Magisterarbeit, 2010
101 Seiten, Note: 1,3
Darlegung des Erkenntnisinteresses
1. Theoretische Überlegungen
1.1 Spracherwerb
1.1.1 Normaler Spracherwerbsverlauf und individuelle Abweichungen
1.1.2 Der Erwerb des Lexikons
1.1.3 Spracherwerbstheorien – „Nature versus Nurture“
1.1.4 Bruners interaktionistische Theorie zum Wortbedeutungserwerb
1.1.5 Die an das Kind gerichtete Sprache
1.2 Late Talker
1.2.1 Begriffsklärung
1.2.2 Das Phänomen „Late Bloomer“
1.2.3 Prävalenz und Ursachen
1.2.4 Besonderheiten im Spracherwerb
1.2.5 Diagnostische Möglichkeiten
1.2.6 SSES als mögliche Folge – und die Bedeutung einer Frühintervention
1.3 Das Bilderbuch
1.3.1 Emergent Literacy
1.3.2 Förderung sprachlicher Fähigkeiten
1.3.3 Unterschiede in der sprachlichen Mutter-Kind-Interaktion
1.3.4 Das Konzept „Dialogic Reading“
2. Zielsetzung und Methode
2.1 Untersuchungsfrage
2.2 Vorüberlegungen
2.3 Beschreibung der Stichprobe
2.3.1 Gruppe 1
2.3.2 Gruppe 2
2.4 Durchführung
2.4.1 Ablauf
2.4.2 Erhebungsinstrumente
2.4.3 Kodierung und Analyse der Mutter-Kind-Interaktion
3. Ergebnisse
3.1 Kindliches Sprach- und Interaktionsverhalten
3.1.1 Gruppe 1
3.1.2 Gruppe 2
3.2 Mütterliches Sprach- und Interaktionsverhalten
3.2.1 Gruppe 1
3.2.2 Gruppe 2
3.2.3 Übertragung auf die Beurteilungsskala
4. Diskussion
4.1 Interpretation der Ergebnisse
4.1.1 Gruppe 1
4.1.2 Gruppe 2
4.1.3 Vergleich der beiden Gruppen
4.2 Reflexion der Untersuchungsfragen
4.3 Methodenreflexion
5. Zusammenfassung & Ausblick
Diese Magisterarbeit untersucht die Unterschiede im sprachlichen Interaktionsverhalten zwischen Müttern normal entwickelter Kinder und Müttern von Late-Talker-Kindern während der gemeinsamen Bilderbuchbetrachtung, um Aufschlüsse über Einflussfaktoren auf den Spracherwerbsprozess zu gewinnen.
1.3.4 Das Konzept „Dialogic Reading“
Neben den natürlich auftretenden Lese-Stilen und Unterschieden in der Interaktion von Müttern und ihren Kindern während der Buchbetrachtung (vgl. Reese et al. 2003; s. 2.3.5) gibt es speziell entwickelte Konzepte, die ihren Fokus auf eine optimale Förderung der sprachlichen Fähigkeiten legen. Besondere Beachtung soll in dieser Arbeit der Ansatz des „Dialogic Reading“ bzw. des „dialogischen Lesens“ erhalten. Diese Lesetechnik hat keinen eindeutigen Ursprung bzw. lässt sich deren Entwicklung nicht auf einen einzelnen Autor zurückführen. Der Begriff wurde jedoch zweifellos vor allem durch den amerikanischen Psychologen Grover J. Whitehurst und seine Kollegen geprägt, die bereits in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts diese Technik des gemeinsamen Lesens beschrieben (WWC 2007).
Im Folgenden wird das Vorgehen beim dialogischen Lesen dargestellt, bevor verschiedene Studien vorgestellt werden, die die Effektivität des Konzepts untersuchen.
