Masterarbeit, 2011
99 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Vorbemerkungen: Geschlecht, Geschlechterstereotype und „doing gender“
3 Aufarbeitung des Forschungsfeldes
Exkurs: Kartographie deutscher Wohnzimmer
3.1 Geschlechterdifferenzen im Fernsehverhalten von GrundschülerInnen
3.2 Geschlechterverhältnisse im Kinderfernsehen
3.3 Medial geleitete Sozialisation
Exkurs: Kindheitsforschung
3.3.1 Parasoziale Interaktion und Wissen aus innerer Repräsentation
3.3.2 Spieltheoretische Annahmen
4 Disneys Kim Possible
4.1 Sendungsanalyse
4.1.1 Inhalt
4.1.2 Repräsentation
4.1.3 Figuren und Akteure
4.2 „Sie kann alles, er nicht“: Genderkonstruktion in der Serie
4.3 Das Phänomen Kim Possible: Erklärungen für das Erfolgsrezept
4.3.1 „Oben drüber“ statt „unten durch“?
4.3.2 Typisch Zeichentrick oder doch Anime?
5 Untersuchungsmethode
5.1 Anlage der Untersuchung
5.2 Das qualitative Interview als Erhebungsinstrument
5.2.1 Wahl und Begründung der Erhebungsmethode
5.2.2 Darstellung des Erhebungsinstruments
5.3 Durchführung der Erhebung
5.4 Auswertung der Daten
6 Interpretation der Daten
7 Diskussion der Ergebnisse und Evaluation
7.1 Einordnung in die Fachdiskussion
7.2 Evaluation
7.2.1 Kritische Reflexion der eigenen Untersuchung und offene Fragen
7.2.2 Ausblick
Schlussbemerkungen
Die Masterarbeit untersucht, welche Geschlechterbilder in der Zeichentrickserie „Disney’s Kim Possible“ dargestellt werden, ob diese von Kindern wahrgenommen werden und inwiefern die Kinder diese erlernten Rollenmodelle in ihren Alltag integrieren. Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, um die Bedeutung von Medienhelden als Alltagsorientierung für Grundschülerinnen zu erfassen.
4.2 „Sie kann alles, er nicht“ – Genderkonstruktion in der Serie
Obgleich sich das Kinderfernsehen im Bereich der Geschlechterdarstellung im Umbruch befinde, so Götz (1999), blieben die Männer die Helden des Programms, in welchem im Normalfall männliche Figuren agierten und Weiblichkeit als Eigenschaft erscheine, die vor allem der inhaltlichen Reproduktionsarbeit diene. Götz erläutert, inhaltlich würden weibliche Figuren oftmals Rollen und Eigenschaften ausfüllen, welche als „nicht männlich“ beschrieben werden können: „das hilflose Opfer, das zu begehrende Weibchen, die umsorgende Mutter oder verständnisvolle Großmutter. In diesem Sinne dienen sie [die weiblichen Figuren, Anmerkung A.W.] zur Inszenierung von „nicht männlichen“ Eigenschaften wie fürsorglich, zickig, launisch, ängstlich, verletzlich oder aufdringlich. In der Tendenz sind Männerfiguren Individuen, Frauenfiguren dagegen ‚nicht-männliche Eigenschaften’“ (Götz 1999: http://www.br-online.de/jugend/izi/text/mayaheld.htm).
