Masterarbeit, 2011
85 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Verbrauchsdatenanalyse
2.1 Auswahl des Gebäudes Technik III/2
2.2 Detailanalyse monatlicher Zählerstände
3 Bestandsaufnahme
3.1 Wärmeversorgung im Gebäude Technik III/2
3.2 Messtechnische Bestimmung der Wärmeverluste
3.3 Ermittlung des jährlichen Wärmeverbrauchs nach Nutzung
4 Maßnahmen im Netz der statischen Heizung
4.1 Dämmung von Pumpen und Armaturen
4.2 Regelung
4.3 Hydraulischer Abgleich
4.4 Erneuern von Thermostatventilen
4.5 Austausch der Pumpen
5 Maßnahmen im Netz der dynamischen Heizung
5.1 Anschluss der Weiss - Klimageräte
5.2 Außentemperaturregelung des dynamischen Netzes
5.3 Wärmeversorgung der Nachheizregister
5.4 Wärmerückgewinnung durch die Kälteanlage
5.5 Pufferspeicher der Wärmerückgewinnung
6 Abschaltung des Nahwärmenetzes im Sommer
7 Zusammenfassung der Einsparmaßnahmen
8 Fazit
A Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial zur Einsparung thermischer Energie in einem technischen Institutsgebäude der Universität Kassel und entwickelt hierzu ein systematisches Vorgehen zur Identifizierung von Effizienzmaßnahmen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, mit welchen konkreten technischen Maßnahmen in der Wärmeversorgungstechnik der Energieverbrauch langfristig gesenkt werden kann, ohne die Nutzung des Gebäudes zu beeinträchtigen.
4.1 Dämmung von Pumpen und Armaturen
Die Rohrleitungsdämmung ist für ein Bestandsgebäude auf einem guten Stand. Im Regelfall sind alle Rohrleitungen sowie größere Einbauten wie Absperrventile oder Schmutzfänger gedämmt. Als Dämmmaterial wird dabei üblicherweise Mineralwolle verwendet.
Ungedämmt sind dagegen typischerweise die folgenden Bestandteile des Heizungssystems (vgl. Abbildung 16):
• Absperrhähne
• Druckregulierventile
• Beimischventile
• Entlüftungsrohre
• Messtechnische Einrichtungen
• Pumpen und deren Flansche
Neben dem Heizungsnetz ist im Gebäude Technik III/2 auch ein Kaltwassernetz installiert. Die Kälte wird durch einen Verbund von 6 Kompressionskälteanlagen mit je 40 kW elektrischer Leistung bereitgestellt. Im Gegensatz zum Heizungssystem sind die Armaturen im Kaltwassernetz aus Gründen des Korrosionsschutzes gedämmt. In der DIN 4140 wird u.a. die Ausführung von Wärmedämmungen an betriebstechnischen Anlagen in der technischen Gebäudeausrüstung beschrieben. Die Ausführung der Dämmung von Einbauten an Kälteanlagen gelten danach „sinngemäß für Wärmedämmungen, wobei dann stets die […] Dampfbremse entfällt“ [DIN 4140, S. 53]. Die Abbildungen 17 und 18 machen den qualitativen Unterschied in der Ausführung von Kälte- und Wärmedämmungen im Gebäude Technik III/2 deutlich: Im Kaltwassernetz bleibt einzig der Motor der Pumpe ungedämmt; alle anderen Armaturen sind gedämmt.
1 Einleitung: Beschreibt die Relevanz der Energieeffizienz für die Universität Kassel und definiert das Ziel der Arbeit, Energieeinsparpotenziale in einem technischen Institutsgebäude systematisch zu untersuchen.
2 Verbrauchsdatenanalyse: Entwickelt eine Methodik zur Auswertung monatlicher Verbrauchsdaten, um geeignete Gebäude für eine detaillierte energetische Analyse auszuwählen.
