Diplomarbeit, 2010
66 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Definitionen von Pädophilie
2.1 Definition nach dem DSM-IV-TR
2.2 Definition nach ICD 10 der WHO
2.3 Definition nach Brockhaus
2.4 Definition nach Pschyrembel
2.5 Zusammenfassung der Definitionen
3. Geschichtlicher Auszug
3.1 Antikes Griechenland
3.2 Das Mittelalter in Europa
3.3 Pädosexuellenbewegung in Deutschland
4. Gesetzliche Grundlagen gemäß des Strafgesetzbuches
4.1 § 174 StGB Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen
4.2 § 176 Sexueller Missbrauch von Kindern
§ 176a Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern
§ 182 Sexueller Missbrauch von Jugendlichen
5. Entstehung von Pädosexualität
5.1 Psychoanalytischer Ansatz
5.2 Ansatz der sozialen Lerntheorie
5.3 Vier-Faktoren-Modell nach Finkelhor
5.3.1 Faktor 1: Emotionale Übereinstimmung und Kongruenz
5.3.2 Faktor 2: Sexuelle Erregung gegenüber Kindern
5.3.3 Faktor 3: Blockade
5.3.4 Faktor 4: Enthemmung
6. Typologien der Pädophilie
6.1 Fixierte Täter-Typ
6.2 Regressiver Täter-Typ
6.3 Soziopathische oder antisoziale Täter-Typ
6.4 Erlebnis Täter-Typ
6.5 Inzest Täter-Typ
7. Strategien pädophiler Täter
7.1 Die Wahl der Opfer
7.2 Die Kontaktaufnahme
7.3 Die Vorbereitung beziehungsweise die Verführung des Opfers
7.4 Die Aufrechterhaltung
9. Vollzug und Therapie von Pädosexuellen
9.1 Die Therapie
9.2 Freiheitsentziehende Maßregel
10. Präventionsmodell „Kein Täter werden“
10.1 Entstehung des Projektes
10.2 Die Projektinhalte
10.2.1 Das Projekt allgemein
10.2.2 Die Projektziele
10.2.3 Die Therapieform
10.2.4 Die Therapieziele
10.2.5 Zwischenbericht von 2008
11. Präventionsarbeit
Die Diplomarbeit untersucht die Täterseite der Pädophilie und Pädosexualität, wobei das primäre Ziel darin besteht, ein tieferes Verständnis für die Entstehung, Tätertypen und Strategien zu entwickeln und die Bedeutung präventiver Ansätze anstelle rein repressiver Maßnahmen hervorzuheben.
7.2 Die Kontaktaufnahme
Für Pädophile gibt es heutzutage vielseitige Möglichkeiten den Kontakt mit Kindern herzustellen. Das Internet hat sich in der jüngsten Vergangenheit zu einer „Kontaktbörse“ entwickelt. Pädophile lernen dort ihre potentiellen Opfer in einer virtuellen Welt kennen und können Vertrauen sowie eine Beziehung zu ihnen aufbauen, ohne dass ein späteres Treffen ausgeschlossen ist.101
Täter, die Opfer außerhalb der familiären Struktur suchen, tun dies ganz gezielt. Sie suchen an Orten an denen sich Kinder oft aufhalten, um dann einen ersten Kontakt zu diesen herzustellen. Dabei nutzten viele Täter ganz einfache Kommunikations- und Umgangsformen wie beispielsweise Grüße, Fragen oder Auskünfte. Diese erleichtern die Kontaktaufnahme, da sie für das Kind normale Gesten darstellen.102
Andere Täter entscheiden sich bewusst für einen Beruf indem die Kontaktaufnahme zu einem Kind einfach ist. Zu diesen Berufen zählen die pädagogischen, medizinischen, therapeutischen und seelsorgerischen Bereiche. Das Ehrenamt bietet ebenfalls Möglichkeiten um den Kontakt zu potentiellen Opfern herzustellen.103
Die Institutionen werden von Tätern zielgerichtet ausgewählt, sodass die Arbeit ein hohes Maß an Sicherheit für die Kinder, Eltern und für die Mitarbeiter zu bieten scheint. Diese Sicherheiten werden beispielsweise durch klare Arbeitsanforderungen gegeben und werden vom Täter zum Ausbau seiner eigenen Vorteile genutzt.104
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Pädophilie ein, grenzt die Untersuchung auf die Täterseite ein und erläutert die Bedeutung präventiver Täterbehandlung.
