Bachelorarbeit, 2010
38 Seiten, Note: 1,5
Einführung
Kapitel I. Schreiben gegen das Vergessen
Kapitel II. Das Bild der nationalsozialistischen Zeiten in Die Blechtrommel
Kapitel III. Die Darstellung des Krieges im Buch Die Blechtrommel und dessen Einfluss auf die Helden
Kapitel IV. Die Darstellung der Nachkriegszeiten in Die Blechtrommel
Kapitel V. Der geschichtliche Hintergrund der Entstehung Die Blechtrommel und die literarische Überraschung
Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Darstellung historischer Ereignisse in Günter Grass’ Roman „Die Blechtrommel“ zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Aufarbeitung des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs sowie der Nachkriegszeit und deren Auswirkungen auf das Schicksal der Romanfiguren in einer kleinbürgerlichen Umgebung.
II. Das Bild der nationalsozialistischen Zeiten in Die Blechtrommel.
Die Blechtrommel ist eine genaue Darstellung des Hitlerregimes und der nationalsozialistischen Zeit. Die nationalsozialistischen Erscheinungen sind an die Erlebnisse des Helden gebunden, sie werden aus der Perspektive kleinbürgerlicher Bewohner Danzigs (Kolonialwaren-, Gemüse- und Spielwarenhändler, Bäcker, Berufsmusiker oder Postbeamte ) und Soldaten erzählt. Günter Grass stellt im Roman die Bedingungen für die Entstehung des Nationalsozialismus dar. Oskars Distanz ist nicht repräsentativ für das Verhalten des Kleinbürgertums zum Nationalsozialismus. Sie lässt aber als typisch (schichtspezifisch) erkennen, dass das Wissen über die nationalsozialistischen Ereignisse in die Peripherie des Durchschnittsbewusstseins gehört, solange sie nicht in Erscheinung tritt. Die Massenwirksamkeit beginnt bei der Bedienung starker visueller und akustischer Kollektivreize, die die emotionale Idealisierung und die geselligen Identifikationsangebote bereitstellen (z. B. beim Eintritt des Trompeters Meyn in das Musikkorps der Reiter-SA). Der Beweis dieser These ist zweifellos die große Tribünenszene, in der Oskar als ein versteckter Trommler eine NS Kundgebung in ein Volksfest auf der Maiwiese verwandelt. Als Protest gegen die Schrecken seiner Umgebung saß Oskar weder auf der Tribüne noch vor der Szene. Er trommelt hinter bzw. unter der Tribüne den Marsch in den Dreiertakt des Walzers um.
Was ist aber diese Tribüne? Sie war immer symmetrisch gebaut, von oben nach unten befanden sich sechs Hackenkreuzbanner nebeneinander. Dazu Wimpel, Fahnen und Standarten. Erst eine Reihe schwarze SS mit Sturmriemen unter Kinn. Dann zwei Reihen SA, die während der Singerei und Rederei die Hände am Koppelschloß hielten. Dann sitzend mehrere Reihen uniformierter Parteigenossen, hinter dem Rednerpult gleichfalls Pg’s, Frauenschaftsführerinen mit Müttergeschichtern, Vertreter des Senates in Zivil, Gäste aus dem Reich und der Polizeipräsident oder sein Stellvertreter.
Einführung: Der Autor erläutert das Ziel der Arbeit, die Darstellung der Geschichte in „Die Blechtrommel“ entlang der drei Zeitperioden Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit zu analysieren.
Kapitel I. Schreiben gegen das Vergessen: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle des Romans als Zeitroman und diskutiert die schwierige Abgrenzung zwischen historischer Darstellung und der psychologischen Verankerung der Figuren im Kontext der deutschen Vergangenheit.
Kapitel II. Das Bild der nationalsozialistischen Zeiten in Die Blechtrommel: Hier wird untersucht, wie Grass das Hitlerregime aus der Perspektive von Danziger Kleinbürgern schildert und welche Mechanismen zur Anpassung und Idealisierung des Nationalsozialismus in der Gesellschaft führten.
Kapitel III. Die Darstellung des Krieges im Buch Die Blechtrommel und dessen Einfluss auf die Helden: Die Analyse konzentriert sich auf die indirekte Darstellung des Kriegsgeschehens, die passive Haltung vieler Charaktere und die Groteske als Mittel zur Konfrontation mit der Kriegsrealität.
Kapitel IV. Die Darstellung der Nachkriegszeiten in Die Blechtrommel: Dieses Kapitel behandelt die Problematik der Flucht, Vertreibung und die Schwierigkeit der deutschen Gesellschaft, sich nach 1945 kritisch mit der eigenen Schuld und Geschichte auseinanderzusetzen.
Kapitel V. Der geschichtliche Hintergrund der Entstehung Die Blechtrommel und die literarische Überraschung: Abschließend wird der Kontext der deutschen Nachkriegsliteratur, insbesondere der „Gruppe 47“, und der Einfluss der eigenen Biografie von Günter Grass auf die Entstehung des Werks beleuchtet.
Günter Grass, Die Blechtrommel, Nationalsozialismus, Zeitroman, Danzig, Zweiter Weltkrieg, Nachkriegszeit, Kollektivschuld, Vergangenheitsbewältigung, Oskar Matzerath, Kleinbürgertum, Literatur, Gruppe 47, Geschichte, Verdrängung.
Die Arbeit untersucht die Darstellung der historischen Epochen des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit im Roman „Die Blechtrommel“ von Günter Grass.
Zentrale Themen sind die psychologische und gesellschaftliche Verankerung des Nationalsozialismus, die Rolle des Kleinbürgertums, die Verdrängung der Schuld sowie die literarische Aufarbeitung von Krieg und Flucht.
Ziel ist es, die These zu untermauern, dass „Die Blechtrommel“ als bedeutender Zeitroman fungiert, der die Schrecken der Geschichte aufarbeitet und vor der Verleugnung der eigenen Verantwortung warnt.
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse des Romans in Verbindung mit einer Auswertung zeitgenössischer Publikationen, Kommentare und diskursiver Analysen des Werks von Günter Grass.
Der Hauptteil gliedert sich in fünf Kapitel, die von der Entstehung des Nationalsozialismus über das Kriegsgeschehen aus der Perspektive Oskars bis hin zur Nachkriegssituation und den geschichtlichen Hintergründen des Autors reichen.
Begriffe wie Vergangenheitsbewältigung, Kollektivschuld, historische Groteske, Zeitroman und die Rolle des Mitläufers sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Oskar dient als metaphorische Identifikationsfigur, deren Distanz zum kleinbürgerlichen Umfeld es erlaubt, die Absurdität der politischen Ereignisse und die emotionale Leere der Zeit kritisch zu beleuchten.
Die „Zwiebelkeller“-Episode im Roman wird als starkes Symbol für die deutsche Unfähigkeit zu echtem, aufrichtigem Trauern und für die künstliche, erzwungene Auseinandersetzung mit der Geschichte gewertet.
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