Hausarbeit, 2011
12 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Newspeak
2.1. Newspeak als Satire
2.2. Newspeak als Mittel der Negativen Utopie
3. Die Gattungsdebatte um den Roman
4. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Rolle der fiktiven Sprache "Newspeak" in George Orwells Roman "1984" und analysiert, wie sie zur Charakterisierung des Werkes als Satire oder als Negative Utopie beiträgt. Dabei wird die Frage verfolgt, inwiefern die sprachliche Struktur die Gattungsdefinition des Romans beeinflusst.
2. Newspeak
Newspeak ist die offizielle Amtssprache einer der drei Supermächte der Welt 1984s, nämlich Ozeaniens; sie koexistiert jedoch mit dem Standard-Englischen (oder Oldspeak), der als „lingua franca“, und zwar als Verkehrssprache, gilt. Umstritten ist das Verhältnis zwischen diesen Sprachen: Chilton behauptet, dass sie völlig verschiedene Idiome seien, weil Winston beim Modifizieren der Times-Artikel eine Übersetzung führen muss, da er noch in Oldspeak denkt; daher handele es sich um einen Bilingualismus: die beiden Sprache hätten gleiche Wichtigkeit bei jeder Alltagssituation. Es scheint aber nicht so: während Standard-Englisch als Oldspeak (trotz einiger Einsätze von geläufigen Newspeak-Vokabeln) noch die gesprochene Sprache bleibt, ist Newspeak die schriftliche Sprache geworden, wie von den Times-Artikeln gezeigt. Zwischen Old- und Newspeak handelt es sich deshalb um eine Diglossie: die zweite Sprache wird als höher kenngezeichnet, und wird in ungefähr siebzig Jahren die erste völlig ersetzen. Luchini und García halten daneben Newspeak nicht für „an original language, but a biased version of an existing one“; das ist im Anhang erkennbar: “Newspeak was founded on the English language as we now know it“ (Orwell, S. 228).
Außerdem ist Newspeak nicht die Sprache der ganzen Population Ozeaniens: nur die Partei-Mitglieder sprechen sie (oder sollten sie sprechen); die proles, die etwa 85% der Bevölkerung ausmachen (vgl. Orwell, S. 158), in einem elenden Zustand leben und sogar als keine Menschen betrachtet werden („The proles are not human beings“, (Orwell, S. 43), kennen nur Oldspeak.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Gattungsbestimmung von Orwells "1984" ein und skizziert das methodische Vorgehen, um mittels der Analyse von Newspeak eine Antwort auf diese Frage zu finden.
2. Newspeak: Dieses Kapitel erläutert die soziolinguistische Struktur und Funktion von Newspeak innerhalb der Gesellschaft Ozeaniens sowie dessen Rolle bei der Kontrolle des menschlichen Denkens.
2.1. Newspeak als Satire: Es wird untersucht, inwieweit Newspeak als parodistische Überspitzung existierender Sprachen wie Basic English satirische Funktionen im Roman erfüllt.
2.2. Newspeak als Mittel der Negativen Utopie: Dieser Abschnitt analysiert die Verbindung zwischen Newspeak, der Sapir-Whorf-Hypothese und der Schaffung einer totalitären Negativen Utopie.
3. Die Gattungsdebatte um den Roman: Das Kapitel reflektiert die komplexe literaturkritische Diskussion darüber, ob "1984" primär als Satire oder als Negative Utopie zu verstehen ist.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Trennung zwischen Satire und Utopie in "1984" künstlich ist und die Stärke des Romans gerade in dieser Gattungsmischung liegt.
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Die Arbeit analysiert die fiktive Sprache Newspeak in Orwells Roman "1984" und untersucht deren Einfluss auf die literarische Gattungsbestimmung des Werkes.
Die zentralen Themen sind Sprachpolitik, totale Überwachung durch Sprachrestriktion, linguistische Theorien zur Wahrnehmung der Realität und die literaturkritische Einordnung zwischen Satire und Dystopie.
Das Ziel ist es, die Doppelnatur des Romans als Satire und Negative Utopie anhand der sprachlichen Konstruktion von Newspeak zu verdeutlichen und die Frage nach der korrekten Gattungsdefinition zu diskutieren.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche und soziolinguistische Analyse, indem sie primäre Textbelege aus dem Roman mit sprachphilosophischen und linguistischen Theorien (wie der Sapir-Whorf-Hypothese) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Struktur von Newspeak, dessen satirische Bezüge zu geplanten Sprachen wie Basic English, seine Rolle als Instrument der Partei zur Unterdrückung von Gedankenfreiheit sowie eine Diskussion der Gattungsdebatte.
Zu den prägenden Begriffen zählen Newspeak, Negative Utopie, Satire, Sprachkontrolle, Totalitarismus und die Sapir-Whorf-Hypothese.
Der Autor argumentiert, dass ein hierarchisches Verhältnis zwischen dem gesellschaftlich höher bewerteten Newspeak und dem alltäglichen Oldspeak besteht, was typisch für eine diglossische Sprachsituation ist.
Die Arbeit zeigt, dass Orwell die Theorie, wonach Sprache das Denken bestimmt, nutzt, um zu illustrieren, wie die Partei durch die Verarmung des Wortschatzes die Möglichkeit zum abweichenden Denken systematisch eliminiert.
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