Bachelorarbeit, 2011
58 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Konfliktbearbeitung der EU – Entwicklungen, Akteure, Instrumente
2.1 Entwicklungen des Konfliktmanagements in der EU
2.2 Instrumente und beteiligte Akteure
3. Afrikapolitik und Politik in Afrika
3.1 Die Afrikapolitik der EU
3.2 Politische Entwicklungen in Afrika
4. Ebenen der Kohärenz
5. Der Einsatz der EU in der Demokratischen Republik Kongo
5.1 Die Ausgangslage in der DR Kongo vor den Wahlen
5.1.1 Operation Artemis
5.1.2 EUPOL Kinshasa, EUPOL RD Congo und EUSEC RD Congo
5.2 EUFOR RD Congo
5.3 Kohärenz in der Konfliktbearbeitung durch die EUFOR RD Congo
5.3.1 Der Planungsprozess
5.3.2 In der Praxis
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das Krisenmanagement der Europäischen Union am Fallbeispiel der militärischen Mission EUFOR RD Congo im Jahr 2006. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit die EU als kohärenter Akteur auftreten konnte und welche Herausforderungen sich in der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern sowie in der internen Entscheidungsfindung ergaben.
5.1.1 Operation Artemis
Nachdem UNO-Generalsekretär Kofi Annan Frankreich um Unterstützung und militärische Leitung eines multinationalen Einsatzes in der DR Kongo gebeten hatte, initiierte Frankreich wiederum eine europäische Debatte, die die Mitgliedsstaaten der EU dazu veranlasste, eine Mission zu delegieren (Helly 2009: 182). Daraufhin beschloss die EU am 5. Juni 2003 die Entsendung der Operation Artemis (Rat der Europäischen Union 2003), einer etwa 2000 Mann starken Militäreinheit zur Unterstützung der MONUC im Distrikt Ituri, genauer gesagt in dessen Hauptstadt Bunia. Wie geplant übernahm Frankreich die Leitung der Operation, außerdem leisteten 14 Mitgliedstaaten und 3 weitere Nationen Beiträge dazu. Auf NATO-Strukturen wurde bei Operation Artemis nicht zurückgegriffen (Brüne 2008: 202).
Der Einsatz beendete eine Ära und veränderte das Erscheinungsbild der EU (Schmidt 2007: 106). Kritiker bemängeln zwar, dass, da die Mission eigentlich als französischer Einsatz mit Codenamen Operation Mamba geplant war und erst im Nachhinein europäisiert wurde, sie daher auch mehr französisch als europäisch geprägt war (Brüne 2008: 202), der Fortschritt, den sie bedeutete ist jedoch unbestritten. Zum einen war die Mission ein erster Testfall dafür, Interventionen unter dem Aspekt menschlicher Sicherheit durchzuführen (Grimm 2008: 92). Zum anderen nutzte die bisherige Zivilmacht EU nun auch erstmals die ihr zur Verfügung stehenden militärischen Instrumente zur Konfliktbearbeitung, somit war aus der Zivilmacht eine Friedensmacht geworden.
1. Einleitung: Beschreibt den Wandel der EU von einer reinen Wirtschaftsgemeinschaft zu einem sicherheitspolitischen Akteur und definiert die Forschungsfrage.
2. Die Konfliktbearbeitung der EU – Entwicklungen, Akteure, Instrumente: Analysiert die historischen Entwicklungen und die Entstehung der zivilen und militärischen Instrumente des Krisenmanagements.
3. Afrikapolitik und Politik in Afrika: Erläutert den Wandel der europäischen Afrikapolitik sowie die sicherheitspolitischen Entwicklungen und Akteure in Afrika, insbesondere die Rolle der Afrikanischen Union.
4. Ebenen der Kohärenz: Definiert theoretische Ebenen der Kohärenz (horizontale, inter- und intra-institutionelle, vertikale sowie Cross-organisational coherence) als Maßstab für die Analyse.
5. Der Einsatz der EU in der Demokratischen Republik Kongo: Untersucht die Mission EUFOR RD Congo als Fallbeispiel, angefangen bei der Ausgangslage und Planung bis hin zur Umsetzung und Zusammenarbeit mit anderen Akteuren.
6. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, bewertet den Erfolg der Mission und gibt Handlungsempfehlungen für zukünftiges Krisenmanagement.
EU, EUFOR RD Congo, Krisenmanagement, Kohärenz, Sicherheitssektorreform, MONUC, ESVP, Afrikanische Union, Konfliktbearbeitung, Demokratische Republik Kongo, Friedenssicherung, Multilateralismus, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, Mission.
Die Arbeit analysiert die Fähigkeit der Europäischen Union, im Bereich der Krisenbewältigung als einheitlicher und kohärenter Akteur aufzutreten, basierend auf dem konkreten Beispiel der Mission EUFOR RD Congo.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der europäischen Sicherheitspolitik, der speziellen Afrikapolitik der EU, den theoretischen Aspekten der Kohärenz und deren praktischer Anwendung bei einem militärischen Auslandseinsatz.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie kohärent die EU in ihrem Krisenmanagement agiert und welche Probleme bei der Umsetzung (Planung und Durchführung) von Friedensmissionen, insbesondere in Zusammenarbeit mit anderen internationalen Organisationen wie der UN, auftreten.
Es handelt sich um eine qualitative Fallstudienanalyse, die auf wissenschaftlicher Literatur, offiziellen EU-Dokumenten und Berichten basiert, um die theoretischen Kohärenzkonzepte an der Praxis der EUFOR-Mission zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Kohärenz, einen Abriss der Afrikapolitik der EU und eine detaillierte Fallstudie zur DR Kongo, inklusive der verschiedenen zivilen und militärischen EU-Einsätze sowie der kritischen Analyse von Planung und Praxis der EUFOR RD Congo.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie EU, EUFOR RD Congo, Krisenmanagement, Kohärenz, Sicherheitspolitik und Ownership-Prinzip charakterisieren.
Deutschland übernahm widerwillig die Führungsrolle der Mission, stellte jedoch strenge Bedingungen an das Mandat (zeitliche und räumliche Begrenzung, zusätzliche Legitimation durch UN-Mandat), was die intergouvernementale Problematik der EU-Entscheidungsprozesse verdeutlichte.
Probleme ergaben sich vor allem aus unterschiedlichen Kommandostrukturen, mangelndem Informationsaustausch über vertrauliche Daten und der Disproportionalität zwischen dem Bedarf der UN-Mission MONUC und dem tatsächlichen Beitrag der EUFOR.
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