3 Bestandsaufnahme: Dokumentiert den Aufbau der Wärmeversorgung im Gebäude Technik III/2 und schätzt mittels Messdaten die Höhe der Wärmeverluste ab.
4 Maßnahmen im Netz der statischen Heizung: Identifiziert Verbesserungspotenziale bei der Dämmung, Regelung, dem hydraulischen Abgleich, den Thermostatventilen und den Heizungspumpen.
5 Maßnahmen im Netz der dynamischen Heizung: Analysiert Optimierungsmöglichkeiten bei Klimageräten, der Außentemperaturregelung, den Nachheizregistern und der Wärmerückgewinnung.
6 Abschaltung des Nahwärmenetzes im Sommer: Diskutiert die Potenziale und technischen Herausforderungen bei einer sommerlichen Trennung des Gebäudes von der zentralen Wärmeversorgung.
7 Zusammenfassung der Einsparmaßnahmen: Führt die identifizierten technischen Maßnahmen und deren Potenziale tabellarisch und bewertend zusammen.
8 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Handlungsempfehlungen für das Energiemanagement und künftige Sanierungen.
A Anhang: Enthält das Literaturverzeichnis, Abbildungsverzeichnis und Tabellenverzeichnis.
Wärmeversorgung, Energieeffizienz, Universität Kassel, Gebäude Technik III/2, Verbrauchsdatenanalyse, Wärmeverluste, Statische Heizung, Dynamische Heizung, Hydraulischer Abgleich, Thermostatventile, Hocheffizienzpumpen, Wärmerückgewinnung, Nahwärmenetz, Energieeinsparverordnung, Energiemonitoring
Die Masterarbeit befasst sich mit der systematischen Identifizierung und Quantifizierung von Energieeffizienzmaßnahmen in der Wärmeversorgungstechnik, exemplarisch durchgeführt am Gebäude Technik III/2 der Universität Kassel.
Die Arbeit behandelt die Analyse von Verbrauchsdaten, die messtechnische Bestandsaufnahme der Wärmeverluste sowie technische Optimierungen in statischen und dynamischen Heizungsnetzen.
Das Ziel ist die Identifizierung konkreter technischer Maßnahmen zur langfristigen Senkung des Energieverbrauchs, ohne dabei die für den Betrieb erforderliche Energiebereitstellung zu beeinträchtigen.
Es wurde eine Kombination aus der Auswertung zählerbasierter Verbrauchsdaten, messtechnischen Leistungsmessungen am Gebäude sowie dem Vergleich mit energetischen Bewertungsverfahren nach DIN-Normen (z. B. DIN EN 15378) angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme und die detaillierte Ausarbeitung von Einsparmaßnahmen für die statische Heizung (z. B. Dämmung, hydraulischer Abgleich) sowie die dynamische Heizung (z. B. Klimageräte, Wärmerückgewinnung).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wärmeversorgung, Energieeffizienz, hydraulischer Abgleich, Hocheffizienzpumpen und Energiemonitoring charakterisieren.
Das Gebäude wies im Vergleich zu anderen Universitätsbauten hohe absolute und spezifische Wärmeverbrauchswerte auf, was auf ein signifikantes energetisches Einsparpotenzial hindeutete.
Die Kälteanlage bietet ein ungenutztes Potenzial zur Wärmeabgabe in das Netz der dynamischen Heizung, das jedoch derzeit aufgrund unpassender Temperaturniveaus und fehlender Regelung nicht ausgeschöpft wird.
Ja, der hydraulische Abgleich wurde beim Bau unterlassen, weshalb er als eine der wesentlichen Maßnahmen identifiziert wurde, um die Effizienz der Heizkörper und die Pumpenleistung zu optimieren.
Der Autor schlägt vor, die verbleibenden Nutzer (insbesondere Klimageräte) dezentral zu versorgen, etwa durch elektrische Durchlauferhitzer, um das Nahwärmenetz im Sommer stilllegen zu können und hohe Verteilungsverluste zu vermeiden.
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