Bachelorarbeit, 2011
40 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die aktuelle Lage in Deutschland
2.1 Strukturelle Merkmale des Gender Pay Gap
2.1.1 Alter und Bildung
2.1.2 Berufserfahrung und Unternehmensgröße
2.1.3 Berufs- und Branchenwahl
2.1.4 Berufliche Position
2.1.5 Arbeitszeitmodell und Arbeitsvertrag
2.1.6 Familienbedingte Erwerbsunterbrechung
2.1.7 Ost-West-Vergleich
2.2 Vom unbereinigten zum bereinigten Gender Pay Gap
2.3 Deutschland im internationalen Vergleich
3. Experimentelle Untersuchungen
3.1 Vergleich zweier ethnisch verschiedener Kulturen
3.1.1 Die beiden Bevölkerungsgruppen
3.1.2 Der Aufbau des Experiments
3.1.3 Ergebnisse
3.1.4 Robustheitstests
3.1.5 Abschließende Bemerkungen
3.2 Das Verhalten von Frauen und Männern im Wettstreit
3.2.1 Der Aufbau des Experiments
3.2.2 Einfluss der Leistungsfähigkeit auf die Wahl der Bezahlung
3.2.3 Einfluss der relativen Selbsteinschätzung auf die Wahl der Bezahlung
3.2.4 Turnierspezifische Faktoren
3.2.5 Wahl der Bezahlung ohne Turniercharakter
3.2.6 Abschließende Bemerkungen
3.3 Die Wahl der Vergütung bei fixer Alternativzahlung
3.3.1 Der Aufbau des Experiments
3.3.2 Zusammenhang zwischen Produktivität und Wahl der Bezahlung
3.3.3 Bedeutung der relativen Selbsteinschätzung und Risikoneigung
3.3.4 Geschlechtsspezifische Unterschiede
3.3.5 Marginale Entscheidungen und Anstrengungen während des Tests
3.3.6 Abschließende Bemerkungen
4. Schlussbemerkungen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Ursachen des geschlechtsspezifischen Einkommensgefälles (Gender Pay Gap) zu analysieren. Dabei wird untersucht, inwieweit Unterschiede im ökonomischen Verhalten, wie etwa bei der Risikobereitschaft oder der Wahl von Vergütungssystemen, dazu beitragen, das Lohngefälle zu erklären, welches durch rein strukturelle Merkmale nicht vollständig erfasst wird.
3.1 Vergleich zweier ethnisch verschiedener Kulturen
Als Einstieg dient eine Gegenüberstellung zweier traditionell sehr unterschiedlich ausgeprägter Gesellschaften. Zum einen die Khasi, ein matrilinealer Stamm in Indien, und zum anderen die Maasai, eine patriarchalische Population Tansanias.
Der Alltag der Khasi konzentriert sich vorwiegend auf das Geschehen des Mutterhauses. Matrilinealität und –lokalität bestimmen das Leben dieses indischen Volkes. So richtet sich die Vererbung und Mitgliedschaft eines Klans nach den weiblichen Vorfahren und Frauen haben gegenüber Männern eine weitaus höhere Autorität. Sie wechseln nie in den Haushalt des Mannes, dagegen ist es durchaus üblich, dass Männer zu ihren Frauen ziehen oder gar nur zu Besuch kommen. Die Großmutter stellt die Anführerin der Sippe dar und lebt mit ihren unverheirateten Töchtern zusammen, in jedem Fall aber auch mit ihrer jüngsten Tochter, die das Elternhaus nie verlässt und später einmal selbst Anführerin des Klans wird. Andere ältere Töchter gründen meist selbst einen Haushalt in der näheren Umgebung. Männer treffen bei den Khasi in der Regel keine wichtigen Entscheidungen, haben auch kaum Eigentumsrechte und arbeiten ausschließlich für das Vermögen der Frau.
Patrilinealität, das Pendant zur eben beschriebenen matrilinealen Lebensweise, kennzeichnet dagegen die Kultur der Maasai. Die nomadenähnliche Bevölkerung Tansanias schreibt den Männern, meist Viehhirten, eine sehr dominante Rolle zu. Ihre Rinder stellen für sie das höchste Gut dar, stehen oft noch vor Frau und Kindern, und verschaffen ihren Besitzern gesellschaftliche Anerkennung. Männer heiraten bei den Maasai erst ab etwa 30 Jahren und sind um einiges älter als ihre Ehefrauen. Auch beschränken sie sich nicht nur auf eine Frau, Polygamie ist bei dem ostafrikanischen Volk weit verbreitet. Für den Mann haben außerdem Söhne einen viel höheren Stellenwert als Töchter und was die Bildung angeht, werden Frauen im Vergleich zu Männern weniger gefördert.
