Bachelorarbeit, 2011
38 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretisches Fundament und Grundmodell der Bürokratietheorie
2.1 Definitionen und Bedingungen
2.1.1 Bürokratie, Büros und Bürokraten
2.1.2 Prinzipal-Agent-Theorie und bilaterales Monopol
2.2 Grundthesen
2.2.1 Budgetmaximierungshypothese
2.2.2 Optionsfixierungshypothese
2.2.3 Budget- und nachfragebeschränkte Gleichgewichtslösungen
3 Kritik und Modifizierung der Grundthesen
3.1 Budgetmaximierung
3.2 Optionsfixierung
4 Empirie
4.1 Empirische Befunde bezüglich der Budgetmaximierung
4.2 Empirische Befunde bezüglich der Optionsfixierung
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht die ökonomische Theorie der Bürokratie, insbesondere die grundlegenden Thesen von William A. Niskanen, und hinterfragt deren Haltbarkeit durch eine kritische Auseinandersetzung mit der Literatur sowie die Analyse empirischer Befunde.
2.2.2 Optionsfixierungshypothese
Um die Effizienz der Bürokratie ferner untersuchen zu können, werden auch bei der Betrachtung der Tauschbeziehungen zwischen Nachfrager und Anbieter mikroökonomische Instrumente und Ansätze benutzt. Die zweite wesentliche These in der niskanenschen Theorie beschreibt die Verteilung der Verhandlungsmacht zwischen Bürokraten und Politikern. Es wird gezeigt, dass der bürokratische Anbieter eine Verhandlungsmacht inne hat, die dem höchsten Grad an Monopolstellung gleichkommt, den die Mikroökonomie kennt: der Optionsfixierungsmacht. Niskanen bezieht sich bei dieser These explizit auf Gordon Tullock und relativiert, dass Büros den nachfragenden Politikern nicht wirklich eine „Alles-oder-Nichts-Wahl“ lassen, ihr Angebot jedoch ein „komplettes Paket“ ist, welches gegen ein festes Budget eingetauscht wird (Paketoffertenhypothese) (Niskanen 1974: 25). Dieser Umstand, dass zwischen Bürokratie und Regierung nur über den Umfang des Outputs und das dafür aufzuwendende Budget verhandelt wird, stellt für Niskanen (und später auch für Migué und Bélanger 1974: 30) eine ausreichende Bedingung für die Monopolstellung der Bürokratie dar.
1 Einleitung: Die Einleitung bettet das Thema in die Public-Choice-Theorie ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die wesentlichen Thesen von W. A. Niskanen kritisch zu analysieren.
2 Theoretisches Fundament und Grundmodell der Bürokratietheorie: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe, das Prinzipal-Agent-Verhältnis und stellt die theoretischen Kernhypothesen zur Budget- und Optionsmaximierung auf.
3 Kritik und Modifizierung der Grundthesen: Hier werden die ursprünglichen Thesen auf ihre wissenschaftliche Robustheit geprüft, kritisiert und durch neuere Ansätze zur Disziplinierung und Budgetkontrolle ergänzt.
4 Empirie: Das Kapitel vergleicht die theoretischen Modelle mit empirischen Fallstudien, insbesondere aus den USA, um die praktische Relevanz der Hypothesen zu evaluieren.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Theorie und diskutiert, inwieweit ökonomische Modelle bürokratisches Handeln in der Praxis erklären und beeinflussen können.
Bürokratietheorie, Public-Choice-Theorie, Budgetmaximierung, Optionsfixierung, Bilaterales Monopol, Prinzipal-Agent-Theorie, Öffentliche Güter, Verwaltungsökonomie, Discretionary Budget, Effizienz, Informationsasymmetrie, Politische Ökonomie, Staatsbedienstete.
Die Arbeit analysiert die ökonomische Theorie der Bürokratie, insbesondere die Thesen von William A. Niskanen, um das Verhalten von Bürokraten und staatlichen Organisationen aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht zu erklären.
Die zentralen Themen sind das Budgetverhalten von Verwaltungen, die Verhandlungsmacht von Bürokraten gegenüber Politikern sowie die kritische Überprüfung dieser Konzepte durch Theorievergleiche und empirische Studien.
Das Ziel ist die kritische Aufarbeitung und Reflexion der grundlegenden Thesen der ökonomischen Bürokratietheorie, um deren praktische Haltbarkeit und Erklärungsgehalt zu bewerten.
Die Arbeit nutzt die mikroökonomische Analyse, insbesondere Modellbetrachtungen der Neuen Institutionenökonomie und vergleicht diese mit den Ergebnissen empirischer Fallstudien.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des theoretischen Grundmodells, die kritische Diskussion und Modifizierung der Thesen durch andere Wissenschaftler sowie die empirische Überprüfung mittels verschiedener Studien.
Wichtige Begriffe sind Budgetmaximierung, Optionsfixierung, Prinzipal-Agent-Verhältnis und bilaterales Monopol.
Dabei wird angenommen, dass Bürokraten Politikern nicht mehrere Optionen zur Wahl stellen, sondern ein fertiges "Paket" zu einem fixen Budget anbieten, was die Verhandlungsmacht auf Seiten der Bürokratie stärkt.
Kritiker argumentieren, dass das Modell zu restriktiv ist und Bürokraten nicht zwingend nur das Budget maximieren, sondern auch Faktoren wie Macht, Komfort oder das diskretionäre Budget eine Rolle spielen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Theorie trotz ihrer Vereinfachungen wertvolle Einblicke bietet, aber für die Praxis (wie den Bürokratieabbau) durch eine Berücksichtigung von Anreizstrukturen und realen Kontrollmechanismen weiterentwickelt werden muss.
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