Diplomarbeit, 2008
89 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Hebb und Lernregeln
2.1 Hebb-Prinzip und etablierte Lernregeln
2.1.1 Hebbsche Lernregel
2.1.2 Delta-Lernregel
2.1.3 Backpropagation-Lernregel
2.2. Neue Erweiterung der Hebb-Regel und Begründung
2.2.1 Relevanz
3. Fragen – Untersuchungen
3.1 Marketing
3.1.1 Nike in Deutschland
3.1.2 Volksbanken und Raiffeisenbanken
3.1.3 Folgerungen
4. Programmtechnische Modellbeschreibung
5. Programm
5.1 Allgemeine Beschreibung
5.2 Graphische Netzstruktur
5.3 Nachrichten
5.4 Interaktionen
5.5 Setzen von Marketing-Trends
6. Experimente
6.1 Variation der Parameter η und k
6.2 Variation der Aktivierungswerte
6.3 Variation der Resistenzgrenze
6.4 Indoktrination mehrerer Begriffe
6.5 Imagewerte
6.6 Variation von Bedürfnis, Kapital und Zustandswert
6.7 Interagierende interaktive Netze
6.7.1 Ein favorisierendes Netz
6.7.2 Netze mit verschiedenen Präferenzen
6.7.2.1 Erweiterung um neutrales Netz
6.7.3 Unterschiedliche Subnetze
7. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Entstehung einseitiger, fanatischer Weltbilder mithilfe interaktiver neuronaler Netze (IN). Das zentrale Ziel ist es, ein Modell zur Simulation von Kommunikationsprozessen und deren Einfluss auf die kognitive Netzstruktur zu entwickeln und dieses anschließend auf konkrete Fragestellungen der Marketingforschung anzuwenden, insbesondere im Kontext von Markenbildung und Konsumentenverhalten.
2.2. Neue Erweiterung der Hebb-Regel und Begründung
Die bisher dargestellten Lernregeln werden häufig in der Literatur auf das Hebb-Prinzip zurückgeführt, welches leider nicht ganz der Wahrheit entspricht. Blicken wir kurz darauf zurück, dass die hier dargestellten Lernregeln zwar die Verbindungen zwischen den Neuronen verstärken als auch abschwächen, aber gerade nicht in Abhängigkeit der Häufigkeit ihrer Aktivierungen. Die Änderung der internen Topologie erfolgt, wie beispielsweise bei Anwendung der Delta-Regel, insofern mathematisch, als dass Modifikationen der Verbindungsgewichte ausschließlich auf Basis eines Lösungsvektors vorgenommen werden, also in Abhängigkeit von der Größe der Differenz zwischen Soll- und Istwert. Die Häufigkeiten der Aktivierungen, welche durch Umwelteinflüsse gegeben werden, sind somit für die zuvor betrachteten Lernregeln nicht weiter relevant für die Anpassungen der Strukturen des Netzes.
Um dem wirklichen Prinzip von Hebb gerecht zu werden, nämlich dass ein kognitives System auf wiederholte gleichartige Inputs der Umwelt mit entsprechenden Änderungen aufgrund der Häufigkeit reagiert, wird im Rahmen dieser Arbeit eine neue Regel eingeführt, welche Basis für die weiteren Ausführen ist; sie heißt Hebb2-Regel.
Um diese Regel darstellen zu können, wird zunächst das Grundmodell der Nachrichtenverarbeitung im Folgenden dargestellt, da dieses den Ausgangspunkt für die Hebb2-Regel bildet.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik einseitiger Weltbilder und die Motivation, diese mittels interaktiver neuronaler Netze zu modellieren.
2. Hebb und Lernregeln: Vorstellung der theoretischen Grundlagen neuronaler Netze sowie Einführung der neuen "Hebb2-Regel" zur realitätsadäquaten Modellierung von Lernprozessen.
3. Fragen – Untersuchungen: Definition der zentralen Forschungsfragen und deren Verknüpfung mit dem S-O-R-Modell der Marketingforschung.
4. Programmtechnische Modellbeschreibung: Formale Beschreibung des in C# implementierten Kommunikationsmodells und der beteiligten Parameter.
5. Programm: Detaillierte Erläuterung der Software-Umsetzung, inklusive Benutzerführung, Netzwerkkonfiguration und Visualisierungsmöglichkeiten.
6. Experimente: Durchführung und Analyse verschiedener Simulationen zu Parametervariationen, Indoktrination, Imagewerten und interagierenden Netzen.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Simulationsergebnisse und Ausblick auf die praktische Relevanz des Modells für die Marketingforschung.
Neuronale Netze, interaktive Netze, Hebb-Regel, Hebb2-Regel, Marketing, Markenführung, S-O-R-Modell, Konsumentenverhalten, Indoktrination, Weltbilder, Simulation, Kognitive Netzwerke, Lernrate, Marktplatzierung, Kommunikation.
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit der mathematischen Modellierung und Simulation der Entstehung einseitiger oder fanatischer Weltbilder durch interaktive neuronale Netze und deren Anwendung auf ökonomische Fragestellungen.
Die Arbeit verknüpft Grundlagen der Informatik (neuronale Netze) mit psychologischen Lernprozessen und betriebswirtschaftlichen Marketingkonzepten wie Markenbildung und Konsumentenentscheidungen.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung einer neuen Lernregel ("Hebb2-Regel"), um kognitive Prozesse und deren Beeinflussung durch wiederholte externe Impulse (Indoktrination) realistisch darzustellen.
Es wird eine simulationsbasierte Forschungsmethode angewandt, bei der ein eigens entwickeltes C#-Programm genutzt wird, um verschiedene Szenarien kognitiver Anpassung in interaktiven Netzen zu testen.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Lernregel, die technische Implementierung des Modells sowie eine umfangreiche Versuchsreihe, in der unterschiedliche Einflussparameter auf die Netzstabilität und das Kaufverhalten simuliert werden.
Neuronale Netze, Hebb2-Regel, Marketing, Konsumentenverhalten, Indoktrination und Simulation sind die zentralen Schlagworte.
Im Gegensatz zu klassischen Regeln, die auf Fehlervektoren basieren, berücksichtigt die Hebb2-Regel explizit die Häufigkeit von Aktivierungsmustern, um ein natürliches Lernen und Vergessen in kognitiven Systemen abzubilden.
Die Resistenzgrenze modelliert die menschliche Eigenschaft, dass kognitive Strukturen mit zunehmendem Alter oder bei starker Verfestigung an Flexibilität verlieren und gegen neue Impulse resistent werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