Nicht jedoch in „Disney’s Kim Possible“. Betrachtet man die Charaktere der beiden ProtagonistInnen sowie ihr Interaktionsverhältnis, stellt man rasch fest, dass beinahe von einer Umkehr der Geschlechtsrollenstereotype gesprochen werden kann. Kim, die dem Äußeren nach als eindeutig weiblich zu erkennen ist (vgl. dazu Kapitel 4.1.3), zeichnet sich durch Mut, Tatendrang und Führungsqualitäten aus, wohingegen ihr männlicher Partner Ron als ängstlich, verletzlich und – in Hinsicht seiner Versorgungsleistung gegenüber dem Nacktmull Rufus – als fürsorglich beschrieben werden kann. Ron ist es, der in nahezu jeder Serienepisode als hilfloses Opfer dargestellt wird (siehe u.a. „Eine klebrige Angelegenheit“, Sequenz 3), wohingegen Kim als strahlende Heldin auftritt, die nicht nur zu seiner Rettung eilt, sondern gleichzeitig Bösewichte aufhält. Dennoch erfüllen sowohl Kim wie auch Ron gleichzeitig Attribute, die klassischer Weise ihrem jeweiligen Geschlecht zugeschrieben werden: So ist Ron beispielsweise leidenschaftlicher Computerspieler (vgl. Staffel 2, Episode 9) und interessiert an Sport (vgl. Staffel 1, Episode 12), während Kim sich für Mode (vgl. Staffel 1, Episode 4) und Schminktipps (vgl. „Eine klebrige Angelegenheit“, Sequenz 10.1.1) interessiert.
1 Einleitung: Die Einleitung etabliert die Bedeutung des Fernsehens als zentrales Leitmedium für Kinder und begründet die Wahl der Serie „Disney’s Kim Possible“ als Forschungsgegenstand.
2 Vorbemerkungen: Geschlecht, Geschlechterstereotype und „doing gender“: Dieses Kapitel führt theoretische Grundlagen der Gender Studies ein und erläutert Konzepte der sozialen Konstruktion von Geschlecht.
3 Aufarbeitung des Forschungsfeldes: Hier wird der aktuelle Forschungsstand zum Medienkonsum von Kindern sowie zur Darstellung von Geschlechterverhältnissen im Kinderfernsehen und zur medialen Sozialisation dargelegt.
4 Disneys Kim Possible: Das Kapitel widmet sich der detaillierten inhaltlichen Analyse der Serie, der Charakterisierung der Protagonisten und der Untersuchung von Gender- sowie Genre-Aspekten.
5 Untersuchungsmethode: Die methodische Vorgehensweise, bestehend aus der Anlage der Untersuchung, der Wahl des qualitativen Interviews und der Datenauswertung, wird beschrieben.
6 Interpretation der Daten: Die Ergebnisse der Interviews werden extrahiert und interpretiert, wobei der Stellenwert des Fernsehens und der Serie für die befragten Kinder im Vordergrund steht.
7 Diskussion der Ergebnisse und Evaluation: In diesem Kapitel werden die gewonnenen Erkenntnisse in den Forschungsstand eingeordnet und der gesamte Forschungsprozess kritisch reflektiert.
Gender Studies, Fernsehen, Kindheit, Geschlechterrollen, Doing Gender, Mediensozialisation, Kim Possible, Qualitative Forschung, Geschlechterstereotype, Identitätsbildung, Kinderfernsehen, Rollenbilder, Medienhelden, Alltagsorientierung, Parasoziale Interaktion
Die Arbeit untersucht, wie das Fernsehen als Medium die Alltagsorientierung von Grundschülerinnen prägt und welche Rolle dabei die Serie „Disney’s Kim Possible“ spielt.
Die zentralen Themen sind mediale Sozialisation, die Konstruktion von Geschlechterrollen im Kinderfernsehen und die Wirkung von fiktionalen Medienhelden auf Kinder.
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie Kinder die in der Serie gezeigten Rollenbilder wahrnehmen und diese in ihren Alltag oder ihr eigenes Spielverhalten integrieren.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf leitfadengestützten Experteninterviews mit fünf Grundschülerinnen basiert.
Im Hauptteil erfolgen eine Sendungsanalyse von „Disney’s Kim Possible“, eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsfeldes sowie die Auswertung und Interpretation der Interviews.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Gender Studies, Doing Gender, mediale Sozialisation, Geschlechterstereotype und Alltagsorientierung.
Die Serie wurde aufgrund ihrer hohen Beliebtheit bei Kindern in dem entsprechenden Alter und ihrer spezifischen Charakterkonstellation ausgewählt, die klassische Rollenbilder teilweise umkehrt.
Die Kinder werden als Expertinnen ihrer eigenen Lebenswelt begriffen, deren Rezeptionsweisen und Interpretationen der Serie im Mittelpunkt der Untersuchung stehen.
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