Magisterarbeit, 2007
237 Seiten, Note: 1,1
1. EINLEITUNG
1.1 Einführung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Zielsetzung
1.4 Auswahl der Beispiele
2. DAS FRÜHE FORMATIVUM
2.1 Periodisierungen
2.2 Das Frühe Formativum
3. DAS MITTLERE FORMATIVUM
4. DIE ROLLE DER OLMEKEN INNERHALB DES MESOAMERIKANISCHEN FORMATIVUMS
4.1 Forschungsüberblick
4.2 Kontroverse
4.3 Resümee
5. REGIONALE SIEDLUNGSHIERARCHIEN IM MITTLEREN FORMATIVUM
5.1 Methodik
5.2 Siedlungsevolution im Tal von Oaxaca
5.2.1 Der topographisch-geologische Kontext
5.2.2 Klima
5.2.3 Vegetation
5.2.4 Ressourcen
5.2.4.1 Geologische Ressourcen
5.2.4.2 Biotische Ressourcen
5.2.4.3 Edaphische Ressourcen
5.2.5 Siedlungsphasen im Tal von Oaxaca
5.2.6 Siedlungspräferenz im Etla-Tal
5.2.7 Siedlungstypen
5.2.8 Genese eines regionalen Zentrums
5.2.9 Siedlungsmuster und seine theoretischen Implikationen
5.2.10 Siedlungshierarchie
5.2.11 Genese der Siedlungshierarchie
5.2.12 Das Tal von Oaxaca als System: eine Konklusion
5.3 Siedlungsevolution im Tal von Mexiko
5.3.1 Einleitung
5.3.2 Der topographisch-geologische Kontext
5.3.3 Klima
5.3.4 Vegetation
5.3.5 Ressourcen
5.3.5.1 Geologische Ressourcen
5.3.5.2 Biotische Ressourcen
5.3.5.3 Edaphische Ressourcen
5.3.6 Siedlungsphasen im Tal von Mexiko
5.3.7 Siedlungspräferenz in der Chalco-Xochimilco-Region
5.3.8 Siedlungstypen
5.3.9 Siedlungsmuster und seine theoretischen Implikationen
5.3.10 Siedlungshierarchie
5.3.11 Genese der Siedlungshierarchie
5.3.12 Das Tal von Mexiko: eine Konklusion
6. INTERREGIONALER AUSTAUSCH IM MITTLEREN FORMATIVUM
6.1 Ziele und Methodik
6.2 Theoretischer Überbau und Prämissen
6.3 Empirische Grundlagen für ein mesoamerikanisches Austauschnetzwerk
6.3.1 Binäre Betrachtung ausgewählter Regionen und Zentren in Mesoamerika
6.3.1.1 Morelos – Golfküstenregion
6.3.1.2 Morelos – Tal von Mexiko
6.3.1.3 Morelos – Tal von Oaxaca
6.3.1.4 Morelos – Guerrero
6.3.1.5 Morelos – Pazifikküste Guatemalas
6.3.1.6 Tal von Oaxaca – Tal von Mexiko
6.3.1.7 Tal von Oaxaca - Pazifikküste Guatemalas und Chiapas´
6.3.1.8 Tal von Oaxaca – Golfküstenregion
6.3.1.9 Tal von Mexiko – Golfküstenregion
6.3.1.10 Tal von Mexiko – Guatemala Hochland
6.3.1.11 Tal von Mexiko – Pazifikküste
6.3.1.12 Zentralchiapas – Golfküstenregion
6.3.1.13 Zentralchiapas – Pazifikküste Guatemalas und Chiapas´
6.3.1.14 Zentralchiapas – Hochland von Mexiko
6.3.1.15 Golfküstenregion – Pazifikküste Guatemalas und Chiapas´
6.3.1.16 Golfküstenregion – Maya-Tiefland
6.3.1.17 Golfküstenregion – El Salvador
6.3.1.18 Golfküstenregion – Honduras
6.3.1.19 Golfküstenregion – Hochland von Guatemala
6.3.1.20 Hochland von Guatemala – Honduras
6.3.1.21 Hochland von Guatemala – Pazifikküste Guatemalas und Chiapas´
6.3.1.22 Hochland von Guatemala – Zentralchiapas
6.3.2 Konklusion
7. Schlussbemerkungen
7.1 Zusammenfassung
7.2 Theoretische Schlussfolgerungen
7.3 Schlusswort
Die Arbeit untersucht die Entwicklung soziopolitischer Komplexität im Mittleren Formativum Mesoamerikas (ca. 1000/900–400 v. Chr.), indem sie regionale Siedlungshierarchien in zwei Fallbeispielen (Täler von Oaxaca und Mexiko) analysiert und diese als Ausgangspunkt für ein interregionales Austauschnetzwerk betrachtet. Das primäre Ziel ist die Überprüfung, ob sich Siedlungshierarchien und Elite-Austausch als parallele Prozesse zur soziopolitischen Differenzierung verstehen lassen, ohne das Austauschnetzwerk als alleinigen "prime mover" zu definieren.
