Masterarbeit, 2011
95 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Resilienzforschung
2.2.1 Entwicklung der Resilienzforschung
2.2.2 Zentrale Konzepte der Resilienzforschung
2.2.2.1 Das Konzept der Salutogenese von Antonovsky
2.2.2.2 Das Risikofaktorenkonzept
2.2.2.3 Das Schutzfaktorenkonzept
2.2.3 Das Zusammenwirken von Risiko- und Schutzfaktoren
2.2.3.1 Die Beeinträchtigungs – Ressourcen - Konstellation nach Staudinger (1999)
2.2.3.2 Das Rahmenmodell von Resilienz nach Kumpfer (1999)
3. Empirische Befunde zur Resilienzforschung
3.1 Beschreibung wichtiger Studien aus der Resilienzforschung
3.1.1 Die „Kauai-Längsschnittstudie“
3.1.2 Die „Mannheimer Risikokinderstudie“
3.1.3 Die „Bielefelder Invulnerabilitätsstudie“
3.2 Ergebnisse der empirischen Forschung
3.2.2 Resilienzfaktoren
3.2.2.1 Personale Ressourcen
3.2.2.2 Soziale Ressourcen
3.2.3 Geschlechterspezifische Varianzen bei der Entwicklung von Resilienz
3.2.3.1 Geschlechterbedingte Faktoren auf der individuellen Ebene
3.2.3.2 Geschlechterbedingte Faktoren auf der sozialen Ebene
3.2.4 Die Bedeutung von Bindungen: Psychische Sicherheit als Voraussetzung für die Entwicklung von Resilienz
3.2.4.1 Entwicklungsneurobiologische Erkenntnisse
4. Prävention und Intervention
4.1. Anforderungen an resilienzorientierte Präventionsprogramme in Bildungseinrichtungen
4.1.1 Resilienzförderung von Vorschulkindern
4.1.2 Resilienzförderung von Schulkindern
4.1.3 Programme zur Förderung von Resilienz
4.1.4 Programme für Bezugspersonen
5. Eigenes Konzept zur Förderung von Resilienz
6. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht das Phänomen der Resilienz und dessen gezielte Förderung im pädagogischen Kontext. Ziel ist es, grundlegende Konzepte der Resilienzforschung verständlich darzustellen, zentrale empirische Langzeitstudien zu beleuchten und die Bedeutung dieser Erkenntnisse für die pädagogische Praxis – insbesondere für die Arbeit mit Kindern unter belastenden Lebensbedingungen – abzuleiten und ein eigenes Förderkonzept zu entwerfen.
2.2.2.1 Das Konzept der Salutogenese von Antonovsky
Zu dem genannten Perspektivenwechsel von einem risikoorientierten zu einem ressourcenorientierten Modell in den Human- und Sozialwissenschaften Anfang der 1970er Jahre hat das Konzept der Salutogenese (Salus,lat.= Unverletztheit, Heil) des Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1979) erheblich beigetragen. Für Antonovsky stand die Frage im Vordergrund: „Wie wird ein Mensch mehr gesund und weniger krank?“ (Bengel, Strittmatter und Willmann 2001, S.24). Anstatt sich darauf zu konzentrieren, was einen Menschen krank macht, sollte man seiner Ansicht nach vielmehr darauf schauen, was die Person trotz vieler gesundheitsgefährdender Einflüsse gesund erhält. Folglich wurde die Suche nach spezifischen Krankheitsursachen um die Suche nach gesunderhaltenden und -fördernden Maßnahmen erweitert.