Das Konzept
„No one can learn to play the piano just by listening to someone else play. Likewise, no one can learn to read just by listening to someone else read.“ (Whitehurst 1992, 1)
Diese metaphorische Aussage Whitehursts spiegelt die Idee des dialogischen Lesens wider, das sich vor allem durch einen Rollentausch zwischen Erzieher und Kind auszeichnet. Anders als beim klassischen Vorlesen, bei dem das Kind oftmals als passiver Zuhörer auftritt, soll es nun in die aktive Rolle des Erzählers hineinwachsen. Dabei kommt dem Erwachsenen die Aufgabe, das Kind durch Fragen, Erweiterungen und Lob anzuregen und zu fördern (WWC 2007). Damit dieser Rollenwechsel gelingt, setzt der Erwachsene spezielle Techniken ein, die im Folgenden zusammengefasst werden.
1. Theoretische Überlegungen: Dieses Kapitel liefert die wissenschaftliche Basis, indem es den Spracherwerb, die Phänomenologie der "Late Talker" sowie die Bedeutung von Bilderbüchern und dialogischem Lesen theoretisch fundiert darlegt.
2. Zielsetzung und Methode: Hier werden die Forschungsfrage abgeleitet und das qualitative methodische Vorgehen, einschließlich der Stichprobenbeschreibung und der Erhebungsinstrumente, präzise definiert.
3. Ergebnisse: Dieses Kapitel dokumentiert die gewonnenen Daten zum sprachlichen Interaktionsverhalten der Kinder und Mütter beider Gruppen, unterteilt nach den untersuchten Dyaden.
4. Diskussion: Die Ergebnisse werden hier kritisch interpretiert, mit theoretischen Ansätzen verglichen und reflektiert, wobei auch die gewählte methodische Vorgehensweise kritisch gewürdigt wird.
5. Zusammenfassung & Ausblick: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und stellt Überlegungen zu zukünftigen Forschungsnotwendigkeiten an.
Spracherwerb, Late Talker, Mutter-Kind-Interaktion, Dialogic Reading, Sprachförderung, Sprachentwicklungsstörung, SSES, Bilderbuchbetrachtung, qualitative Inhaltsanalyse, dialogisches Lesen, kognitive Komplexität, Interaktionsverhalten, Frühintervention, Schriftspracherwerb, Sprachstand.
Die Arbeit untersucht das sprachliche Interaktionsverhalten von Müttern im Vergleich zwischen zwei Gruppen: Müttern normal entwickelter zweijähriger Kinder und Müttern von sogenannten "Late Talkern".
Die zentralen Themen sind der frühe Spracherwerb, die Rolle der Umgebungssprache (Input), das Phänomen der "Late Talker" sowie die Wirkung gemeinsamer Bilderbuchbetrachtung auf die Sprachentwicklung.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob Unterschiede im sprachlichen Interaktionsverhalten von Müttern bei der gemeinsamen Bilderbuchbetrachtung bestehen, die einen Einfluss auf den Spracherwerb der Kinder haben könnten.
Die Autorin verwendete eine strukturierte, qualitative Inhaltsanalyse, um Videoaufzeichnungen von Interaktionssituationen zu kodieren und anschließend auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur, die Darstellung des methodischen Vorgehens, die Auswertung der erhobenen Daten (Ergebnisse) und eine abschließende Diskussion der Befunde.
Wichtige Begriffe sind Spracherwerb, Late Talker, Mutter-Kind-Interaktion, Dialogic Reading, Sprachförderung und qualitative Inhaltsanalyse.
Die "Late-Talker"-Gruppe besteht aus Kindern, die zum Zeitpunkt der Erhebung sprachliche Verzögerungen zeigten, während die Vergleichsgruppe normal sprachlich entwickelte Kinder umfasste.
Das Konzept dient als theoretischer und methodischer Analyserahmen, um die Interaktionsqualität und die Techniken der Mütter bei der Bilderbuchbetrachtung objektiv erfassbar zu machen.
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