6.3.1.1 Morelos – Golfküstenregion
Die Bedeutung Chalcatzingos lag nicht nur in seiner Rolle als Rohstoffdistributionspunkt, der die Ressourcen, wie Eisenerzpigmente, Kaolin und Feuerstein aus seinem Umland erhielt, sondern auch als Knotenpunkt zwischen einzelnen Regionen (Grove 1989b: 146). Kenneth Hirth (1978) hat das in der Geographie angewandte Konzept der „gateway cities“ übernommen und auf den formativen Ort Chalcatzingo angewandt. Nach Burghardt (1971: 270) befinden sich „gateway cities“ im Gegensatz zu Zentralen Orten an der Peripherie ihres Einflussgebietes und entstehen an wichtigen ökonomischen Kreuzungspunkten (ibd.). Die Siedlungen dieses Gebietes sind miteinander über hierarchisierte dendritische, fächerartige Verbindungen verknüpft, die in der „gateway city“ münden und eine Minimierung der Transportkosten von Ort zu Ort gewährleisten (Abb. 87; Hirth 1978: 37f.).229 Die Rohstoffe werden aus dem Hinterland hierarchisch weitergeleitet und von der „gateway community“ interregional distributiert. Dieser Prozess findet auch vice versa statt.230
Monumentale Kunst in Chalcatzingo ist Grove (1989b: 132) zufolge durch die Technik und den Stil der Golfküste (zeitgleich zu La Venta) beeinflusst, obwohl erstere eine lokale Ausprägung besitzt, die Grove (ibd.) als „frontier art“ bezeichnet. Die Anzahl der Monumente dieses Stils ist in Chalcatzingo groß, so dass exemplarisch hier zwei vorgestellt werden. Zum einen enthält Monument 1 (Abb. 88), der sogenannte „El Rey“ viele diagnostische olmekische Elemente, wie das „U“-Motiv, das St. Andreas Kreuz und die dreifach vorkommenden Regentropfen. Zum anderen die petroglyphische Darstellung von vier Personen auf Monument 2 (Abb. 89), die ebenfalls Teile des „olmekischen Kanons“ beinhalten. Gleichzeitig weisen die Figuren eine frappante Ähnlichkeit zur Erscheinung auf der San Miguel Amuco-Stele und den Akteuren auf Monument 12 in Chalchuapa (Abb. 90) auf. Auf der keramischen Ebene zeigt die Peralta Orange-Ware Ähnlichkeiten zur Keramik in La Venta und Tres Zapotes (Grove 1984:. 83f.), ist aber auch in Orten des nördlichen Maya-Tieflands durch den lokalen Joventud Red-Typus vertreten (ibd. 84; Andrews 1986: 41).
1. EINLEITUNG: Definiert den zeitlichen und räumlichen Rahmen der Arbeit und erläutert den Aufbau sowie die methodischen Prämissen.
2. DAS FRÜHE FORMATIVUM: Skizziert die grundlegende Periode vor dem Mittleren Formativum, um Kontinuitäten und Übergänge in der kulturellen Entwicklung aufzuzeigen.
3. DAS MITTLERE FORMATIVUM: Beschreibt die Zäsuren und qualitativen Veränderungen, die den Übergang zum Mittleren Formativum markieren.
4. DIE ROLLE DER OLMEKEN INNERHALB DES MESOAMERIKANISCHEN FORMATIVUMS: Erörtert die Kontroverse um die olmekische „Mutterkultur“ und ordnet sie in ein Netzwerk komplexer Gesellschaften ein.
5. REGIONALE SIEDLUNGSHIERARCHIEN IM MITTLEREN FORMATIVUM: Analysiert die Siedlungsentwicklung in den Tälern von Oaxaca und Mexiko unter Berücksichtigung ökologischer und soziopolitischer Faktoren.
6. INTERREGIONALER AUSTAUSCH IM MITTLEREN FORMATIVUM: Untersucht das interregionale Austauschnetzwerk durch binäre Vergleiche und theoretische Modelle zum Prestigegüteraustausch.
7. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Fasst die Ergebnisse zusammen und zieht theoretische Schlussfolgerungen zur soziopolitischen Komplexisierung.
Mittleres Formativum, Mesoamerika, Siedlungshierarchie, Olmeken, Prestigegüteraustausch, Häuptlingstum, Tal von Oaxaca, Tal von Mexiko, Chalcatzingo, Siedlungsmuster, Soziopolitische Komplexität, Interregionaler Austausch, Eliten, Archäologie, Sesshaftigkeit.
Die Arbeit untersucht die Herausbildung soziopolitischer Komplexität und hierarchischer Siedlungssysteme im Mittleren Formativum in Mesoamerika, basierend auf archäologischen Daten aus verschiedenen Regionen.
Zu den Schwerpunkten gehören Siedlungsarchäologie, soziopolitische Entwicklung, interregionaler Austausch von Prestigegütern und die Rolle der olmekischen Kultur innerhalb dieses Netzwerks.
Das Hauptziel ist es, Siedlungshierarchien als Ausdruck soziopolitischer Komplexität zu untersuchen und zu zeigen, wie ein Prestigegüternetzwerk als Motor für diese Entwicklungen diente.
Die Arbeit nutzt einen komparativen und modellbasierten Ansatz, indem sie archäologische, geographische und ethnologische Modelle (wie die Zentrale-Orte-Theorie) anwendet und regionale Daten induktiv sowie deduktiv auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine regionale Mikroebene (Fallbeispiele Tal von Oaxaca und Mexiko) und eine interregionale Makroebene (Austauschnetzwerke zwischen verschiedenen Regionen).
Siedlungshierarchie, Formativum, Olmeken, Komplexität, Prestigegüter, Mesoamerika, Austauschsysteme.
Das Tal von Oaxaca dient als eines der beiden Hauptbeispiele, um eine detaillierte regionale Siedlungsevolution und die Entwicklung von Machtstrukturen wie Häuptlingstümern anhand archäologischer Funde zu belegen.
Sie lehnt das veraltete Konzept der olmekischen "Mutterkultur" ab und ordnet die Olmeken als Partner in einem multilateralen Netzwerk von "Schwesterkulturen" ein.
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