Seminararbeit, 2012
16 Seiten
1 Das Phänomen der Overconfidence
2 Die verschiedenen Overconfidence Messansätze in der Literatur
2.1 Die Fehleinschätzung von Managern
2.2 Die Overconfidence-Maße von Malmendier und Tate
2.2.1 Die „offenbarte Überzeugung“ als Maß für die Overconfidence bei Managern
2.2.2 Die Außenwahrnehmung als Maß für die Overconfidence des Managers
2.3 Die abnormale Rendite bei Insidergeschäften als Maß der Overconfidence bei Managern
3 Diskussion der verschiedenen Messansätze
4 Determinanten der Overconfidence
5 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, inwieweit das psychologische Phänomen der Overconfidence bei Managern messbar ist. Da es sich um eine Wahrnehmungsverzerrung handelt, die sich einer direkten Beobachtung entzieht, liegt der Fokus auf der Analyse und kritischen Diskussion verschiedener quantitativer Messansätze aus der aktuellen wissenschaftlichen Literatur.
2.1 Die Fehleinschätzung von Managern
Unter Overconfidence verstehen die Autoren BEN-DAVID, GRAHAM und HARVEY in ihrem Beitrag eine Überschätzung der vorhandenen Informationen bzw. des vorhandenen Wissens seitens der Manager.6 Diese Fehleinschätzung kann ihnen zufolge einerseits darin begründet sein, dass die Individuen die Genauigkeit ihrer Vorhersagen überschätzen oder andererseits die Varianz von unsicheren Ereignissen unterschätzen. Daraus folgt, dass die Wahrscheinlichkeitsverteilungen dieser Individuen zu eng gefasst sind.
Ausgehend von diesem Verständnis der Overconfidence haben die Autoren drei verschiedene Methoden zur Messung der Overconfidence der Manager bzw. des Grads der Fehleinschätzung der Manager konstruiert.
Datenbasis dieser verschiedenen Overconfidence-Maße ist eine quartalsmäßige Managerbefragung, die von Juni 2001 bis September 2010 durchgeführt wurde.7 Adressaten dieser Befragung waren die Senior Financial Executives verschiedener US-Unternehmen. Diese Manager wurden darum gebeten eine einjährige und eine auf das Jahr umgerechnete durchschnittliche Ertragsprognose der nächsten zehn Jahre für den S&P 500 abzugeben. Für beide Zeiträume sollten sie darüberhinaus noch das zehnte und neunzigste Perzentil für ihre Prognose bestimmen. Aus diesen beiden Werten wurde dann ein 80%-iges Konfidenzintervall für die Vorhersage jedes Managers konstruiert.8 Dabei reflektiert ein weit gefasstes Intervall eine hohe Unsicherheit bzgl. des Eintretens der eigenen Ertragsprognose, wohingegen ein eng gefasstes Intervall für das Vertrauen in die Richtigkeit der eigenen Schätzung spricht. Aus dem individuellen Konfidenzintervall des Managers wurde daraufhin die individuelle Volatilität des Managers geschätzt. Neben dieser Befragung wurden weitere Datenbanken genutzt um beispielsweise unternehmensbezogene Informationen, das VIX oder auch die tatsächlich realisierten S&P 500 Erträge zu erhalten.9
1 Das Phänomen der Overconfidence: Einleitung in die Wahrnehmungsverzerrung der Selbstüberschätzung bei Managern und Erläuterung der Problematik ihrer Messbarkeit.
2 Die verschiedenen Overconfidence Messansätze in der Literatur: Detaillierte Darstellung verschiedener wissenschaftlicher Methoden zur Quantifizierung von Overconfidence bei Managern.
3 Diskussion der verschiedenen Messansätze: Kritische Auseinandersetzung mit der Vergleichbarkeit, Aussagekraft und den Schwächen der vorgestellten Messmethoden.
4 Determinanten der Overconfidence: Analyse von Einflussfaktoren auf die Overconfidence und Untersuchung, ob diese als zeitlich persistentes Merkmal anzusehen ist.
5 Zusammenfassung: Abschließendes Fazit, das die Komplexität der Messung betont und das Fehlen eines einheitlichen Konzepts in der Literatur festhält.
Overconfidence, Managerentscheidungen, Wahrnehmungsverzerrung, Messansätze, Konfidenzintervall, Selbstüberschätzung, Fehlkallibrierung, Malmendier, Tate, Ben-David, Insiderhandel, Unternehmensperformance, Behavioral Finance, Ertragsprognose, Volatilität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie Overconfidence (Selbstüberschätzung) bei Managern anhand verschiedener wissenschaftlicher Messansätze quantitativ erfasst werden kann.
Die Arbeit deckt die Definition von Overconfidence, die Vorstellung verschiedener Messmethoden, die kritische Diskussion dieser Methoden sowie die Untersuchung von Einflussfaktoren (Determinanten) ab.
Das Ziel ist es, einen Überblick über existierende Ansätze zur Messung von Overconfidence zu geben und diese kritisch im Hinblick auf ihre Eignung und Aussagekraft zu reflektieren.
Die Arbeit folgt einem literaturbasierten Ansatz, bei dem verschiedene empirische Studien und deren verwendete Messinstrumente (wie z. B. Managerbefragungen oder Analysen von Aktienportfoliotransaktionen) ausgewertet und gegenübergestellt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Messansätze von Autoren wie Ben-David, Graham, Harvey, Malmendier, Tate sowie Kolasinski und Li, gefolgt von einer kritischen Diskussion dieser Ansätze.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Overconfidence, Behavioral Finance, Managerentscheidungen, Messansätze und Fehlkallibrierung geprägt.
Die Konstruktion ist oft sehr aufwendig und die Stichproben können relativ klein sein. Zudem ist nicht immer eindeutig, ob das beobachtete Verhalten (z.B. Halten von Optionen) tatsächlich auf Overconfidence basiert oder andere rationale Gründe hat.
Während einige Studien Overconfidence als über die Zeit andauernde Wahrnehmungsverzerrung sehen, betrachten andere sie als dynamisches Phänomen, das durch Lerneffekte oder vergangene Prognoseerfolge beeinflusst wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

