Bachelorarbeit, 2007
58 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Allgemeine Definition des Qualitätsbegriffs
2.1 Was ist Qualitätsmanagement?
3. Entstehungskontext der Qualitätsdebatte im öffentlichen Bereich
3.1 Bedeutung der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung (KGSt)
4. Rahmenbedingungen in der Kinder- und Jugendhilfe
4.1 Gesetzliche Grundlagen in der Kinder- und Jugendhilfe
4.2 Kindertagesseinrichtungen
4.2.1 Gesetzliche Grundlagen für Kinderbetreuungseinrichtungen
4.2.2 Auftrag der Kindertageseinrichtungen
4.2.3 Qualitätsziele
5. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
5.1 Einfluss von Rahmenbedingungen und Strukturen auf die Qualitätsdiskussion
6. Qualitätsentwicklung in der öffentlichen Kinderbetreuung
6.1 Definition von Qualität in Kindertageseinrichtungen
6.2 Qualitätsstandards in Kindertageseinrichtungen
6.2.1 Qualitätsdimensionen
6.2.2 Prozessqualität
6.2.3 Strukturqualität
6.2.4 Ergebnisqualität
6.2.5 Zusammenwirken der Qualitätsdimensionen
6.3 Qualitätssicherung
6.4 Qualitätsmanagementsysteme
6.5 Zertifizierung
7. Anforderungen an Qualitätskonzepte in Kindertageseinrichtungen
7.1 Total Quality Management (TQM)
7.1.1 European Foundation for Quality Management (EFQM)
7.1.2 DIN EN ISO 9000 ff.:2000
7.1.3 Kindergarten-Einschätzskala (KES)
7.1.4 Kronberger Kreis
7.1.5 QM elementar
7.1.6 Benchmarking
8. Eigene Erfahrungen mit QM elementar in der Praxis
9. Zusammenfassung
10. Fazit und Perspektiven
Die vorliegende Bachelor-Thesis verfolgt das Ziel, einen strukturierten Überblick über verschiedene Qualitätsmanagementsysteme für Betreuungseinrichtungen für Kinder zu geben, um Träger bei der Auswahl eines geeigneten Systems zu unterstützen. Dabei wird untersucht, inwieweit industriegeprägte Konzepte auf den sozialen Bereich übertragbar sind und wie eine nachhaltige Qualitätsentwicklung in der Praxis gelingen kann.
6.2.2 Prozessqualität
Die Frage nach dem WIE wird mit der Prozessqualität betitelt.
Die Prozessqualität beschreibt den Verlauf der Erbringung der entsprechenden Dienstleistung. Sie fragt danach, wie gehandelt und kommuniziert wird, also nach den pädagogischen Prozessen und Interaktionen. Hierzu gehören: Interaktionen der Fachkräfte selbst, Interaktionen zwischen Fachkräften und Kindern, Interaktionen zwischen Fachkräften und Eltern, Interaktionen der Kinder sowie die Zusammenarbeit mit Träger/Netzwerken.
Im Glossar des Werkes „Qualitätskonzepte in der sozialen Arbeit“ beschreiben die Autoren Boeßenecker u.a. Prozessqualität als „eine Qualitätsdimension, die sowohl die Kontaktaufnahme zwischen sozialen Diensten und ihren Adressaten als auch die Leistungserstellung umfasst.“ (Boeßenecker u.a.2003. S. 198) Alle Qualitätsdimensionen beeinflussen sich wechselseitig. So wird die pädagogische Prozessqualität wiederum von der Strukturqualität beeinflusst. Der Bereich der Prozessqualität beinhaltet dabei auch die Beziehungsqualität.
Über die Prozessqualität werden quasi alle anderen Qualitätsaspekte im Sinne von Entwicklungsförderung an die Kinder weitergegeben. Rossbach belegt dies durch folgende Aussage „Ein günstiger Erzieher-Kind Schlüssel kann sich in einer Kindergruppe nur dann entwicklungsfördernd auswirken, wenn er sich in den entsprechenden pädagogischen Interaktionen des pädagogischen Fachpersonals und entsprechenden Erfahrungsmöglichkeiten der Kinder niederschlagen.“ (Rossbach 20004. S. 271)
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die als Handout für Träger und Fachpersonal fungieren soll, und gibt einen Überblick über den inhaltlichen Aufbau der Thesis.
2. Allgemeine Definition des Qualitätsbegriffs: Dieses Kapitel nähert sich dem mehrdeutigen Begriff der Qualität aus verschiedenen Perspektiven an und arbeitet die Notwendigkeit von Qualitätsmanagement als Messinstrument heraus.
