Seminararbeit, 2010
22 Seiten, Note: 2,7
1. EINLEITUNG
2. DIE TOBINSTEUER
2.1 Die Idee einer Devisentransaktionssteuer
2.2 Die Tobinsteuer- Eine politische Kontroverse
3. DIE MARKTSTRUKTUR
3.1 Finanzmarktmodelle
3.2 Fundamentalisten vs. Chartisten
4. DAS MODELL
4.1 Modellerklärung
4.2 Der Algorithmus
4.3 Politische Zielsetzungen
4.4 Auswertung der Computersimulation
5. SCHLUSSFOLGERUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels eines heterogenen Agenten-Modells, ob die Einführung einer Tobinsteuer Spekulanten wirksam vom Devisenmarkt verdrängen kann und welchen Einfluss dabei die spezifische Marktstruktur ausübt.
4.1 Modellerklärung
Um den Einfluss der Marktstruktur auf die Einführung einer Tobin-Steuer zu untersuchen, wird im folgenden Teil eine modifizierte Form des HAM nach Cont-Bouchaud (C-B Modell) verwendet (vgl. Cont/Bouchaud 2000). In ihrem Modell zeigen sie, dass das Herdenverhalten der Marktteilnehmer einen wesentlichen Einfluss auf die Preisentwicklung haben kann.
Die Perkulationstheorie liefert dabei die Grundidee für ihr Modell. Sie geht bereits auf das Jahr 1957 zurück. Damals stellten sich Broadbent & Hammersley die Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein poröser Festkörper, der in einer Gasphase oder Flüssigkeit liegt, von dieser durchdrungen wird.
Auf der Grundlage eines Gittermodells (square lattice) wird ein Finanzmarkt mit N Agenten, die ein einzelnes Gut handeln, unterstellt. Jeder Marktteilnehmer, hat auf diesem Gitter 4 direkte Nachbarn und nimmt sich der Strategie eines Nachbarn an. Er könnte beispielsweise eine Information über den drohenden Staatsbankrott Griechenlands gehört haben und würde nun, wie sein Nachbar, aus dem Euro rausgehen. Dieses hätte wiederum Einfluss auf die Entscheidung eines anderen Nachbarn. Somit entstehen ganze Gruppierungen (Cluster) von Marktteilnehmern, welche die gleiche Strategie verfolgen.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz der Tobinsteuer angesichts der Euro-Krise und definiert das Ziel, die Auswirkungen der Steuer auf Marktteilnehmer mittels eines Agenten-Modells zu prüfen.
2. DIE TOBINSTEUER: Dieses Kapitel erläutert den historischen Ursprung der Steuer als Instrument zur Stabilisierung und stellt die Argumente in der aktuellen politischen Kontroverse gegenüber.
3. DIE MARKTSTRUKTUR: Hier werden neoklassische Marktmodelle mit dem Ansatz heterogener Agenten-Modelle (HAM) verglichen, wobei insbesondere das Verhalten von Fundamentalisten und Chartisten analysiert wird.
4. DAS MODELL: Dieses zentrale Kapitel beschreibt die mathematische Modellierung des Finanzmarktes, den Simulationsalgorithmus sowie die politischen Zielkriterien, bevor die Ergebnisse der Computersimulation ausgewertet werden.
5. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die Tobinsteuer zwar ein geeignetes Instrument zur Marktregulierung sein kann, deren Effektivität jedoch stark vom Grad der Marktirrationalität und der Höhe des Steuersatzes abhängt.
Tobinsteuer, Devisenmarkt, Finanzmarktspekulation, heterogene Agenten-Modelle, Marktstruktur, Volatilität, Preisverzerrung, Perkolationstheorie, Transaktionssteuer, Euro-Krise, Herdenverhalten, Markttiefe, Wirtschaftspolitik, Simulation, Finanzmarktstabilität
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ökonomischen Analyse der Tobinsteuer als Instrument zur Regulierung von Devisenmärkten und deren Stabilisierung.
Die zentralen Felder umfassen die Finanzmarktmechanismen, die Rolle von Spekulanten, das Herdenverhalten von Marktteilnehmern und die politische Diskussion zur Transaktionsbesteuerung.
Das primäre Ziel ist es, mit einem heterogenen Agenten-Modell zu klären, ob durch die Tobinsteuer kurzfristige Spekulanten vom Markt verdrängt werden können, ohne langfristige Investoren zu schädigen.
Es wird eine Computersimulation auf Basis eines modifizierten Cont-Bouchaud-Modells (HAM) sowie der Perkolationstheorie verwendet.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung des Modells, der Definition der Preisreaktionsfunktionen und der Auswertung von Simulationsergebnissen hinsichtlich Volatilität und Preisverzerrung.
Die wichtigsten Begriffe sind Tobinsteuer, Devisenmarkt, Volatilität, Spekulation, heterogene Agenten-Modelle und Marktstruktur.
Sie dient als mathematisches Fundament, um die Bildung von "Clustern" von Marktteilnehmern und deren strategisches Herdenverhalten im Gittermodell abzubilden.
Die Simulation zeigt, dass bei einem zu geringen Steuersatz zwar Einnahmen erzielt werden, eine effiziente Dämpfung der Volatilität jedoch ausbleibt, während ein zu hoher Steuersatz Marktdestabilisierung provozieren kann.
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