Worin sich diese „salutogenetische Blickrichtung“ (Wustmann 2011, S.26) im Vergleich zum vorherrschenden Denken der damaligen Medizin unterscheidet, hat Antonovsky mit einer Metapher veranschaulicht: Menschen schwimmen in einem Fluss voller gefährlicher Strudel und Stromschnellen. Der Fluss symbolisiert das individuelle Leben eines Menschen, welches – genau wie der Verlauf des Flusses – sehr unterschiedlich sein kann. Der Schwimmer in dem Fluss muss Hindernisse, wie Stromschnellen, Strudel und gefährliche Tiere überwinden, im wahren Leben Armut, Krankheit und Krisen. Um mit diesen Hindernissen zurechtzukommen, braucht der Mensch Ressourcen und Schutzfaktoren. Beim pathogenetischen Ansatz, dem Risikofaktorenmodell, wird probiert, den Schwimmer in einer gefährlichen Situation zu retten. Im salutogenetischen Modell wird man versuchen, den Menschen zu einem guten Schwimmer auszubilden, oder ihm das Schwimmen zu erleichtern, damit er alleine die schwierigen Situationen meistern kann (vgl. Bengel, Strittmatter und Willmann, 2001, S.141; Kipker 2008, S.25). Für Antonovsky ist es also wichtig, dass Faktoren gefunden werden, die trotz aller gegebenen Widrigkeiten des Lebens gute Perspektiven ermöglichen (vgl. Kipker 2008, S.25).
1. Einleitung: Die Arbeit begründet das Interesse an Resilienz aus einer pädagogisch-psychologischen Perspektive und skizziert die Relevanz der Resilienzförderung für die Praxis.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Resilienz und stellt zentrale Konzepte vor, darunter das Risikofaktorenkonzept, das Schutzfaktorenkonzept und das Salutogenese-Modell.
3. Empirische Befunde zur Resilienzforschung: Hier werden maßgebliche Langzeitstudien vorgestellt und deren Ergebnisse zu personalen und sozialen Ressourcen sowie geschlechterspezifischen Aspekten analysiert.
4. Prävention und Intervention: Das Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse in die praktische Pädagogik und stellt verschiedene Programme für Kinder und Bezugspersonen vor.
5. Eigenes Konzept zur Förderung von Resilienz: Die Autorin entwirft basierend auf der Forschung ein eigenes pädagogisches Training zur Förderung der Resilienz, das auf Bewusstseinserweiterung und kommunikativen Strategien basiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Kinder durch die Stärkung von Ressourcen bei der Bewältigung schwieriger Lebensbedingungen zu unterstützen.
Resilienz, Resilienzförderung, Pädagogik, Salutogenese, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Bindungsforschung, Stressbewältigung, Kindesentwicklung, Entwicklungsrisiken, Pädagogische Praxis, Prävention, Intervention, Selbstwirksamkeit, psychosoziale Ressourcen
Die Arbeit befasst sich mit der Resilienz von Kindern, also ihrer psychischen Widerstandsfähigkeit gegenüber Entwicklungsrisiken, und wie diese durch pädagogische Maßnahmen gezielt gestärkt werden kann.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Resilienz, die Analyse empirischer Langzeitstudien, die Bedeutung von Bindungserfahrungen sowie konkrete Ansätze für Prävention und Intervention im pädagogischen Alltag.
Das primäre Ziel ist es, die Konzepte der Resilienzforschung für die pädagogische Praxis nutzbar zu machen, um Pädagogen bei der Förderung von Kindern in belastenden Lebenssituationen zu unterstützen.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literatur- und Theorieanalyse sowie die Auswertung relevanter empirischer Langzeitstudien aus der Resilienzforschung, um daraus praktische Interventionsmöglichkeiten abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Konzepte (Salutogenese, Risiko-/Schutzfaktoren), eine ausführliche Darstellung der empirischen Befunde zu Resilienzfaktoren und deren Förderung in Bildungseinrichtungen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Resilienz, Ressourcenorientierung, Bindungssicherheit, Prävention und pädagogische Handlungskompetenz geprägt.
Das eigene Konzept (PÄTREK) zielt spezifisch auf die Bewusstseinserweiterung von Pädagogen ab und integriert konkrete kommunikative Trainingsmethoden für den unmittelbaren Kita- oder Schulalltag.
Die Arbeit betont, dass eine sichere Bindung und eine feinfühlige Interaktion zwischen Bezugspersonen und Kind eine elementare Voraussetzung für die Entwicklung von Resilienz darstellen.
Die Autorin stellt heraus, dass Mädchen und Jungen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen (z. B. Pubertät) differenzierten Risiken ausgesetzt sind und somit jeweils spezifische Schutzfaktoren benötigen.
Die Haltung der Fachkräfte, geprägt von Empathie, Wertschätzung und Struktur, bildet die notwendige Basis, damit resilienzfördernde Maßnahmen in der Praxis erfolgreich wirken können.
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