Bachelorarbeit, 2007
68 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Beschreibung des Vorgehens
1.2 Auswahl des Literaten, des Mediums und der Methode
1.3 Erfassung von Lessings Korrespondenz
2. Was sind Netzwerke?
2.1 Entwicklungen der Netzwerkanalyse
2.1.1 Erste Grundlagen bei Georg Simmel und Jacob Levy Moreno
2.1.2 Einfluss der mathematischen Graphentheorie
2.1.3 Die Manchester Sozialanthropologen
2.1.4 Gruppe der Harvard-Strukturalisten
2.1.5 Einflüsse Pierre Bourdieus
2.1.6 Einflüsse Niklas Luhmanns
2.2 Zusammenfassung zur Entwicklung der Netzwerkanalyse
2.3 Netzwerkanalyse und Germanistik
2.4 Ego-zentrierte Netzwerkanalyse
3. Der Brief
3.1 Von der Antike bis zum 18. Jahrhundert
3.2 Im 18. Jahrhundert
3.3 Erläuterungen zu den Briefen Lessings
4. Vorstellung und Beschreibung der Datenerhebung
4.1 Darstellungsweise der Graphiken
4.2 Die einzelnen Erhebungszeiträume
4.2.1 Leipzig – 1756 und 1757
4.2.2 Hamburg – 1767 und 1768
4.2.3 Wolfenbüttel – 1776 und 1777
4.3 Frauen innerhalb des Briefwechsels
4.4 Betrachtung einzelner Briefpartner
4.4.1 Moses Mendelssohn
4.4.2 Friedrich Nicolai
4.4.3 Christian Friedrich Voß
4.4.4 Johann Joachim Eschenburg
4.4.5 Johann Gottfried Lessing
4.4.6 Karl Gotthelf Lessing
4.4.7 Eva König
4.5 Anrede- und Grußformeln der jeweiligen Statusgruppen
5. Schluss
Diese Arbeit untersucht die persönliche Lebenswelt von Gotthold Ephraim Lessing durch eine netzwerkanalytische Auswertung seines Briefwechsels. Ziel ist es, Lessings Einbettung in soziale Strukturen sowie die Entwicklung seines Korrespondenzsystems anhand ausgewählter Zeiträume zu rekonstruieren.
1.2 Auswahl des Literaten, des Mediums und der Methode
Warum ausgerechnet Lessing? Diese Frage kann anhand mehrerer Gründe beantwortet werden. Zum einen ist Lessing einer der wichtigsten deutschen Vertreter der Aufklärungsepoche, woraus seine bis heute anhaltende Bekanntheit nicht nur in germanistischen Fachkreisen resultiert. Zum anderen gewährleistet seine Briefkorrespondenz mit 148 Adressaten und ca. 1700 Briefen eine gewisse Erfassbarkeit, da sie im Vergleich zu den Briefwechseln anderer Literaten als übersichtlich bezeichnet werden kann.
Der Brief, mit dessen Hilfe die ego-zentrierte Netzwerkanalyse durchgeführt wird, spiegelt diese Erscheinungen wider. Im 18. Jahrhundert avanciert der Brief zum entscheidenden Konversationsmedium. Nach Robert Vellusig ersetzt in diesem Jahrhundert die Schriftlichkeit die bis hierhin vorherrschende Mündlichkeit (Vgl. Vellusig 2000:9). Ein anderer Grund der für das Medium Brief spricht, ist die Tatsache, dass Lessing seit über 200 Jahren tot ist und er demzufolge nicht mehr persönlich nach seiner Lebenswelt befragt werden kann. Dagegen sind seine Briefe, die als private Zeugnisse dienen können, bis zum heutigen Tag erhalten, wodurch mithilfe netzwerkanalytischer Methoden die Möglichkeit besteht einen Teil seiner Lebenswelt zu rekonstruieren.
Die Methode der ego-zentrierten Netzwerkerhebung eignet sich speziell für die Ermittlung von personenbezogenen Daten, da insbesondere bei ihr die zu untersuchende Person im Zentrum der Analyse steht. Mit dieser Methode ist es möglich die Einbettung eines Akteurs in seine soziale Umwelt festzustellen. Im Anschluss an die Einführungen zur Netzwerkanalyse erfolgt eine ausführliche Erläuterung dieser Methode.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob die Welt vor 250 Jahren bereits ein Netzwerk war, und definiert Lessings Briefwechsel als primäre Datenquelle für die Netzwerkanalyse.
2. Was sind Netzwerke?: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Netzwerkanalyse erarbeitet, beginnend bei Pionieren wie Simmel und Moreno bis hin zu modernen Einflüssen wie Bourdieu und Luhmann.
3. Der Brief: Dieser Abschnitt behandelt die historische Entwicklung des Briefes als Medium vom Altertum bis zum 18. Jahrhundert und analysiert dessen zentrale Bedeutung für die Aufklärung.
4. Vorstellung und Beschreibung der Datenerhebung: Das methodische Vorgehen wird erläutert, wobei der Fokus auf den Erhebungszeiträumen 1756/57, 1767/68 und 1776/77 sowie der Analyse von Anrede- und Grußformeln liegt.
5. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass Lessing durch seine Briefe und die angewandten Netzwerkanalysen als sozial eingebundene Persönlichkeit rekonstruiert werden kann, deren Netzwerk sich über die Jahre deutlich verdichtet hat.
Gotthold Ephraim Lessing, Netzwerkanalyse, Briefkultur, Aufklärung, Soziologie, Germanistik, ego-zentriertes Netzwerk, Sozialkapital, 18. Jahrhundert, Korrespondenz, soziale Einbettung, Briefe, Statusgruppen, Strukturgeschichte, Kommunikationsmedium.
Die Arbeit untersucht das soziale Netzwerk des Dichters Gotthold Ephraim Lessing anhand seiner überlieferten Briefe, um seine Lebenswelt mittels netzwerkanalytischer Methoden zu rekonstruieren.
Die Arbeit verbindet Germanistik und Soziologie. Zentrale Themen sind die Entwicklung der Netzwerkanalyse, die Geschichte der Briefkultur im 18. Jahrhundert und die empirische Auswertung von Lessings Korrespondenz.
Das Ziel ist es, Lessings Einbettung in seine soziale Umwelt zu analysieren und zu zeigen, wie sich seine persönlichen Beziehungen im Laufe der Zeit in Bezug auf Umfang und Status verändert haben.
Die Arbeit verwendet die Methode der ego-zentrierten Netzwerkanalyse, um die Struktur von Lessings direktem Kontaktnetzwerk zu erfassen und zu visualisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Netzwerkanalyse, eine Abhandlung über die Geschichte des Briefes im 18. Jahrhundert sowie die detaillierte empirische Auswertung von drei Erhebungszeiträumen.
Die zentralen Schlagworte sind Lessing, Netzwerkanalyse, Briefkultur, Aufklärung, Korrespondenz und soziale Einbettung.
Um eine repräsentative und vergleichbare Datenmenge zu erhalten, wurden drei Zeitabschnitte im Abstand von etwa zehn Jahren gewählt, die jeweils produktive und intensive Phasen in Lessings Biografie darstellen.
Sie dienen dem Autor als Indikatoren für den sozialen Status der Briefpartner und spiegeln die Veränderung der persönlichen Bindungen sowie der gesellschaftlichen Etikette im 18. Jahrhundert wider.
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