Diplomarbeit, 2011
63 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Modellierung des Krankenhausmarktes
II.1 Besonderheiten des Krankenhausmarktes
II.2 Grundmodell und Lösungskonzept
II.3 Die wohlfahrtsoptimale Allokation als Referenzfall
II.4 Allgemeine Rahmenbedingungen der Regulierung
III. Langfristige Betrachtung: Standort- und Qualitätswettbewerb
III.1 Gleichgewicht im Standort- und Qualitätswettbewerb
III.2 Marktergebnisse weichen von wohlfahrtsoptimaler Allokation ab
III.3 Wohlfahrtssteigerungen durch Preisregulierung
III.3.1 Unrealistische Bedingungen für ein Wohlfahrtsoptimum
III.3.2 Partial Commitment: Verbesserungen gegenüber dem Marktergebnis
IV. Mittelfristige Betrachtung bei Einführung eines Preiswettbewerbs
IV.1 Gleichgewicht im Qualitäts- und Preiswettbewerb
IV.1.1 Sequentieller Wettbewerb
IV.1.2 Simultaner Wettbewerb
IV.2 Marktergebnisse weichen von wohlfahrtsoptimaler Allokation ab
IV.3 Verbesserungspotential durch Preisregulierung
V. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Wohlfahrtseffekte der Privatisierung von Krankenhäusern durch eine modelltheoretische Analyse des Krankenhausmarktes. Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob ein freier Wettbewerb im Gesundheitssektor zu sozial effizienten Ergebnissen führt oder ob staatliche Eingriffe, insbesondere durch Preisregulierung, ökonomisch gerechtfertigt sind.
II.1 Besonderheiten des Krankenhausmarktes
Um eine geeignete Modellierung des Krankenhausmarktes zu wählen, die auf plausiblen Annahmen basiert, werden wir im ersten Schritt eine Beschreibung des Gesundheitsmarktes vornehmen.
Der Gesundheitsmarkt lässt sich in drei Teilmärkte unterteilen, an denen jeweils verschiedene Akteure beteiligt sind. Für einen ersten Überblick über die spezifische Struktur des Gesundheitsmarktes sei auf folgende Abbildung von (Wasem & Geraedts, 2011) verwiesen:
Der Krankenhauswettbewerb unterscheidet sich von einem herkömmlichen Wettbewerb also insofern, dass die Leistungserbringer nicht vom Leistungsempfänger, sondern von Dritten, namentlich den Versicherungen, die Vergütung für ihre Leistung erhalten. Auf dem „Behandlungsmarkt“ (Wettbewerb der Krankenhäuser um die Patienten) wird der Wettbewerb demnach nicht über den Preis ausgetragen. Aufgrund der vollständigen Versicherung der Patienten haben die Preise im Kalkül der Patienten nur eine untergeordnete Rolle und diese wählen ein Krankenhaus in erster Linie nach Standort bzw. Spezialisierung auf bestimmte Leistungen und der Qualität der Behandlung aus. (Monopolkommission, 2007, S. 371)
I. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Untersuchung durch die zunehmende Privatisierung im Gesundheitswesen und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der ökonomischen Rechtfertigung staatlicher Eingriffe.
II. Modellierung des Krankenhausmarktes: Dieses Kapitel führt die methodischen Grundlagen ein, insbesondere ein modifiziertes Hotelling-Modell zur Abbildung von Standort- und Qualitätswettbewerb.
III. Langfristige Betrachtung: Standort- und Qualitätswettbewerb: Die Analyse zeigt, dass langfristiger Wettbewerb in diesem Modell zu einer suboptimale Qualität und übermäßiger horizontaler Differenzierung führt, was Regulierungsbedarf begründet.
IV. Mittelfristige Betrachtung bei Einführung eines Preiswettbewerbs: Es wird untersucht, welche Folgen die Einführung eines Preiswettbewerbs in der mittleren Frist hat, wobei das Modell Verzerrungen bei der Qualitätsentscheidung aufdeckt.
V. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass weitere Regulierungsmaßnahmen im Krankenhausmarkt ökonomisch sinnvoll erscheinen.
Krankenhausmarkt, Privatisierung, Wettbewerb, Wohlfahrtsökonomik, Preisregulierung, Qualität, Standortwettbewerb, Hotelling-Modell, horizontale Differenzierung, vertikale Differenzierung, Gesamtwohlfahrt, Marktmacht, Gesundheitspolitik, Effizienz, Spieltheorie
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Konsequenzen einer zunehmenden Privatisierung und Wettbewerbsausrichtung im Krankenhausmarkt unter wohlfahrtsökonomischen Aspekten.
Im Fokus stehen der Wettbewerb um Qualität und Standorte, die Rolle von Preisregulierungen sowie der Vergleich zwischen Marktgleichgewichten und einer sozial optimalen Allokation.
Das Ziel ist die ökonomische Bewertung, ob eine weitere Wettbewerbsausrichtung im Gesundheitssektor wohlfahrtssteigernd wirkt oder ob staatliche Interventionen notwendig bleiben.
Es wird ein spieltheoretischer Ansatz auf Basis eines Hotelling-Modells mit Erweiterungen für vertikale Produktdifferenzierung verwendet, ergänzt durch komparativ-statische Analysen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine langfristige Betrachtung von Standort- und Qualitätswettbewerb sowie eine mittelfristige Analyse, die explizit die Einführung eines Preiswettbewerbs modelliert.
Zentrale Begriffe sind Krankenhausmarkt, Wohlfahrtsökonomik, Preisregulierung, Qualität, Standortwettbewerb und horizontale bzw. vertikale Differenzierung.
Aufgrund von Anreizstrukturen vermeiden Krankenhäuser im Wettbewerb kostenintensive Qualitätsinvestitionen, um sich Preisspielräume zu erhalten, was zu einer suboptimalen Versorgungsqualität führt.
Die Preisregulierung kann als Instrument dienen, um Anreize für effiziente Qualitätsinvestitionen zu schaffen und so Marktverzerrungen durch den Wettbewerb zu korrigieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