Auch wenn rein matrilineale und patrilineale Gesellschaften heute kaum mehr anzutreffen sind und vergleichsweise geringe Bevölkerungszahlen aufweisen, zeigt dieses Experiment, dass kulturelle Gewohnheiten einen starken Einfluss auf die Risikobereitschaft von Frauen und Männern haben können.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des geschlechtsspezifischen Einkommensunterschieds in Deutschland ein und skizziert den Aufbau der Arbeit durch eine theoretische Analyse sowie drei experimentelle Versuchsreihen.
2. Die aktuelle Lage in Deutschland: Dieses Kapitel beschreibt die strukturellen Determinanten des Gender Pay Gaps wie Bildung, Berufswahl und Erwerbsunterbrechungen und vergleicht die Situation Deutschlands mit dem EU-Durchschnitt.
3. Experimentelle Untersuchungen: Dieser Teil der Arbeit nutzt drei experimentelle Studien, um den Einfluss von Kultur, Leistungsanreizen, Selbsteinschätzung und Risikoaversion auf die Wahl von Vergütungsmodellen bei Männern und Frauen zu erforschen.
4. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird festgestellt, dass trotz struktureller Erklärungsfaktoren eine Abneigung von Frauen gegenüber wettbewerbsintensiven Vergütungsformen besteht, die teilweise auf Risikoeinstellungen und Selbsteinschätzungen zurückzuführen ist.
Gender Pay Gap, Einkommensgefälle, Experimentelle Wirtschaftsforschung, Risikoaversion, Wettbewerbsfähigkeit, Leistungsanreize, Selbsteinschätzung, Humankapital, Arbeitsmarkt, Geschlechtsspezifische Unterschiede, Vergütungssysteme, Produktivität, Matrilinealität, Patrilinealität, Diskriminierung.
Die Bachelorarbeit untersucht die Ursachen des geschlechtsspezifischen Einkommensgefälles in Deutschland. Sie kombiniert eine Analyse struktureller Faktoren mit experimentellen Ansätzen, um zu verstehen, warum Frauen trotz ähnlicher Qualifikationen häufig niedrigere Einkommen als Männer erzielen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die strukturellen Merkmale des Arbeitsmarktes wie Berufswahl, Arbeitszeitmodelle und Erwerbsunterbrechungen sowie verhaltensökonomische Aspekte wie Risikoneigung und Wettbewerbsverhalten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Faktoren zur Lohnlücke beitragen und insbesondere zu klären, inwieweit unterschiedliche Verhaltensweisen und Entscheidungen von Männern und Frauen in Wettbewerbssituationen eine Rolle spielen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zu strukturellen Gegebenheiten und wertet drei verschiedene experimentelle Studien aus, die ökonomische Entscheidungssituationen bei Männern und Frauen unter kontrollierten Laborbedingungen untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Lage in Deutschland sowie drei experimentelle Abschnitte, die kulturelle Unterschiede, das Verhalten im Wettstreit und die Wahl von Vergütungsformen bei fixer Alternativzahlung analysieren.
Wichtige Begriffe sind Gender Pay Gap, Risikoaversion, Wettbewerbsfähigkeit, Selbsteinschätzung, leistungsorientierte Bezahlung und strukturelle Segregation am Arbeitsmarkt.
Es wird der Kontrast zwischen den Khasi (einer matrilinearen Gesellschaft in Indien) und den Maasai (einer patriarchalischen Population in Tansania) untersucht, um den Einfluss kultureller Gewohnheiten auf die Risikobereitschaft und Wettbewerbsfähigkeit zu verdeutlichen.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine höhere Selbsteinschätzung der eigenen Leistung mit einer höheren Wahrscheinlichkeit korreliert, sich für eine wettbewerbsabhängige Bezahlung zu entscheiden, wobei Männer dazu neigen, ihren Erfolg häufiger zu überschätzen als Frauen.
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