Diplomarbeit, 2011
57 Seiten, Note: 1,2
A. Einleitung – Die neue Paulusperspektive und die ἔργα νόμου
B. Bedeutung und Funktion der ἔργα νόμου in Gal und Röm
I. Voraussetzungen: δικαιοσύνη (θεοῦ) und δικαιοῦσθαι in der LXX
II. Rechtfertigung und ἔργα νόμου im Galaterbrief
1. Verfasser, Adressaten und Anlass des Galaterbriefes
2. Der „Rechenschaftsbericht“ des Paulus bis Galater 2,10
3. Der „antiochenische Zwischenfall“
4. Rechtfertigung ἐκ πίστεως Χριστοῦ οὐκ ἐξ ἔργων νόμου in Gal 2,15-21
5. Streiflichter der Argumentation ab Gal 3
6. Zusammenfassung: ἔργα νόμου im Galaterbrief
III. Rechtfertigung und ἔργα νόμου im Römerbrief
1. Verfasser, Adressaten und Anlass des Römerbriefes
2. Der Nachweis der Sündhaftigkeit aller Menschen bis Röm 3,20
Exkurs: 4QMMT und ἔργα νόμου bei Paulus – Rechtsforderungen oder Taten?
3. Die Offenbarung der δικαιοσύνη θεοῦ χωρὶς ἔργων νόμου in Röm 3,21-31
4. Äquivalente der ἔργα νόμου ab Röm 4
5. Streiflichter zum Gesetz und zur Rechtfertigung im Römerbrief
IV. Zusammenfassung: ἔργα νόμου im Römerbrief und Galaterbrief
C. Die ἔργα νόμου und Rechtfertigung aus Glauben bei Paulus
1. Gesetzeserfüllung als Sünde? – ἔργα νόμου bei Rudolf Bultmann
2. Soziologie und Soteriologie – ἔργα νόμου bei James D.G. Dunn
3. Rechtfertigung aus Glauben – Hilfsmittel paulinischer Missionstheorie?
4. Rechtfertigung aus Glauben bei Paulus – eine Skizze
D. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion des paulinischen Begriffs "ἔργα νόμου" (Werke des Gesetzes) im Galaterbrief und Römerbrief. Das Hauptziel besteht darin, durch eine detaillierte Exegese der zentralen Textpassagen (Gal 2,11-21 und Röm 3,21-31) zu klären, ob Paulus mit diesem Ausdruck eine Haltung kritisiert, die auf ein verdienstliches Handeln zielt, oder ob es sich um eine Beschreibung der Gesetzeserfüllung als exklusivem Weg zum Heil handelt, der dem christlichen Glauben diametral entgegensteht.
6. Zusammenfassung: ἔργα νόμου im Galaterbrief
Das Syntagma ἔργα νόμου findet sich im Galaterbrief insgesamt nur sechs Mal, wovon drei Belege innerhalb des „Grundsatzes“ von der Rechtfertigung in Gal 2,16 vorkommen. Es begegnet nur in der präpositionalen Genitivverbindung ἐξ ἔργων νόμου („aus, aufgrund, durch Werke des Gesetzes“) und in 2,16 mit einer passiven Verbform von δικαιόω. Die so bezeichnete Rechtfertigung „aus Werken des Gesetzes“ steht in Fundamentalopposition zu der ἐκ πίστεως Χριστοῦ. Das Lexem ἔργα νόμου wird im Kontext des antiochenischen Konflikts um die Tischgemeinschaft von Juden- mit Heidenchristen eingeführt und steht daher für die konkrete Erfüllung der jüdischen Speisegebote. Es steht aber ebenso für das Beschneidungsgebot und impliziert somit das Halten des ganzen Gesetzes (3,10.12; 5,3), wobei Paulus sie bei den Gegnern als Weg, Mittel oder Grundlage der Rechtfertigung (und damit des Heils) unterstellt und grundsätzlich ablehnt. In dieser Bedeutung gebraucht er synonym die Begriffe διὰ νόμου (2,21), ὑπὸ νόμον (4,21) oder ἐν νόμῳ (3,11), was zeigt, dass nicht einzelne Taten bzw. Gebotserfüllungen zur Debatte stehen, sondern umfassende Thoraobservanz als Heilsweg.
