Bachelorarbeit, 2008
52 Seiten, Note: 1,5
1. Einführung: Eine Doppelgängergeschichte
2. Zur Rechtfertigung der psychoanalytischen Textinterpretation der Werke Die Elixiere des Teufels und Der Doppelgänger
3. Psychoanalytische Paradigmen zum Doppelgänger
3.1 Der Begriff des Ich in der Theorie Sigmund Freuds
3.2 Die Narzissmustheorie Sigmund Freuds
3.3 Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion von Jacques Lacan
3.4 Der Doppelgänger als Produkt des Narzissmus und der Ich-Problematik des Individuums
4. E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels
4.1 Einführende Worte zu Die Elixiere des Teufels
4.2 Prämissen der narzisstischen Spaltung
4.3 Das Doppelgängertum in die Elixiere des Teufels – Die Aufspaltung in das Ich, das Es und das Über-Ich
4.3.1 Das in seiner Identität schwankende Ich
4.3.2 Das Es – Der Doppelgänger Viktorin
4.3.3 Das Über-Ich – Der doppelgängerische Maler
4.4 Die Unüberwindbarkeit der narzisstischen Spaltung
5. Fjodor M. Dostojewski, Der Doppelgänger
5.1 Einführende Worte zu Der Doppelgänger
5.2 Prämissen der narzisstischen Spaltung
5.3 Ideal und Rivale
5.4 Das verkörperte schlechte Gewissen
5.5 Die Unüberwindbarkeit der narzisstischen Spaltung
6. Abschließendes Resümee der zentralen Kontinuitäten
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Motiv des Doppelgängers in den Werken "Die Elixiere des Teufels" von E.T.A. Hoffmann und "Der Doppelgänger" von Fjodor M. Dostojewski mithilfe psychoanalytischer Textinterpretationsmethoden, um die zugrunde liegenden unbewussten Strukturen der Ich-Spaltung zu ergründen.
4.3.1 Das in seiner Identität schwankende Ich
„Mein eignes Ich zum grausamen Spiel eines launenhaften Zufalls geworden, und in fremdartige Gestalten zerfließend, schwamm ohne Halt wie in einem Meer all der Ereignisse, die wie tobende Wellen auf mich hereinbrausten.“
E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels
Die Hoffnung Medardus’, mit dem Eintritt in die Welt ein Mehr an Ausgeglichenheit zu erlangen und die Erfahrung der inneren Unausgewogenheit zu überwinden, scheitert. Indessen kulminiert das seit seiner Klosterzeit ihm eigene narzisstisch bedingte Schwanken zwischen ekstatischen Sichemporheben und Gefühlen der Minderwertigkeit in einer Ich-Spaltung. Erstmals wird Medardus die Dissoziation seines Ichs in Folge des unwillkürlichen Mords des Grafen Viktorin bewusst. Medardus handelt wie von einer fremden Macht getrieben und „hohl und dumpf“ antwortet es aus ihm. Die Erfahrung nicht Herr seines Ich und seiner Rede zu sein, erweckt in ihm ein Gefühl der Entfremdung zu seinem eigenen Selbst. Von nun an lebt Medardus seine innere Gespaltenheit äußerlich mittels der Annahme mannigfacher fremder Identitäten aus. Von seinem eigentlichen Ich distanziert er sich völlig.
1. Einführung: Eine Doppelgängergeschichte: Dieses Kapitel verortet das Doppelgängermotiv als literarischen Ausdruck innerer Gespaltenheit im 19. Jahrhundert und führt die psychoanalytische Lesart als Instrument zu dessen Erschließung ein.
2. Zur Rechtfertigung der psychoanalytischen Textinterpretation der Werke Die Elixiere des Teufels und Der Doppelgänger: Es wird die historische Spiegelbeziehung zwischen Literatur und Psychoanalyse begründet und aufgezeigt, warum gerade die Werke von Hoffmann und Dostojewski für diese methodische Herangehensweise besonders geeignet sind.
3. Psychoanalytische Paradigmen zum Doppelgänger: Hier werden die theoretischen Grundlagen dargelegt, insbesondere Freuds Ich-Modell, seine Narzissmustheorie sowie Lacans Spiegelstadium als Ausgangspunkte für das Verständnis des Doppelgängers.
4. E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Doppelgängererscheinungen bei Medardus als komplexe Aufspaltung in das Es (Viktorin) und das Über-Ich (der Maler), hervorgerufen durch eine narzisstische Störung.
5. Fjodor M. Dostojewski, Der Doppelgänger: Die Untersuchung konzentriert sich auf die paranoide Entwicklung Goljadkins, bei der der Doppelgänger als Resultat einer pathologischen Identitätskrise und als Spiegelbild eines überstarken Narzissmus auftritt.
6. Abschließendes Resümee der zentralen Kontinuitäten: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die narzisstische Spaltung der Protagonisten in beiden Werken unüberwindlich bleibt und die Charaktere dauerhaft in ihren Wahngebilden gefangen hält.
Doppelgänger, Psychoanalyse, Ich-Spaltung, Narzissmus, E.T.A. Hoffmann, Fjodor M. Dostojewski, Sigmund Freud, Jacques Lacan, Identität, Wahnsinn, Über-Ich, Es, Unbewusstes, Paranoia, Literaturinterpretation.
Die Arbeit untersucht das literarische Motiv des Doppelgängers in zwei Werken des 19. Jahrhunderts aus psychoanalytischer Perspektive.
Die zentralen Themen umfassen die psychische Identitätsspaltung, den Narzissmus, die Rolle des Unbewussten und die psychologischen Hintergründe von Wahnvorstellungen in der Literatur.
Ziel ist es, mittels psychoanalytischer Theorien die unbewussten Strukturen der Ich-Spaltung in den Werken zu extrahieren und Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten in der Gestaltung des Doppelgängers aufzuzeigen.
Es wird eine psychoanalytische Textinterpretation angewandt, die sich primär auf die Theorien von Sigmund Freud, Otto Rank und Jacques Lacan stützt.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Doppelgängererscheinungen in "Die Elixiere des Teufels" und "Der Doppelgänger", wobei die Protagonisten Medardus und Goljadkin hinsichtlich ihrer psychischen Disposition untersucht werden.
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Doppelgänger, Narzissmus, Ich-Spaltung, Identität, Wahn und Psychoanalyse.
Bei Medardus erfolgt eine Aufspaltung des psychischen Apparats in zwei distinkte Doppelgängerfiguren (Viktorin als Es, Maler als Über-Ich), während bei Goljadkin der Doppelgänger primär als ambivalentes Spiegelbild fungiert, das sowohl Ideal-Ich als auch Rivale verkörpert.
Das Spiegelstadium dient als Erklärungsmodell für die Identitätskonstitution und -entfremdung, wobei die Begegnung mit dem Doppelgänger als Krise verstanden wird, in der das Individuum seine Zerrissenheit nicht überwinden kann.
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