Bachelorarbeit, 2011
44 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Definition „Ältere Menschen“
2.2 Wanderungen
2.3 Demografische Alterung
3. Empirische Grundlagen
3.1 Daten zur Binnenmigration älterer Menschen
3.2 Trends der demografischen Alterung
3.3 Trends der Binnenmigration
4. Gründe für die Binnenmigration älterer Menschen
5. Auswirkungen von Migrationsbewegungen für Städte und Gemeinden
5.1 Probleme in Städten durch den Verlust von Einwohnern
5.2 Vorteile der Gemeinden durch den Zuzug von Senioren
6. Bereits durchgeführte Aktivitäten zur Stärkung des Zuzugs von Senioren
6.1 Zukünftige finanzielle Lage von Senioren
6.2 Bereits existierende Ansätze der Anwerbung von Senioren
6.3 Schaffung altersgerechten Wohnraums
6.4 Diskussion der Maßnahmen
7. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob der Zuzug älterer Menschen eine strategische Chance für ostdeutsche Gemeinden darstellt, um den Bevölkerungsrückgang durch Abwanderungen zu kompensieren und wirtschaftliche sowie soziale Stabilität zu fördern.
5.1 Probleme in Städten durch den Verlust von Einwohnern
Um die Frage zu klären, warum es für Städte sinnvoll ist, Verluste in ihrer Einwohnerzahl auszugleichen, sollen an dieser Stelle einige Probleme, die durch den Fortzug entstehen, aufgezeigt werden. Betrachtet man die ökonomischen Folgen eines Einwohnerverlustes, so zeigen verschiedene empirische Untersuchungen, dass der Verlust von Einwohnern nicht zwangsläufig auch mit ökonomischen Verlusten einhergeht. Denn resultieren die Wanderungsverluste aus einer Stadt-Umland-Wanderung, so ist davon auszugehen, dass „der Nachfragerückgang nach lokalen Gütern und Dienstleistungen […] relativ gering“ (vgl. Killisch & Siedhoff 2005: 60) ausfällt. Allerdings bleibt festzuhalten, dass Abwanderungen Gefahren für jede Stadt mit sich bringen. Durch einen Bevölkerungsrückgang verzeichnen Städte in der Regel Verluste bei den Einnahmen durch Lohn- und Einkommenssteuer.
Im Laufe dieser Arbeit wurde darauf hingewiesen, dass eher Menschen wandern, die über die finanziellen Mittel verfügen, um die Kosten einer Wanderung zu bewältigen. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass eine Stadt besonders mit dem Verlust von Personen, die für einen großen Teil des Steuereinkommens verantwortlich sind, zu kämpfen hat. Mit diesen Personen verliert eine Stadt zudem eine Bevölkerungsgruppe, die über eine große Kaufkraft verfügt. Dieser Verlust an Kaufkraft kann in einem Rückgang der Einnahmen durch die Gewerbesteuer spürbar werden. Auch sind Verluste bei den Einnahmen durch Gebühren zu erwarten. Dies gilt nur für Gebühren, die „personen- nutzungs-, oder verbrauchsbezogen erhoben werden“ (Ebd.: 60).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des demografischen Wandels ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die Chancen des Zuzugs älterer Menschen für ostdeutsche Gemeinden zu prüfen.
2. Grundlagen: Es werden zentrale Begrifflichkeiten definiert, insbesondere die Altersabgrenzung sowie theoretische Ansätze zur Entstehung von Migration und demografischer Alterung.
3. Empirische Grundlagen: Das Kapitel liefert einen Überblick über statistische Daten zur Binnenmigration von Senioren sowie Trends zur demografischen Alterung in Deutschland.
4. Gründe für die Binnenmigration älterer Menschen: Es werden die vielfältigen Motive und Einflussfaktoren beleuchtet, die Senioren zu einem Wohnortwechsel bewegen, wie z.B. Gesundheit, soziale Netzwerke oder finanzielle Aspekte.
5. Auswirkungen von Migrationsbewegungen für Städte und Gemeinden: Dieses Kapitel analysiert sowohl die negativen Folgen der Abwanderung als auch das Potenzial, das ein Zuzug von Senioren für die lokale Wirtschaft und Infrastruktur bieten kann.
6. Bereits durchgeführte Aktivitäten zur Stärkung des Zuzugs von Senioren: Es werden finanzielle Rahmenbedingungen für Rentner, erfolgreiche Werbemaßnahmen einzelner Städte und Ansätze zur Schaffung altersgerechten Wohnraums kritisch diskutiert.
7. Fazit: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Zuzug von Senioren nur für eine Minderheit der Gemeinden eine Lösung zur Kompensation von Bevölkerungsverlusten darstellt.
Demografischer Wandel, Binnenmigration, Bevölkerungsrückgang, Ostdeutsche Gemeinden, Seniorenmigration, Stadtentwicklung, Kommunalfinanzen, Altersgerechtes Wohnen, Wanderungsmotive, Altersstruktur, Kommunales Marketing, Infrastruktur, Lebensstile im Alter, Migrationstheorien, Rentenniveau.
Die Arbeit untersucht, ob die Abwanderung in ostdeutschen Gemeinden durch den gezielten Zuzug von älteren Menschen (Senioren) ausgeglichen werden kann und welche Chancen oder Probleme damit verbunden sind.
Die zentralen Felder sind die demografische Entwicklung, die Binnenwanderungsstatistik, die ökonomischen Auswirkungen von Bevölkerungsverlusten auf Kommunen sowie Strategien zur Anwerbung von Senioren.
Das Hauptziel ist die Klärung der Forschungsfrage, ob der Zuzug älterer Menschen eine realistische und nachhaltige Chance darstellt, um den massiven Bevölkerungsrückgang in ostdeutschen Gemeinden zu bewältigen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten und Statistiken, um die Wanderungssalden und demografischen Trends zu interpretieren.
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen und empirischen Grundlagen der Migration, den Beweggründen für Wohnortwechsel im Alter, den städtebaulichen Auswirkungen sowie konkreten Praxisbeispielen für Werbekonzepte und altersgerechtes Wohnen.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen demografischen Wandel, Binnenmigration, Bevölkerungsrückgang, Seniorenmigration, Stadtentwicklung und Kommunalfinanzen.
Die finanzielle Ausstattung beeinflusst sowohl die Wahl des Zielortes als auch die Distanz: Während wohlhabende Senioren eher in attraktive Regionen ziehen, können finanzielle Nöte bei anderen dazu führen, in kostengünstigere Wohngebiete zu migrieren.
Der Autor stuft diese Maßnahmen als oft aktionistisch ein; während kleine Schritte wie Lupen in Supermärkten punktuell helfen, mangelt es an umfassenden Strategien zur Lösung grundlegender Infrastrukturprobleme wie Ärztemangel.
Das Fazit zeigt, dass Senioren die Geburtenrate nicht beeinflussen können und ein Ausgleich des Bevölkerungsverlusts nur kurzfristig möglich ist, sofern kein permanenter Zuzug stattfindet; flächendeckend ist dies somit keine dauerhafte Lösung.
Demografische Prozesse vollziehen sich in Zeiträumen, die weit über typische politische Wahlperioden hinausgehen, weshalb der unmittelbare Handlungsdruck für politisch Verantwortliche fehlt.
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