Bachelorarbeit, 2010
81 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Definition der Begriffe „Moral“ und „Wert“
2. 1 Moral- und Wertdefinition im Wandel der Zeit
2. 1. 1 ethischer Aspekt
2. 1. 2 religiöser Aspekt
2. 1. 3 Nihilismus
3. Moral- und Werteverständnis in der Gesellschaft
3. 1 Wertwandel
3. 2 die wertunsichere Gesellschaft
3. 2. 1 Gründe für eine wertunsichere Gesellschaft
3. 2. 1. 1 Rationalismus
3. 2. 1. 2 Individualismus
3. 2. 1. 3 Hedonismus
4. Werterziehung
4. 1 Strategien der Wert- und Moralerziehung
5. Von der Theorie zur Praxis: Wert- und Moralerwerb in der Schule
5. 1 Von der Theorie zur Praxis: Der Kohlberg-Ansatz
5. 2 Tendenzen in der Schule: Ethik- vs. Religionsunterricht
5. 2. 1 Religion und Ethik
5. 2. 1. 1 Der Religionsunterricht
5. 2. 1. 2 Sittliche Bildung – Ethik im Unterricht
5. 3 Umfrage zum Thema „Werte- und Moralvorstellungen in der Schule
6. Zukunftsausblick
7. Zusammenfassung
8. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht das Verständnis von Moral und Werten im Kontext von Erziehung und Schule innerhalb einer gesellschaftlich als wertunsicher wahrgenommenen Gegenwart. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den Ursachen des Wertwandels sowie den Möglichkeiten, wie die Schule durch Religions- und Ethikunterricht auf diese Herausforderungen reagieren kann, um Schülern eine Orientierungshilfe zu bieten.
1. Einleitung
„Hey, hier, ich muss dir etwas zeigen. Hab ich gestern auf dem Schulhof aufgenommen. Phillipp und Moritz haben sich geprügelt. Man, war das heftig. Moritz hat sogar am Kopf geblutet und unsere Lehrerin hat einen Krankenwagen gerufen. Ich hab alles gefilmt und heute Mittag kannst du es dir im Internet angucken. Mach mal einen Kommentar!“
So, oder so ähnlich, verlaufen derzeit viele Pausenhofgespräche. Von Tag zu Tag steigt die Zahl der Gewaltvideos auf bekannten Internetplattformen wie YouTube; sie werden immer gewalttätiger und hemmungsloser. Je brutaler die Prügelei, die im Video zu sehen ist, desto mehr Beliebtheitsklicks und Anerkennung gibt es. Bereits 2008 beklagte der Bundesvorsitzende des Philologenverbandes Heinz-Peter Meidinger, dass es „heute schon fast zum Allgemeinwissen, insbesondere von Jungen ab zwölf Jahren [gehöre]‚ wie und wo man im Internet oder über Freunde ohne Schwierigkeiten an problematische Inhalte wie sehr extreme Sexualitätsdarstellungen und brutale Bilddateien und Spielsequenzen kommt’“.
Diese und andere Beschäftigungen, die häufig auf die neuen Medien zurückzuführen sind, bestimmen derzeit das Leben der Kinder und Jugendlichen. Auf diese Art und Weise suchen sie sich Anerkennung und Zuspruch in ihren Freundeskreisen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Konfrontation von Jugendlichen mit Gewaltmedien und Internetinhalten und leitet daraus die Notwendigkeit einer werteorientierten Erziehung ab.
2. Definition der Begriffe „Moral“ und „Wert“: Dieses Kapitel erarbeitet komplexe Definitionen und philosophische Konzepte von Moral und Wert unter Berücksichtigung ethischer, religiöser und nihilistischer Aspekte.
3. Moral- und Werteverständnis in der Gesellschaft: Hier wird der Wertwandel der letzten Jahrzehnte untersucht und die „wertunsichere Gesellschaft“ als Folge von Rationalismus, Individualismus und Hedonismus beschrieben.
4. Werterziehung: Das Kapitel erläutert die Entstehung der Werterziehung als pädagogische Antwort auf Orientierungslosigkeit und stellt verschiedene Strategien zur Umsetzung vor.
5. Von der Theorie zur Praxis: Wert- und Moralerwerb in der Schule: Es wird analysiert, wie Modelle wie der Kohlberg-Ansatz und Oser-Strategien in den schulischen Kontext übertragen werden können und welche Rolle der Religions- bzw. Ethikunterricht dabei spielt.
6. Zukunftsausblick: Der Ausblick wagt eine Prognose auf die zukünftige Moral- und Wertentwicklung vor dem Hintergrund globaler und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
7. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die theoretischen Ergebnisse und bekräftigt die Bedeutung der Erziehung trotz der Herausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft.
Moral, Wert, Wertwandel, Werterziehung, Schule, Religionsunterricht, Ethikunterricht, Lawrence Kohlberg, Fritz Oser, Wertunsicherheit, Sozialisation, Tugendethik, Nihilismus, Identitätskrisen, Erziehung.
Die Arbeit analysiert das Moral- und Werteverständnis im Bereich Erziehung und Schule in einer Gesellschaft, die von den Autoren als „wertunsicher“ eingestuft wird.
Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen Begriffsbestimmung, dem Phänomen des gesellschaftlichen Wertwandels und der praktischen Umsetzung von Werte- und Moralerziehung in der Schule.
Ziel ist es zu ergründen, welche Auswirkungen der Wertwandel auf Jugendliche hat und welche Rolle die Schule, insbesondere durch den Religions- und Ethikunterricht, bei der Vermittlung stabiler Werte spielen kann.
Es handelt sich um eine interdisziplinäre Literaturarbeit in den Fachbereichen Ethik und Theologie, ergänzt durch einen kleinen praktischen Teil in Form einer Umfrage unter Lehrkräften.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Kernbegriffe, die Analyse der Ursachen für die „wertunsichere Gesellschaft“, die pädagogischen Ansätze zur Werterziehung nach Kohlberg und Oser sowie die Praxis der Schulfächer Ethik und Religion.
Kernbegriffe sind insbesondere Wertwandel, Werterziehung, Moral, Schule sowie die Auseinandersetzung mit dem Kohlberg-Modell.
Die Methode dient als didaktisches Werkzeug, um durch die Konfrontation mit hypothetischen moralischen Konflikten die Urteilsfähigkeit und die moralische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aktiv zu fördern.
Die Befragten heben hervor, dass der Religionsunterricht oft spezifischer (konfessionell gebunden) ist und einen Leitfaden bietet, während der Ethikunterricht allgemeiner angelegt ist und offene philosophische Diskurse fördert.
Er beschreibt den Übergang von traditionellen „Pflicht- und Akzeptanzwerten“ hin zu „Selbstentfaltungswerten“, ausgelöst durch gesellschaftliche Bewegungen und ein gesteigertes Streben nach Individualität.
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