Seminararbeit, 2011
30 Seiten, Note: 14 Punkte
Das Prüfungsseminar „Die Fortentwicklung des Arbeitsrechts durch BAG und EuGH“ befasst sich mit der „Emmely“-Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 10. Juni 2010. Die Arbeit analysiert das Urteil im Kontext der bisherigen Rechtsprechung und Fachliteratur, untersucht die rechtlichen Wertungen des BAG und beleuchtet die Auswirkungen der Entscheidung auf die Praxis.
Der erste Teil des Seminars führt in das Thema ein und stellt die „Emmely“-Entscheidung des BAG im Kontext der bisherigen Rechtsprechung und der Fachliteratur dar. Im zweiten Teil werden die rechtlichen Wertungen des BAG im Detail analysiert, wobei insbesondere der Begriff des „wichtigen Grundes“ und die Interessenabwägung im Mittelpunkt stehen. Der dritte Teil befasst sich mit den Auswirkungen der Entscheidung auf die Praxis, insbesondere auf die Abmahnungspraxis und den Arbeitnehmerschutz. Im vierten Teil wird die bisherige Instanzenrechtsprechung nach dem „Emmely“-Urteil beleuchtet. Abschließend wird ein Fazit gezogen, welches die Bedeutung der Entscheidung für die Entwicklung des Arbeitsrechts bewertet.
„Emmely“-Entscheidung, Bundesarbeitsgericht, Arbeitsrecht, Kündigungsschutz, wichtiger Grund, Interessenabwägung, Abmahnung, Arbeitnehmerschutz, Instanzenrechtsprechung, Paradigmenwechsel, Rechtsprechung, Fachliteratur.
In der Entscheidung ging es um die außerordentliche Kündigung einer Supermarktkassiererin wegen des unberechtigten Einlösens zweier Pfandbons im Wert von 1,30 €. Das BAG erklärte die Kündigung für unwirksam, da sie unverhältnismäßig war.
Das Arbeitsgericht und das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg sahen in dem Diebstahl bzw. der Unterschlagung einen so schweren Vertrauensbruch, dass eine Weiterbeschäftigung unzumutbar erschien, ungeachtet des geringen Werts.
Das BAG betonte, dass bei einer Kündigung stets eine umfassende Interessenabwägung stattfinden muss. Dabei überwogen im Fall "Emmely" die langjährige, störungsfreie Betriebszugehörigkeit und die soziale Schutzbedürftigkeit das Kündigungsinteresse des Arbeitgebers.
Nein, das BAG hat ausdrücklich klargestellt, dass es keine feste Bagatellgrenze gibt. Jeder vermögensrelevante Pflichtverstoß ist grundsätzlich geeignet, einen wichtigen Grund für eine Kündigung darzustellen, muss aber im Einzelfall abgewogen werden.
Das Urteil führte zu einer Verschärfung der Abmahnungspraxis. Arbeitgeber müssen nun im Zweifel eher abmahnen, bevor sie eine Kündigung bei geringfügigen Verstößen aussprechen können, um die Verhältnismäßigkeit zu wahren.
Es handelt sich um die erste Stufe der Prüfung einer außerordentlichen Kündigung gemäß § 626 BGB. Hierbei wird abstrakt geprüft, ob ein Verhalten generell geeignet ist, das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer Frist zu beenden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

