Hausarbeit, 2011
27 Seiten, Note: 1,3
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
2 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung – eine Definition
3 Die Übertragungsfokussierte Psychotherapie nach Kernberg
4 Abgrenzung zu anderen Behandlungsmodellen
5 Die strategischen Prinzipien der TFP
6 Die spezifischen Interventionen
7 Der Therapievertrag
8 Die frühe Therapiephase: Austesten des Therapierahmens und Impulskontrolle
8.1 Die Fähigkeit, die Beziehung zum Therapeuten aufrechtzuerhalten
8.2 Die Kontrolle über Impulsivität und Selbstdestruktivität
8.3 Affektstürme und ihre Umwandlung in dominante Objektbeziehungen
9 Die mittlere Therapiephase: Integration und Umgang mit regressiven Episoden
9.1 Ein vertieftes Verständnis der zentralen Übertragungsmuster
9.2 Vertiefung des Verstehens von Spaltungsvorgängen und das Bemühen um Integration
9.3 Ausweitung des Behandlungsfokus in der mittleren Therapiephase
10 Die fortgeschrittene Therapiephase und Beendigung der Therapie
10.1 Klinische Charakteristika der fortgeschrittenen Therapiephase
10.2 Die Beendigung der Therapie
11 Limitierungen und kritische Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Einblick in die Methodik der Transference-Focused-Psychotherapy (TFP), einem spezialisierten, psychodynamischen Verfahren zur Behandlung von Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie durch die systematische Arbeit an Übertragung und Widerstand eine Integration abgespaltener psychischer Anteile erreicht und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig verbessert werden kann.
Die spezifischen Interventionen
Die Fähigkeit des Therapeuten, zu jedem Zeitpunkt in der Behandlung die aktiven dominanten Übertragungsmuster zu erkennen, zu klären und zu deuten, ist von seiner Position als neutraler Beobachter abhängig, der sich mit keiner der Konfliktseiten im Patienten verbündet.
Aufgrund der typischen Neigung von Borderline-Patienten zu gefährlichem Agieren sich selbst, anderen Personen oder der Therapie gegenüber, erfordert es bisweilen ein strategisches Verlassen der technischen Neutralität, die anschließend durch Deutungen wieder hergestellt werden muss.
Auch eine Parteinahme des Therapeuten dem Patienten muss vermieden werden. Patienten versuchen häufig, ihren Therapeuten dazu zu bewegen, sich mit einem Aspekt ihres Selbst gegen einen anderen zu verbünden, in dieses Situationen muss der Therapeut dann eindeutig Stellung beziehen um andere oder aber auch sich selbst vor aggressiven Impulsen zu schützen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Borderline-Problematik ein, skizziert die historische Entwicklung des Störungsbildes und stellt die TFP als wirkungsvolles psychodynamisches Behandlungsverfahren vor.
2 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung – eine Definition: Das Kapitel definiert das Störungsbild durch seine zentralen Merkmale wie Instabilität im Selbstbild und in Beziehungen sowie Impulsivität und ordnet es nosologisch ein.
3 Die Übertragungsfokussierte Psychotherapie nach Kernberg: Hier werden die Grundlagen der TFP als modifizierte Form der Psychoanalyse erläutert, wobei der Fokus auf der Arbeit an der Übertragungsbeziehung liegt.
4 Abgrenzung zu anderen Behandlungsmodellen: Der Autor grenzt die TFP gegenüber dem Mentalization Based Treatment (MBT) und der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) ab und hebt die spezifische Struktur der TFP hervor.
5 Die strategischen Prinzipien der TFP: Dieses Kapitel beschreibt die vier strategischen Prinzipien des Verfahrens, die zur Integration abgespaltener Teil-Selbst- und Teil-Objektrepräsentanzen führen sollen.
6 Die spezifischen Interventionen: Es wird die Bedeutung der technischen Neutralität und der Integration von Gegenübertragungsmaterial als zentrale therapeutische Werkzeuge erläutert.
7 Der Therapievertrag: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess der Vertragsvereinbarung und die gegenseitigen Verantwortlichkeiten von Patient und Therapeut in der TFP.
8 Die frühe Therapiephase: Austesten des Therapierahmens und Impulskontrolle: Der Fokus liegt auf der Etablierung des therapeutischen Bündnisses sowie dem konstruktiven Umgang mit Impulsivität, Suizidalität und Affektstürmen.
9 Die mittlere Therapiephase: Integration und Umgang mit regressiven Episoden: Inhalt ist die Vertiefung des Verständnisses für Übertragungsmuster, die Integration negativer Affekte und die Ausweitung des Behandlungsfokus.
10 Die fortgeschrittene Therapiephase und Beendigung der Therapie: Das Kapitel thematisiert die Merkmale der fortgeschrittenen Integration sowie die Psychodynamik der Beendigung einer TFP-Behandlung.
11 Limitierungen und kritische Zusammenfassung: Abschließend werden Anforderungen an das Verfahren, Einschränkungen sowie die Radikalität des TFP-Ansatzes in einer kritischen Gesamtschau diskutiert.
Borderline-Persönlichkeitsstörung, TFP, Transference-Focused-Psychotherapy, Otto F. Kernberg, Psychodynamik, Übertragung, Gegenübertragung, Objektbeziehungen, Integration, Spaltung, Impulskontrolle, Behandlungsrahmen, Therapievertrag, Affektstürme, Psychoanalyse
Die Arbeit behandelt die Transference-Focused-Psychotherapy (TFP) als manualisiertes, psychodynamisches Langzeitverfahren für Borderline-Patienten.
Die Themen umfassen die Definition des Störungsbildes, die strategischen Prinzipien der TFP, spezifische Interventionen in verschiedenen Therapiephasen sowie den Umgang mit schwierigen Übertragungsphänomenen.
Das Ziel ist es, einen umfassenden Einblick in die Methodik der TFP zu geben und aufzuzeigen, wie durch gezielte therapeutische Arbeit die innere Integration des Patienten gefördert werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung des psychodynamischen Ansatzes nach Otto F. Kernberg und greift auf klinische Konzepte der psychoanalytischen Praxis zurück.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Behandlungsprinzipien, die Phasenstruktur der TFP, den Umgang mit Gegenübertragung sowie die spezifische Problematik von Therapieabbrüchen und Trennungsängsten.
Die zentralen Schlagworte sind Borderline-Persönlichkeitsstörung, TFP, Übertragung, psychodynamische Therapie, Objektbeziehungstheorie und strukturelle Integration.
Der TFP-Ansatz ist laut Autor als Modell der Konfrontation und Deutung verzerrter innerer Inhalte konzipiert und setzt früher bei der psychischen Struktur an, während andere Verfahren eher behaviorale Symptomorientierung betonen.
In der TFP gilt die Gegenübertragung als wesentlicher Kommunikationskanal, um die unbewusste innere Welt des Patienten, seine Ängste und seine Objektbeziehungen zu identifizieren und zu bearbeiten.
Das Thema wird im Therapievertrag mit oberster Priorität verankert; das Verhalten wird konsequent als behandlungsgefährdend identifiziert, um Raum für die Bearbeitung der dahinterliegenden unbewussten Konflikte zu schaffen.
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