Umgekehrt kann Paulus die Wendung ἐξ ἔργων νόμου verkürzt zur Bezeichnung dieses falschen Heilsweges verwenden (3,2.5.10). Eine negative Konnotation haben die ἔργα νόμου bzw. die damit bezeichnete Grundüberzeugung nur, weil und insofern sie als Alternative die Rechtfertigung aus Glauben an Jesus Christus ignorieren bzw. für ungültig erklären (2,21; 5,4). Das Halten des Gesetzes an sich wird nicht negativ eingeschätzt (5,23). Auch eine grundsätzliche Ablehnung der Thora findet sich nicht, wiewohl sie als Mittel der Rechtfertigung bestritten und der Verheißung nachgeordnet wird (3,17.19-24). Sie ist damit heilsgeschichtlich sekundär und zur Kennzeichnung und Verfluchung menschlicher Übertretungen „hinzugefügt“ (3,12.19). Bis auf Gal 6,2 meint νόμος im Galaterbrief immer die Thora, auch dort, wo Paulus mit präpositionalen Wendungen Bereiche beschreibt, die der πίστις Χριστοῦ entgegenstehen oder durch die falsche Hoffnung geprägt sind, „aus Werken des Gesetzes“ oder „durch das Gesetz“ gerechtfertigt zu werden.
A. Einleitung – Die neue Paulusperspektive und die ἔργα νόμου: Vorstellung des Forschungsstandes und der Fragestellung zur Bedeutung der "Werke des Gesetzes" im Kontext der paulinischen Rechtfertigungslehre.
B. Bedeutung und Funktion der ἔργα νόμου in Gal und Röm: Detaillierte exegetische Analyse der zentralen Briefabschnitte in Galater- und Römerbrief unter Berücksichtigung des juristischen und heilsgeschichtlichen Kontextes.
C. Die ἔργα νόμου und Rechtfertigung aus Glauben bei Paulus: Kritische Diskussion ausgewählter Interpretationen (Bultmann, Dunn, Sanders) und Erarbeitung einer eigenen Synthese zur Rechtfertigung aus Glauben bei Paulus.
D. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse, die eine Ablehnung der "Werke des Gesetzes" als alternativen Heilsweg hervorhebt, ohne das Gesetz an sich als Sünde zu diffamieren.
Rechtfertigung, ἔργα νόμου, Werke des Gesetzes, Paulus, Galaterbrief, Römerbrief, Thora, Rechtfertigung aus Glauben, Gesetzeserfüllung, Glaube, Christus, New Perspective on Paul, Sünde, Heil, Soteriologie
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion des paulinischen Begriffs "ἔργα νόμου" (Werke des Gesetzes) im Galater- und Römerbrief und dessen Verhältnis zur Rechtfertigung aus Glauben.
Die Schwerpunkte liegen auf der Exegese paulinischer Brieftexte, der historischen Einordnung des Gesetzesverständnisses sowie der kritischen Diskussion moderner Forschungsansätze wie der "New Perspective on Paul".
Das Ziel ist es zu klären, ob Paulus mit "Werken des Gesetzes" eine rein verdienstliche Werkgerechtigkeit kritisiert oder ob er das Gesetz als (falschen) alternativen Heilsweg ablehnt, der dem Glauben an Jesus Christus entgegensteht.
Es handelt sich um eine exegetische Arbeit im Bereich der Neutestamentlichen Wissenschaft, die auf einer philologischen und kontextuellen Analyse der griechischen Originaltexte sowie der Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Argumentation im Galater- und Römerbrief, die kritische Sichtung von Positionen namhafter Theologen wie Bultmann, Dunn und Sanders sowie eine abschließende Skizze des paulinischen Rechtfertigungsverständnisses.
Die zentralen Begriffe sind Rechtfertigung, ἔργα νόμου, paulinische Theologie, Soteriologie und das Verhältnis von Gesetz und Glauben.
Der Autor stellt fest, dass die theologische Bewertung in beiden Briefen analog ist; der Galaterbrief ist jedoch polemischer im Ton, da Paulus hier direkt gegen den Beschneidungszwang der Gegner kämpft, während der Römerbrief das Thema grundsätzlicher und systematischer entfaltet.
Der Autor argumentiert, dass der Begriff umfassende Thoraobservanz meint, die von Paulus als alternativer Heilsweg abgelehnt wird, weil er die Erkenntnis der Sündhaftigkeit und die Notwendigkeit der Rechtfertigung durch Christus verkennt.
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