Bachelorarbeit, 2010
30 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Grundsätze nationalsozialistischer Erziehung
3 Das Leben der Johanna Haarer
4 Das Buch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“
4.1 Geschichte des Buches
4.2 Der J.F. Lehmanns Verlag
4.3 Folgewerke der Autorin
5 Umsetzung der nationalsozialistischen Ideen im Buch
6 Analyse der Vorworte des Buches
7 Die Mutter-Kind-Beziehung im Wandel
7.1 Die idealisierte Mutterfigur
7.2 Das Kind als ewige Herausforderung
8 Die Rolle des Vaters im Wandel – vom Erbanlagenspender zum Familienvater
9 Resümee
Diese Bachelorarbeit untersucht die Entwicklung des Erziehungsratgebers von Johanna Haarer über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahrzehnten (1934 bis 1987) und analysiert, inwiefern sich die ursprünglichen nationalsozialistischen Ideologien in den Nachkriegsausgaben verändert haben oder beibehalten wurden.
7.1 Die idealisierte Mutterfigur
„Nur eine pflichtbewußte, charakterfeste Frau mit gesundem Menschenverstand, die Sinn hat für Ordnung, Regelmäßigkeit, Pünktlichkeit und Sauberkeit wird ihr Kind richtig erziehen können.“
Johanna Haarer stellt die Mutter in ihren Büchern vor die unerfüllbare Aufgabe perfekt zu sein. Beim Lesen erweckt sie hierbei den Eindruck, dass sie selbst eine solche perfekte Mutter ist. Alle Aufgaben, die der Frau als Mutter gestellt werden, sind für das idealisierte Mutterbild von Haarer einfach zu erfüllen, da die Mutterschaft in ihr angelegt ist: „Und kein Zeitraum ihres Lebens ist mehr geeignet, der Frau die tiefe Schicksalsverbundenheit mit allen ihren Schwestern zum unauslöschlichen Erlebnis werden zu lassen, als wenn es gilt, die eine größte, vom Schöpfer gestellte Aufgabe zu bewältigen und ihr Mutterschicksal zu erfüllen.“ Sie betrachtet die Frau nicht als eigenständige Persönlichkeit, sondern als Erfüllerin eines ihr vorbestimmten Schicksals. Die deutsche Mutter kann nicht selbst darüber bestimmen, wie ihr Leben verlaufen könnte. Sie soll sich in den nationalsozialistischen Rhythmus von Heirat und Mutterschaft einfügen.
1 Einleitung: Die Arbeit hinterfragt, wie sich die Inhalte der Ratgeber von Johanna Haarer von der NS-Zeit bis 1987 gewandelt haben und ob die ursprüngliche Ideologie in späteren Auflagen noch präsent ist.
2 Grundsätze nationalsozialistischer Erziehung: Das Kapitel erläutert Hitlers pädagogische Maximen wie die lebenslange Erziehung, Rassenhygiene und die Vorbereitung der Jugend auf soldatische Aufgaben.
3 Das Leben der Johanna Haarer: Es wird die Biographie der Ärztin und NS-Funktionärin dargestellt sowie ihre Tätigkeit im gesundheitspolitischen Apparat des Dritten Reiches beleuchtet.
4 Das Buch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“: Dieses Kapitel analysiert die Entstehungsgeschichte, den J.F. Lehmanns Verlag und weitere Werke der Autorin in ihrem Kontext.
5 Umsetzung der nationalsozialistischen Ideen im Buch: Hier wird nachgewiesen, wie Führerprinzip und Rassenideologie Eingang in den Ratgeber fanden und welche Aspekte auch in Nachkriegsjahren fortbestanden.
6 Analyse der Vorworte des Buches: Ein Vergleich der Vorworte zeigt den Wandel der Autorin von der ideologischen Eiferin hin zu einer formal neutraleren, aber inhaltlich teils starren Sprache.
7 Die Mutter-Kind-Beziehung im Wandel: Das Kapitel beleuchtet das Bild der perfekten, „roboterhaften“ Mutter und die Darstellung des Kindes als ständige Herausforderung, die Disziplin erfordert.
8 Die Rolle des Vaters im Wandel – vom Erbanlagenspender zum Familienvater: Die Entwicklung des Vaters von einer vernachlässigbaren Randfigur in der NS-Zeit bis zum aktiven Part in der Ausgabe von 1987 wird kritisch analysiert.
9 Resümee: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das Werk trotz inhaltlicher Streichungen von NS-Propaganda in seinem pädagogischen Kern eine problematische Kontinuität aufweist.
Johanna Haarer, Nationalsozialismus, Erziehungsratgeber, Mutterbild, Vaterrolle, Rassenhygiene, Erziehung, Kindheit, NS-Pädagogik, Bindungstheorie, Geschichte des Buches, Ideologie, 1934, J.F. Lehmanns Verlag, Kleinkindpflege.
Die Arbeit untersucht die historische Kontinuität und den inhaltlichen Wandel des berühmten Erziehungsratgebers von Johanna Haarer über den Zeitraum von 1934 bis 1987.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des Mutter- und Vaterbildes, die Auswirkungen der nationalsozialistischen Pädagogik auf die Mutter-Kind-Beziehung und die Frage nach der editorischen Aufarbeitung des Textes in der Nachkriegszeit.
Ziel ist es, herauszufinden, ob und inwieweit die autoritären und ideologisch geprägten Erziehungsmethoden der NS-Zeit in späteren, vermeintlich „entschärften“ Auflagen des Buches weiterhin enthalten sind.
Die Arbeit nutzt eine komparative Textanalyse der verschiedenen Buchausgaben (1934–1987) sowie eine Interpretation der Vorworte und zentraler Kapitelinhalte unter Berücksichtigung historischer und bindungstheoretischer Erkenntnisse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der NS-Erziehungsgrundsätze, die biographische Einordnung der Autorin, die Untersuchung der Vorworte und eine tiefgehende Analyse von Mutter- und Vaterbildern.
Zu den zentralen Begriffen zählen Johanna Haarer, NS-Pädagogik, Rassenhygiene, Erziehungsratgeber, Kontinuität und Mutterrolle.
In den frühen Ausgaben wird der Vater primär als bloßer Erbanlagenspender gesehen, dessen Hauptaufgabe in der „richtigen“ Gattenwahl lag, während er im Alltag kaum eine Rolle spielt.
Kritisiert wird vor allem die Förderung eines lieblosen, harten Erziehungsstils, die Unterdrückung kindlichen Eigenwillens und die Ablehnung moderner pädagogischer oder psychologischer Konzepte.
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