Examensarbeit, 2011
41 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. PROFIL DER CHRISTOLOGIE IN WICHTIGEN BONHOEFFERSCHRIFTEN
2.1 Aspekte der Christologie in Sanctorum Communio (1927)
2.2 Aspekte der Christologie in Akt und Sein (1930)
2.3 Christologie in der Christologie-Vorlesung (1933)
2.3.1 Christologie als Zentrum der Wissenschaft im Raum der Kirche
2.3.2 Die Wer-Frage und der Glaube
2.3.3 Kann Christus durch sein Werk erkannt werden?
2.3.4 Der gegenwärtige Christus pro-me
2.3.4.1 Die dreifache Gestalt Christi als Wort, Sakrament und Gemeinde
2.3.4.2 Der gegenwärtige Christus als Mitte unserer Existenz, der Geschichte und der Natur
2.3.5 Zusammenfassung
2.4 Christologische Konkretionen in Nachfolge (1937)
2.5 Christologische Konkretionen in Gemeinsames Leben (1938)
2.6 Christologische Konkretionen in Ethik (1939-43)
2.7 Christologische Konkretionen in Widerstand und Ergebung (1943-44)
2.8 Zusammenfassung des christologischen Profils
3. POTENTIALE UND GRENZEN VON BONHOEFFERS CHRISTOLOGIE
3.1 Potentiale
3.1.1 Existentieller Bezug
3.1.2 Religionskritik und Religionslosigkeit
3.1.3 Erfahrungsdimension in der Postmoderne
3.1.4 Verantwortungsethik
3.1.5 Radikale Weltlichkeit des Glaubens
3.1.6 Fragmentarische Lebensrealität
3.2 Grenzen
3.2.1 „Christus als Gemeinde existierend“
3.2.2 Spekulative Christologie?
3.2.3 Die christologische Verhüllung
3.2.4 Stellvertretungskonzept
3.2.5 Christologische Engführung?
4. SCHLUSSBEMERKUNGEN
Diese Arbeit untersucht das christologische Denken Dietrich Bonhoeffers anhand seiner zentralen Schriften, um dessen Potentiale und Grenzen für die heutige Zeit aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus auf der engen Verbindung von Glauben und Leben, wie sie durch das christozentrische Konzept Bonhoeffers begründet wird.
2.3.4.2 Der gegenwärtige Christus als Mitte unserer Existenz, der Geschichte und der Natur
Christi erwähnte dreifache Gestalt ist mit dem dreifachen Ort des Christus zu ergänzen. Hier geht es um die Frage des „Wo“. Die Antwort ist, dass Christus an meiner Stelle steht, dort wo ich nicht stehen kann, an der Grenze meiner Existenz. Das Ich, das ich sein soll, liegt mir unerreichbar fern. Dies erkenne ich durch Christus, in dem ich dann zugleich meine neue Mitte gefunden habe. Das Wesen seiner Person ist In-der-Mitte-Sein. Bezieht man nun die Wo-Frage auf die Wer-Frage, so gilt: „Christus ist als der pro me Daseiende der Mittler.“ Er als pro me muss übersetzt werden als Mitte der Existenz, der Geschichte und der Natur, für die er da ist. Im Bezug auf die menschliche Existenz ist Christus die geglaubte Mitte und so zugleich Grenze. Denn am Gesetz, das der Mensch nicht erfüllen kann, erkennt er seine Begrenzung, wird aber mit Christus als Mitte vom Gericht zur Rechtfertigung hindurch getragen.
