Seminararbeit, 2010
25 Seiten
1. Einleitung
2. Heinrich Brüning
2.1 Biographie Heinrich Brüning
2.2 Die politischen und wirtschaftlichen Rahmbedingungen zur Zeit des Amtsantritts Brünings
2.3 Die Durchsetzung der Politik Brünings
3. Finanzpolitik
3.1 Definition Finanzpolitik
3.2 Die Finanzpolitik der Regierung Brüning
3.3 Maßnahmen zur Schaffung eines ausgeglichenen Haushalts
3.3.1 Steuererhöhnungen
3.3.2 Kürzungen der Staatsausgaben
3.3.2.1 Überarbeitung der Arbeitslosenversicherung
3.3.2.2 Kürzungen der Beamtenbesoldung
3.3.2.3 Andere Ausgabenkürzungen
3.4 Kritische Würdigungen der finanzpolitischen Maßnahmen
4. Wirtschaftspolitik
4.1 Definition Wirtschaftspolitik
4.2 Die Wirtschaftspolitik der Regierung Brüning
4.3 Wirtschaftspolitische Maßnahmen
4.3.1 Innenwirtschaftspolitische Maßnahmen
4.3.1.1 Lohn und Preissenkungen
4.3.1.2 Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirtschaft
4.3.2 Außenwirtschaftspolitische Maßnahmen
4.4 Vernachlässigte Alternativen zum Weg aus der Krise
4.5 Kritische Würdigung der Wirtschaftspolitik Brünings
5. Bewertung der Finanz- und Wirtschaftspolitik Brünings in der Forschung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Finanz- und Wirtschaftspolitik des deutschen Reichskanzlers Heinrich Brüning während der Weltwirtschaftskrise. Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Brünings Deflationskurs zur Bewältigung der Krise erfolgreich war oder ob alternative politische Ansätze, wie beispielsweise ein konjunkturstimulierendes Programm, eine erfolgversprechendere Lösung hätten bieten können.
3.2 Die Finanzpolitik der Regierung Brüning
Brünings Vorstellung einer Finanzpolitik entsprach dem damaligen orthodox- liberalen Zeitgeist, der völligen Autonomie der Wirtschaft und der Währung. Er fasste die Wirtschaftskrise also als eine notwendige Reinigungskrise auf, bei der es die Aufgabe des Staates sei, die Währung stabil zu halten. Diese absolute Aversion gegen eine expansive Kreditpolitik kam jedoch nicht von ungefähr. Das Gespenst der Inflation, welches man im Jahre 1923 schmerzlich erlebt hatte, war immer noch allseits spürbar und lähmte den Gedanken einer offensiven Konjunkturpolitik.
Die Theorien von John Maynard Keynes, einer antizyklischen Wirtschaftspolitik, mit der darin nahegelegten Handlungsempfehlung des „deficit spending“(bei sinkender Nachfrage müsse der Staat mit kreditfinanzierten Aufträgen einspringen, um die Wirtschaft anzukurbeln), waren zu dieser Zeit bei weitem noch nicht die vorherrschende gelehrte Meinung der Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland. „Durch den anhaltenden Abfluss von Kapital aus Deutschland, sei es durch die Abberufung von Krediten oder durch Reparationszahlungen, war ein Zahlungsbilanzausgleich zunehmend schwierig.“ Aus diesem Grund verfolgte Brüning eine Deflationspolitik. Diese sah vor, der Schrumpfung der Wirtschaft und damit auch der Einnahmen des Staates mit Maßnahmen zur Ausgabenreduzierung und Einnahmenerhöhung entgegenzuwirken und somit einen ausgeglichenen Haushalt zu realisieren. Brüning trieb dabei diese Parallelpolitik auf die Spitze, um den eisernen Willen Deutschlands darzustellen, die Reparationsforderungen des Young- Planes auch in der Zeit der Weltwirtschaftskrise Folge zu leisten.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die ökonomische Notlage der Weimarer Republik zu Beginn der Amtszeit Brünings und stellt die Forschungsfrage nach dem Erfolg seines Deflationskurses.
2. Heinrich Brüning: Dieses Kapitel behandelt den biografischen Werdegang des Reichskanzlers und erläutert die politischen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei seinem Amtsantritt.
3. Finanzpolitik: Hier werden die konkreten fiskalpolitischen Maßnahmen, wie Steuererhöhungen und massive Ausgabenkürzungen, detailliert aufgeführt und kritisch gewürdigt.
4. Wirtschaftspolitik: Dieses Kapitel analysiert die innen- und außenwirtschaftlichen Maßnahmen, beleuchtet die Rolle der Landwirtschaft und diskutiert versäumte alternative Lösungsansätze.
5. Bewertung der Finanz- und Wirtschaftspolitik Brünings in der Forschung: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die wissenschaftliche Kontroverse bezüglich der Handlungsspielräume Brünings.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Politik Brünings als gescheiterten Versuch der Krisenbewältigung unter dem Primat der Außenpolitik.
Heinrich Brüning, Weimarer Republik, Weltwirtschaftskrise, Finanzpolitik, Deflationspolitik, Notverordnung, Art. 48, Reparationslasten, Young-Plan, Wirtschaftspolitik, Arbeitslosenversicherung, Lohnsenkungen, Borchardt-Kontroverse, Fiskalpolitik, Konjunkturpolitik
Die Arbeit untersucht die Finanz- und Wirtschaftspolitik von Reichskanzler Heinrich Brüning während der Weltwirtschaftskrise in der Weimarer Republik.
Zentral sind die Analyse des staatlichen Sparkurses, die Auswirkungen der Deflationspolitik auf die Bevölkerung und die politische sowie wissenschaftliche Debatte um Handlungsalternativen.
Das Ziel ist zu klären, ob Brünings Politik erfolgreich war und ob alternative wirtschaftspolitische Ansätze in dieser Zeit realistisch umsetzbar gewesen wären.
Die Arbeit nutzt eine politik- und wirtschaftshistorische Analyse, basierend auf einer Auswertung zeitgenössischer Quellen und der Forschungsliteratur zur Weimarer Republik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der finanzpolitischen Maßnahmen (Sparen, Steuern) und der wirtschaftspolitischen Maßnahmen (Lohnpolitik, Außenhandel) unter Einbeziehung des historischen Kontextes.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Brüning, Deflationspolitik, Weltwirtschaftskrise, Reparationslasten, Notverordnung und Borchardt-Kontroverse geprägt.
Aufgrund der traumatischen Erfahrungen mit der Hyperinflation von 1923 herrschte eine große Angst vor einer erneuten Geldentwertung, was eine offensive Konjunkturpolitik verhinderte.
Die Osthilfe war der Auslöser für den Eklat mit Reichspräsident Hindenburg, da dieser die Versteigerung überschuldeter Güter ablehnte, was letztlich zum Entzug des Vertrauens führte.
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