Magisterarbeit, 2011
58 Seiten, Note: 1,0
1. Sprache und Politik
1.1 Gibt es eine politische Fachsprache?
1.2 Der politische Wortschatz – Klassifizierungsversuche
1.3 Symbolwörter als Kernbestand des Ideologievokabulars
1.3.1 Differenzierung durch Evaluation: Miranda, Anti-Miranda
1.3.2 Differenzierung durch Gebrauch: Fahnenwörter, Stigmawörter
1.4 Ideologische Polysemie
1.5 Das politische Schlagwort
1.6 Abgrenzung des Symbolwortes gegen das Schlagwort
1.7 Die Metapher der Begriffebesetzung
2. Der Wahlslogan als Bestandteil des Wahlplakates
2.1 Das Wahlplakat
2.2 Der Wahlslogan
2.3 Die Wahlslogans der CDU und der SPD aus den Bundestagswahlkämpfen 1953 und 1957
3. Politische Terminologie in der BRD 1949-1974
3.1 Konrad Adenauer 1949-1963
3.2 Ludwig Erhard 1963-1966
3.3 Willy Brandt 1969-1974
3.4 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Sprache und Politik, insbesondere die Rolle der politischen Terminologie in der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1974. Dabei wird analysiert, wie Parteien durch den gezielten Einsatz von Schlagwörtern und Wahlslogans versuchen, politische Begriffe zu besetzen, den Diskurs zu dominieren und Wählerstimmen zu gewinnen.
1.3.1 Differenzierung durch Evaluation: Miranda, Anti-Miranda
Hier unterscheidet man zwischen Miranda und Anti-Miranda. Miranda sind ideologieübergreifende Symbolwörter, die für beide Seiten der Auseinandersetzung positiv konnotiert sind. Miranda bezeichnen erwünschte positive Werte wie z.B. Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit oder Gleichheit. Sie erwecken Bewunderung, sprechen die Gesinnung an. Diese Wörter sollten die Loyalität gegenüber dem Staat oder einer Gruppe stärken und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Zuhörern entstehen lassen.
Das negative Pendant der Miranda sind die Anti-Miranda, die „das Bekämpfte, Verachtete, nicht Wünschenswerte“ zum Ausdruck bringen. Beispiele für diese negativ konnotierten Wörter sind Krieg, Ungerechtigkeit, Rassismus, Diktatur, Diskriminierung, Aggression, Unterdrückung.
1. Sprache und Politik: Dieses Kapitel erörtert die wissenschaftliche Debatte um die Existenz einer politischen Fachsprache und definiert zentrale Begriffe wie Symbolwörter, Schlagwörter und die Metapher der Begriffebesetzung.
2. Der Wahlslogan als Bestandteil des Wahlplakates: Hier werden die Funktionen des Wahlplakates und die Bedeutung des Wahlslogans im Wahlkampf analysiert sowie spezifische Slogans der CDU und SPD in den 1950er Jahren untersucht.
3. Politische Terminologie in der BRD 1949-1974: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Analyse der politischen Sprache in Deutschland unter den Kanzlern Adenauer, Erhard und Brandt und zieht eine Schlussbetrachtung zur terminologischen Dominanz der Parteien.
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Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel von Sprache und Politik und analysiert, wie politische Akteure Begriffe nutzen, um Deutungshoheit zu erlangen.
Die zentralen Themen umfassen die linguistische Analyse des politischen Wortschatzes, die Rolle von Symbolen in der Politik sowie die sprachliche Strategie in Wahlkämpfen.
Das Ziel ist es, die politische Terminologie der Bundesrepublik zwischen 1949 und 1974 zu beschreiben und die Dominanz einzelner Parteien in diesem Prozess aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Analyse politischer Kommunikation, wobei Klassifizierungsmodelle des politischen Vokabulars von Theoretikern wie Dieckmann, Strauss und Sittel angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der politischen Sprache, die Analyse des Wahlplakats als Werbemittel und die chronologische Untersuchung politischer Begriffe von Adenauer bis Brandt.
Begriffe wie Begriffebesetzung, Fahnenwörter, Stigmawörter, Wahlslogan und ideologische Polysemie sind maßgeblich für das Verständnis der Arbeit.
Fahnenwörter dienen der positiven Selbstidentifikation einer Gruppe, während Stigmawörter dazu eingesetzt werden, politische Gegner zu diffamieren und negativ zu markieren.
Die Metapher wurde maßgeblich nach der Wahlniederlage 1972 geprägt, um die Bedeutung der semantischen Auseinandersetzung und des Kampfes um Begriffe für den politischen Erfolg hervorzuheben.
Die Ära Brandt markiert einen Wendepunkt, da es der SPD erstmals gelang, eigene Begriffe wie "Demokratisierung" oder "Lebensqualität" erfolgreich zu besetzen und die Deutungshoheit der CDU herauszufordern.
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