Hausarbeit, 2008
12 Seiten, Note: 1,7
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einführung
2. Lokalpresse in Köln
2.1 Kirchenzeitungen in Köln
2.2 Gleichschaltungsversuche durch die Reichspressekammer
3. Reichstagswahl am 05.März 1933
3.1 Reaktionen der Kirchenzeitung auf die Märzwahl
4. Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die katholische Kirche in Köln durch ihre Kirchenzeitungen, speziell das „Kirchenblatt der Herz-Jesu Pfarre“, Propaganda gegen die nationalsozialistische Diktatur betrieb und ob sie als aktives Kommunikationsorgan Widerstand leisten konnte.
3.1. Reaktionen der Kirchenzeitung auf die Märzwahlen
Die Kirchenzeitung der Herz-Jesu Pfarre titelte am Tag der Wahl am 05. März 1933 mit drei großen Überschriften, die zunächst religiös motiviert dann aber doch politisch - eingreifend wirkten. Die drei Teile waren gegliedert in a)„Oberhirtliches Mahnwort zu den bevorstehenden Wahlen!“, b) „Vor der Wahl zu lesen!“ und c) „Heute wählen wir zum Reichs- und Landtag!“. Der erste Teil des Artikels war ein Appell an die Wähler. Der Reichstagswahl wird eine „überaus große Bedeutung“ beigemessen, die auch wegen ihrem „Einfluss auf Schutz und Förderung der religiösen und sittlichen Güter des ganzen Volkes und auf die Stellung der Kirche im öffentlichen Leben“ als besonders erachtet wird. Die Wähler werden getreu ihrer „vaterländischen Pflicht“ daran erinnert von ihrem Wahlrecht so Gebrauch zu machen, wie „es einem treuen Staatsbürger“, der zugleich „treuer katholischer Christ“ ist, zugesteht. Die Leser der Zeitung werden an diesem Sonntag dazu aufgefordert Abgeordnete zu wählen, die gemäß ihrer christlichen Überzeugung, „Eintreten für Frieden und soziale Wohlfahrt des Volkes“. Dieses Mahnwort an den christlichen Wähler schließt der Artikel mit dem Satz: „Hütet euch vor Agitatoren und Parteien, die des Vertrauens des katholischen Volkes nicht würdig sind.“. Im nächsten Artikel ist die Sprache weniger direkt und der Leser musste gut zwischen den Zeilen lesen können, um den Gehalt des Artikels zu empfangen.
Dieser Abschnitt wesentlich kleiner geschrieben und im Gegensatz zu den anderen beiden Abschnitten in Fraktur abgedruckt. Der Teil fängt damit an, dass „die religiöse Ueberzeugung“ den Menschen auch „in seinen Pflichten im öffentlichen Leben“ ganz einnehmen muss. Dies ist auch die Begründung, wie die Päpste in Rom alle Fragen bezüglich des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat beantwortet haben und darüber hinaus die „Trennung von Politik und Sittenlehre“ immer verworfen haben. Im Sinne von „natürlicher Vernunft und christlicher Offenbarung“ soll der Wähler seine Entscheidung treffen. Dies ist mit den ideologischen Vorstellungen eines nationalsozialistischen Staates nicht vereinbar.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Forschungsdebatte zum katholischen Milieu im Nationalsozialismus und definiert die Zielsetzung der Untersuchung anhand des „Kirchenblatts der Herz-Jesu Pfarre“.
2. Lokalpresse in Köln: Dieses Kapitel zeichnet die Medienlandschaft in Köln nach und beschreibt die anfängliche Distanz zur NSDAP sowie die späteren Versuche zur Gleichschaltung durch staatliche Instanzen.
3. Reichstagswahl am 05.März 1933: Es werden die politischen Rahmenbedingungen der Wahl und die spezifischen Reaktionen der untersuchten Kirchenzeitung analysiert, die versuchte, ihre Leser christlich zu positionieren.
4. Zusammenfassung: Abschließend wird konstatiert, dass das Blatt keinen aktiven Widerstand leistete, sondern eher einen passiven, defensiven Kurs verfolgte, der durch geringe Auflagen und staatlichen Druck begrenzt war.
Nationalsozialismus, Katholische Kirche, Köln, Kirchenzeitung, Herz-Jesu Pfarre, Lokalpresse, Gleichschaltung, Reichstagswahl 1933, Widerstand, Christentum, Milieu, Propaganda, Pressefreiheit, Politische Kommunikation, Wahlergebnisse
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der katholischen Presse in Köln während der frühen Phase des Nationalsozialismus und untersucht deren Haltung zum NS-Regime.
Im Zentrum stehen das katholische Sozialmilieu in Köln, die publizistische Arbeit der Kölner Kirchenblätter und die Auswirkungen der NS-Gleichschaltung auf die Medienfreiheit.
Die zentrale Frage ist, ob die „Katholische Kirchenzeitung“ als Propagandamittel oder Widerstandsorgan gegen den Nationalsozialismus fungieren konnte.
Die Autorin nutzt eine quellenkritische Analyse von Ausgaben des „Kirchenblatts der Herz-Jesu Pfarre“ und vergleicht diese mit dem historischen Kontext der Kölner Lokalpresse.
Der Hauptteil analysiert die Medienlandschaft in Köln, die Repressionen durch die Reichspressekammer und konkret die Berichterstattung und Mahnungen im Kontext der Märzwahl 1933.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Nationalsozialismus, Katholische Kirche, Gleichschaltung, Kirchenzeitung und passiver Widerstand.
Es dient als lokales Beispiel für die katholische Presse, um die Kommunikation zwischen Pfarre und Gläubigen in einer politisch zunehmend unter Druck stehenden Zeit nachzuvollziehen.
Die Zeitung veröffentlichte Appelle, die zur Wahl gemäß christlicher Überzeugungen aufriefen und die Leser vor NS-Ideologien warnten, allerdings in einer vorsichtigen, teils zwischen den Zeilen lesbaren Sprache.
Die Autorin führt dies auf die geringe Auflage der Zeitung, die Angst vor einem totalen Verbot durch das Regime sowie die staatlichen Eingriffsrechte zurück.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

