.
3. Organtransplantation: Ein historischer und technischer Überblick über die Entwicklung und Durchführung von Organtransplantationen.
4. Der Tod – eine Sache der Perspektive?: Eine tiefgehende philosophische und medizinische Auseinandersetzung mit der Definition des Todes, der Hirntod-Diagnostik und der Frage, ob der Hirntod eine Sterbephase darstellt.
5. Auswirkungen auf die Organtransplantation: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, ökonomischer Aspekte und des kritischen Phänomens des internationalen Organhandels.
6. Aufgaben der Sozialen Arbeit: Diskussion über die professionelle ethische Verantwortung der Sozialen Arbeit in der Begleitung von Betroffenen und Angehörigen im Kontext der Transplantationsmedizin.
7. Resümee: Zusammenfassende Stellungnahme der Autorin, die für einen respektvolleren Umgang mit Sterbenden plädiert und die ethischen Zweifel an der aktuellen Praxis betont.
Hirntod, Organtransplantation, Ethik, Soziale Arbeit, Sterbeprozess, Menschenwürde, Organhandel, Transplantationsgesetz, Intensivmedizin, Bioethik, Fremdnützigkeit, Patientenrechte, Lebensende, Verantwortlichkeit, Sterben.
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Fragestellung, ob der Hirntod tatsächlich den Tod des Menschen darstellt und inwieweit die daraus resultierende Organentnahme mit der menschlichen Würde sowie den Aufgaben der Sozialen Arbeit vereinbar ist.
Zentrale Themen sind die Definition des Todes, die medizinische Praxis der Hirntod-Diagnostik, die rechtlichen Rahmenbedingungen des Transplantationsgesetzes, wirtschaftliche Aspekte des Organhandels sowie die ethische Verantwortung sozialer Berufe.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob der Hirntod nur der Beginn eines Sterbeprozesses ist und welche ethischen Pflichten sich für die Soziale Arbeit ergeben, wenn es um die Begleitung von Menschen in dieser Situation geht.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, die medizinische, juristische, philosophische und ethische Perspektiven sowie aktuelle Diskurse zum Thema Organtransplantation zusammenführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Todesbegriffs, eine kritische Analyse der Kriterien zur Hirntodfeststellung, eine Darstellung der rechtlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen sowie die Herausarbeitung der ethischen Handlungsfelder der Sozialen Arbeit.
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Hirntod, Organtransplantation, Ethik, Menschenwürde und Soziale Arbeit charakterisiert.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Transplantationsmedizin auch ein lukratives Geschäftsfeld für Pharmaunternehmen und Kliniken ist, was ethische Fragen hinsichtlich der Priorisierung von Organentnahmen aufwirft.
Die Soziale Arbeit kann durch Beratungsangebote und die Stärkung ethischer Reflexionen Angehörige und Betroffene unterstützen, die sich in Grenzsituationen der Entscheidungsfindung befinden.
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