Hausarbeit, 2011
14 Seiten, Note: 1,3
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
2 Grundlagen
3 Das Modell der doppelten Handlungsregulation
4 Therapeutische Interventionen
4.1 Beziehungsaufbau
4.1.1 Komplementarität auf der Motivebene
4.1.2 Nicht-Komplementarität auf der Spielebene
4.1.3 Den Klient niemals defizitär behandeln
4.1.4 Schaffung von compliance
4.1.5 Wertschätzung und Anerkennung
4.1.6 Ressourcen betonen
4.1.7 Normalisieren
4.1.8 Raum für Selbstdarstellung lassen
4.1.9 Unbedingte Wertschätzung
4.1.10 Umgang mit Tests
4.2 Therapiephase
4.2.1 Konfrontation: Herausarbeiten eines Arbeitsauftrags
4.2.2 Inhaltliche Arbeit
5 Zusammenfassung
6 Literatur
Die Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf dem Modell der doppelten Handlungsregulation von Prof. Rainer Sachse, ein tieferes Verständnis für die psychodynamische Struktur von Klienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung zu vermitteln und daraus spezifische therapeutische Interventionsmöglichkeiten für die Praxis abzuleiten.
4.1.1 Komplementarität auf der Motivebene
Hier ist vor allem die Komplementarität auf der Motivebene von zentraler Bedeutung. Klienten mit PD haben sehr starke und stark frustrierte interaktionelle Motive. Daraus resultiert, dass sie in allen Interaktionen ein extrem starkes Bedürfnis danach haben, diese Bedürfnisse befriedigt zu bekommen; das gilt auch in der Therapie: Die Klienten haben im Therapiekontakt primär das Bedürfnis, dass der Therapeut die zentralen Motive befriedigt. Erst wenn dies geschehen ist, treten andere Intentionen (z. B. Bearbeitung von Kosten, Arbeit an Veränderungen usw.) in den Vordergrund. Daher sollte der Therapeut sich zu Therapiebeginn primär komplementär zur Motivebene des Klienten verhalten.
Komplementäres Handeln zur Motivebene bedeutet, dass der Therapeut, soweit dies im Rahmen der therapeutischen Regeln möglich und vertretbar ist, die therapeutische Beziehung zum Klienten so gestaltet, dass die wesentlichen Beziehungsmotive des Klienten befriedigt werden.
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Charakteristika der narzisstischen Persönlichkeitsstörung und führt in das von Prof. Rainer Sachse entwickelte Modell der doppelten Handlungsregulation ein.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert, wie Klienten ihre Interaktionsstörungen in der Therapie inszenieren und warum diese für sie stabilisierende Funktion haben.
3 Das Modell der doppelten Handlungsregulation: Es wird das theoretische Störungsmodell beschrieben, welches zwischen Motiv- und Spielebene unterscheidet und die Entstehung interaktioneller Lösungen erklärt.
4 Therapeutische Interventionen: Dieser Hauptteil differenziert die therapeutische Arbeit in Beziehungsaufbau, Konfrontation und inhaltliche Bearbeitung dysfunktionaler Schemata.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Herausforderungen der Behandlung und betont die Notwendigkeit von therapeutischer Belastbarkeit und Compliance.
6 Literatur: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen zur Thematik.
Narzisstische Persönlichkeitsstörung, Modell der doppelten Handlungsregulation, Klärungsorientierte Psychotherapie, Komplementäre Beziehungsgestaltung, Therapeutische Intervention, Arbeitsauftrag, Manipulatives Verhalten, Selbstkonzept, Schemabearbeitung, Ein-Personen-Rollenspiel, Compliance, Beziehungsgestaltung, Interaktionsstörung, Psychotherapie, Verhaltenstherapie
Die Arbeit behandelt die therapeutische Behandlung von Klienten mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung auf Basis der klärungsorientierten Psychotherapie.
Die Themen umfassen die Diagnostik und das Verständnis von Motivstrukturen, den Beziehungsaufbau durch Komplementarität sowie spezifische Konfrontationstechniken.
Das Ziel ist es, Strategien aufzuzeigen, wie Therapeuten das dysfunktionale System von Narzissten durchbrechen und therapeutisch nutzbar machen können.
Die Arbeit stützt sich auf das Modell der doppelten Handlungsregulation sowie kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze, insbesondere die Klärungsorientierte Psychotherapie.
Der Hauptteil gliedert sich in den strategischen Beziehungsaufbau, die gezielte Konfrontation zur Erzeugung von Problembewusstsein und die inhaltliche Arbeit an Schemata.
Zu den Kernbegriffen gehören Narzissmus, doppelte Handlungsregulation, komplementäres Verhalten, Arbeitsauftrag und Ein-Personen-Rollenspiel.
Weil diese Klienten versuchen, den Therapeuten in ihr eigenes dysfunktionales Interaktionsmuster einzubinden, um ihre negativen Schemata zu stabilisieren, statt sich auf eine Therapie einzulassen.
Der Therapeut nutzt den Schwung des Klienten (dessen Ziele und Wünsche) und leitet ihn vorsichtig in eine konstruktive therapeutische Bahn, ohne direkten Widerstand zu erzeugen.
Weil dies das negative Selbstbild des Klienten triggert, zu sofortigem Widerstand führt und die therapeutische Beziehung massiv gefährdet.
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