Als Geschichtsmitte ist der gegenwärtige Christus keine Mitte aller Religionen und keine Antwort auf die Frage nach der Absolutheit Jesu, sondern er ist die Mitte der Geschichte, die zwischen Verheißung und Erfüllung lebt. Bonhoeffer erläutert, wie allein im Messias Israels die Geschichte auf verborgene Art zu ihrer Erfüllung kam und so im erniedrigten Christus zu ihrem Sinn geführt wurde. Hier ist dann Christus auch die Grenze und gleichzeitig die neue Mitte, der Mittler der Geschichte vor Gott. Weiter elaboriert Bonhoeffer die Kirche als Mitte der Geschichte, die vom Staat gemacht wird, da sie, die Kirche, den Staat richtet und rechtfertigt. Dies tut sie als verborgene Mitte kraft Christi Gegenwart in ihr. Sie ist auch die Grenze des Staates, da das Kreuz alle menschliche Verheißung durchbricht und allein das Gesetz erfüllt. Gleichzeitig bejaht das Kreuz die Staatsordnung. „Christus als die Mitte der Geschichte ist der Mittler zwischen Staat und Gott in der Gestalt der Kirche. Christus als die Mitte der Geschichte ist aber ebenso der Mittler zwischen Kirche und Gott, denn er ist auch die Mitte der Kirche, sofern die Kirche die Mitte der Geschichte ist.“
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik und Zielsetzung der Arbeit sowie eine kurze Skizzierung des methodischen Vorgehens anhand Bonhoeffers Schriften.
2. PROFIL DER CHRISTOLOGIE IN WICHTIGEN BONHOEFFERSCHRIFTEN: Chronologische Untersuchung des christologischen Denkens Bonhoeffers in seinen zentralen Schriften wie "Sanctorum Communio", "Nachfolge" und "Ethik".
3. POTENTIALE UND GRENZEN VON BONHOEFFERS CHRISTOLOGIE: Kritische Analyse der Anwendbarkeit des christologischen Konzepts auf die moderne Lebensrealität und Diskussion strittiger Begriffe wie "Stellvertretung".
4. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Zusammenführung der wesentlichen Erkenntnisse und Fazit zur anhaltenden Bedeutung der Theologie Bonhoeffers für die heutige Zeit.
Dietrich Bonhoeffer, Christologie, Jesus Christus, Pro-me-Sein, Stellvertretung, Nachfolge, Ethik, Ekklesiologie, Kirche, Weltlichkeit, Christuswirklichkeit, Offenbarung, Mittlerschaft, religionsloses Christentum, Verantwortlichkeit.
Die Arbeit befasst sich mit dem theologischen Denken von Dietrich Bonhoeffer, insbesondere mit seinem Verständnis von Jesus Christus, wie es sich durch seine verschiedenen Schriften hindurch entwickelt hat.
Die zentralen Felder sind die Rolle Christi als Mittler und Stellvertreter, das Verhältnis von Kirche und Welt, sowie die christliche Ethik in einer zunehmend religionslosen Welt.
Das Ziel ist es, das christologische Profil Bonhoeffers zu erarbeiten und zu prüfen, welche Potentiale seine Überlegungen für das moderne Christsein bieten, aber auch, wo seine Konzepte kritische Grenzen aufweisen.
Es wird eine chronologische, inhaltsanalytische Untersuchung der einschlägigen Schriften Bonhoeffers durchgeführt, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur zu seinem Werk.
Im Hauptteil werden markante Profilpunkte der Christologie in chronologischer Reihenfolge analysiert, von den frühen Schriften bis hin zu den späten Briefen aus der Haft, und anschließend an diesen Punkten Potentiale und Grenzen diskutiert.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Christuswirklichkeit, das "Pro-me-Sein", die Stellvertretung und die Mündigkeit der Welt.
Bonhoeffer versteht die Gegenwart Christi nicht als metaphysische Anwesenheit, sondern konkret in der Verkündigung der Kirche, im Sakrament und in der Gemeinde als "Gestalt des Ärgernisses", die im Glauben ergriffen werden muss.
Es beschreibt die Notwendigkeit, in einer Welt zu leben, die sich ihrer Mündigkeit bewusst ist und in der Gott faktisch in den öffentlichen Diskursen keine Rolle mehr spielt – ein Leben also, als ob es Gott nicht gäbe, jedoch vor und mit Gott.
Die Kritik entzündet sich daran, ob Bonhoeffers Fokus auf stellvertretendes Leiden die individuelle Verantwortung oder Freiheit des Christen zu sehr in den Hintergrund drängt oder hierarchische Strukturen begünstigt.
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