2. Definitionen von Pädophilie: Das Kapitel stellt vier verschiedene Definitionen aus medizinischen und wissenschaftlichen Werken gegenüber, um den Begriff Pädophilie einzugrenzen.
3. Geschichtlicher Auszug: Es wird ein historischer Rückblick gegeben, der von der Antike über das Mittelalter bis zur pädosexuellen Bewegung in Deutschland reicht.
4. Gesetzliche Grundlagen gemäß des Strafgesetzbuches: Die rechtliche Dimension wird durch die Erläuterung relevanter Paragraphen des StGB (u.a. §§ 174, 176, 176a, 182) im Kontext des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen abgedeckt.
5. Entstehung von Pädosexualität: Dieses Kapitel vergleicht den psychoanalytischen Ansatz, die soziale Lerntheorie und das Vier-Faktoren-Modell nach Finkelhor, um die Ursachen pädophilen Verhaltens zu analysieren.
6. Typologien der Pädophilie: Die fünf wichtigsten Täter-Typen – fixiert, regressiv, soziopathisch, Erlebnis- und Inzest-Täter – werden hier differenziert beschrieben.
7. Strategien pädophiler Täter: Der Fokus liegt auf der Opferwahl, der Kontaktaufnahme sowie den Verführungs- und Geheimhaltungsstrategien der Täter.
9. Vollzug und Therapie von Pädosexuellen: Es werden psychologische Therapieansätze sowie der freiheitsentziehende Maßregelvollzug als Reaktion auf pädosexuelle Straftaten diskutiert.
10. Präventionsmodell „Kein Täter werden“: Vorstellung des Forschungsprojekts an der Charité Berlin, das therapeutische Angebote für potenzielle Täter im Dunkelfeld etabliert.
11. Präventionsarbeit: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Formen der Prävention und betont die Notwendigkeit von Täterprävention zum Opferschutz.
Pädophilie, Pädosexualität, sexueller Missbrauch, Täterarbeit, Prävention, Dunkelfeld, Kein Täter werden, Vier-Faktoren-Modell, Tätertypen, Strafgesetzbuch, Therapie, Kindesmissbrauch, Sozialpädagogik, Straftäter, Sexualpräferenz.
Die Arbeit befasst sich intensiv mit der Täterseite der Pädophilie und Pädosexualität, wobei sie historische, rechtliche, psychologische und präventive Aspekte beleuchtet.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Historie des Phänomens, rechtlichen Grundlagen, Modellen zur Entstehung von Pädosexualität, einer Typologisierung der Täter sowie modernen Präventionsansätzen.
Das Hauptziel ist es, einen Denkansatz zu bieten, das Thema Pädophilie nicht nur eindimensional zu sehen, sondern die Notwendigkeit präventiver Täterbehandlung im Dunkelfeld zur effektiven Prävention weiterer Übergriffe aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse und nutzt Daten aus dem Präventionsprojekt „Kein Täter werden“, um die Wirksamkeit und Notwendigkeit ambulanter Therapieangebote zu belegen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle zur Entstehung, eine Einteilung in verschiedene Täter-Typologien, eine detaillierte Aufarbeitung der Strategien pädophiler Täter und eine umfassende Darstellung von Vollzug, Therapie und Präventionsmodellen.
Wichtige Begriffe sind Pädophilie, Täterarbeit, Prävention, Dunkelfeld, StGB, Tätertypen, Therapie und Opferschutz.
Die Typologien dienen dazu, die Vielfalt pädophiler Täter besser zu verstehen, da sie unterschiedliche Motivstrukturen, Verhaltensweisen und Gefahrenpotenziale aufweisen.
Es dient als praxisorientiertes Beispiel dafür, dass Männer mit pädophiler Neigung, die das Problembewusstsein besitzen, freiwillig therapeutische Hilfe suchen können, um präventiv Taten zu verhindern.
Das Internet wird als Ort der anonymen Kontaktaufnahme und als Zugangsquelle für kinderpornografisches Material beschrieben, was die Gefahr für potenzielle Opfer erhöht.
Das Fazit betont, dass Täterarbeit der beste Opferschutz ist und der Ausbau von ambulanten Therapieangeboten essenziell ist, da die Eigenmotivation der Täter der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Therapie ist.
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