3. Entstehungskontext der Qualitätsdebatte im öffentlichen Bereich: Es wird analysiert, wie betriebswirtschaftliche Anforderungen und Finanzierungskrisen den Druck auf öffentliche Verwaltungen erhöhten, soziale Arbeit unter Effizienzgesichtspunkten zu steuern.
4. Rahmenbedingungen in der Kinder- und Jugendhilfe: Das Kapitel stellt die gesetzlichen Grundlagen im SGB VIII dar und leitet daraus den spezifischen Erziehungs-, Betreuungs- und Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen ab.
5. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen: Hier werden demografische und familiäre Veränderungen beleuchtet, die zu einer gesteigerten Komplexität und höheren Anforderungen an die Arbeit in Kindertageseinrichtungen führen.
6. Qualitätsentwicklung in der öffentlichen Kinderbetreuung: Dieses Kernkapitel definiert die Qualitätsdimensionen (Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität) und erläutert deren Wechselwirkungen sowie die Bedeutung von Qualitätssicherung und Zertifizierung.
7. Anforderungen an Qualitätskonzepte in Kindertageseinrichtungen: Die Verfasserin stellt verschiedene etablierte Konzepte wie TQM, EFQM, KES, den Kronberger Kreis, QM elementar und Benchmarking vor und bewertet diese kritisch.
8. Eigene Erfahrungen mit QM elementar in der Praxis: Die Autorin reflektiert ihre eineinhalbjährige praktische Anwendung des Konzeptes „QM elementar“ als Einrichtungsleiterin und bewertet den Nutzen sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung.
9. Zusammenfassung: Eine komprimierte Darstellung der wesentlichen Erkenntnisse über die Auswahl und Anwendung von Qualitätsmanagementsystemen in Kindertageseinrichtungen.
10. Fazit und Perspektiven: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, dass Qualitätsmanagement ein hilfreiches Werkzeug zur zielgerichteten Weiterentwicklung darstellt, sofern die pädagogische Qualität und Partizipation der Beteiligten im Fokus bleiben.
Qualitätsmanagement, Kindertageseinrichtungen, Prozessqualität, Strukturqualität, Ergebnisqualität, TQM, EFQM, Kindergarten-Einschätzskala, Kronberger Kreis, QM elementar, Benchmarking, Zertifizierung, Kinder- und Jugendhilfe, Sozialpädagogik, Qualitätsentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Qualitätsmanagement in Kindertageseinrichtungen und untersucht, wie Träger und pädagogische Fachkräfte geeignete Systeme zur Qualitätssicherung und -entwicklung finden und implementieren können.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Qualität, die Analyse von Qualitätsdimensionen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die kritische Gegenüberstellung verschiedener Managementmodelle.
Das Hauptziel ist es, ein übersichtliches Handout bereitzustellen, das Entscheidungsträgern bei der Auswahl eines passenden Qualitätsmanagementsystems hilft und die Praxisrelevanz sowie die Grenzen dieser Systeme aufzeigt.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur zu Qualitätskonzepten mit ihren eigenen langjährigen Erfahrungen als Erzieherin und Leiterin in der Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Qualitätsbegriffe und Dimensionen sowie in eine detaillierte Darstellung und Einschätzung verschiedener Konzepte wie etwa TQM, KES oder QM elementar.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Qualitätsmanagement, Kindertageseinrichtungen, Prozessqualität, Qualitätsdimensionen, Zertifizierung und Qualitätsentwicklung charakterisiert.
Sie ermöglicht eine differenzierte Betrachtung der Einrichtung: Während die Struktur die Rahmenbedingungen definiert, fokussiert die Prozessqualität auf das pädagogische Handeln und die Ergebnisqualität auf die Wirkungen beim Kind und der Familie.
Als größte Herausforderung wird der hohe Zeitaufwand für Dokumentation und Transfer genannt, der nicht zu Lasten der pädagogischen Arbeit gehen darf, sowie die Notwendigkeit, alle Mitarbeiter aktiv am Prozess zu beteiligen.
Sie sieht darin eine Chance für mehr Struktur und Transparenz, warnt jedoch vor einer zu starken Formalisierung und betont, dass soziale Einrichtungen stets den Wertkontext und das Leitbild in den Mittelpunkt stellen müssen.
Es verbindet industrielle Management-Instrumente (TQM/ISO) mit einem wertorientierten Ansatz (christliche Soziallehre) und zeichnet sich durch einen begleiteten, zeitlich befristeten Prozess aus, bei dem die Leitung als Multiplikator agiert.
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