Masterarbeit, 2012
119 Seiten, Note: 2
1. Theoretischer Hintergrund
1.1 Einleitung
1.2 Pferde allgemein
2. Tiergestützte Therapie
2.1 Begriffsdefinition
3. Experteninterviews
3.1 Interview mit Dr. Kurt Kotrschal – 6. Juli 2011
3.2 Interview mit Mag. Norbert Trompisch, 22. Juli 2011
3.3 Interview mit Doris Gilli , 25. Juli 2011
3.4 Interview mit Lynn Thomas, 20. Jänner 2010
4. Pferde als „Co-Therapeuten“
4.1 Verschiedene Therapieformen mit dem Pferd
4.1.1 Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd
4.1.2 Hippotherapie
4.1.3 Reittherapie/Reitpädagogik
4.1.4 Pferde in der systemischen Arbeit
5. Das Spiegeln
5.1 Fallbeispiel 1:
5.2.1 Systemische Strukturaufstellung und Familienskulptur
5.2 Fallbeispiel 2:
5.3 Fallbeispiel 3
6. Qualitative Forschung
6.1 Erkenntnisinteresse und Fragestellung
6.2 Methodologische Positionierung
6.2.1 Die Grundsätze qualitativen Forschens
6.2.2 Forschungsperspektiven
6.3 Wahl der Erhebungsverfahren
6.3.1 Problemzentriertes Interview, Fokussiertes Interview
6.4 Wahl der Auswertungsmethoden
6.4.1 Zusammenfassung und induktive Kategorienbildung
7. Empirischer Teil
7.1 Forschungsfeld
7.2 Diagnostik – ICD10
7.2.1 Diagnose der Symptome bei Burnout Z 73.0 - Erschöpfungssyndrom
7.2.2 Panikstörung F 41.0
7.2.3 Andere Angststörungen F 41.-
7.2.4 Generalisierte Angststörung F 41.1
7.2.5 Angst und depressive Störung, gemischt F 41.2
7.2.6 Depressive Episode F 32.-
7.2.7 Mittelgradige depressive Episode F 32.1
7.2.8 Zwangsstörung F 42.-
7.3 Durchführung der Therapieeinheiten
7.4 Sondierung des Filmmaterials
7.5 Erstellung des Interviewleitfadens
7.6 Durchführung des Interviews
7.7 Auswertung der Fragebögen
8. Schlussfolgerungen
9. Kritische Reflexion
Diese Arbeit untersucht, ob die Einbeziehung von Pferden in die systemische Psychotherapie eine nachhaltige Wirksamkeit bei Patienten mit Depressionen, Burnout und Panikattacken entfaltet. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie die Arbeit mit Pferden den therapeutischen Prozess bereichert und ob Klienten die gewonnenen Erkenntnisse erfolgreich in ihren Alltag übertragen können.
1.1 EINLEITUNG
Pferde begleiten den Menschen seit Jahrtausenden und sind nach wie vor Bestandteil des Lebens auch in diesem Teil unserer Erde. In den letzten Jahrzehnten gewann das Pferd mehr Bedeutung im therapeutischen Feld, als Gebrauchstier ist es nur mehr selten im Einsatz. Es wird in den Bereichen der Hippotherapie, der heilpädagogischen Förderung mit dem Pferd (früher Voltigieren) und zunehmend auch in den psychotherapeutischen Heilverfahren eingesetzt. Monty Roberts (2000) legte mit seinem Werk „Das Wissen der Pferde“ einen Grundstein für das pferdegestützte Mitarbeiter-Coaching und die Unternehmensberatung. Er machte mit weiteren Büchern auf die Möglichkeit aufmerksam, Pferde gewaltlos zu erziehen und als Kooperationspartner zu nutzen. Der „Pferde-flüsterer“, ein Hollywood-Highlight, verfilmt nach dem Roman von Nicholas Evans (2004), mit Robert Redford in der Hauptrolle, ist vielen Menschen, nicht nur Pferdeliebhabern, bekannt.
Im Rahmen der Studie interviewte der Autor vier Experten. Befragt wurden der Wissenschaftler des Jahres 2010, Dr. Kurt Kotrschal, über seine Arbeit mit Wölfen, Mag. Norbert Trompisch über seinen therapeutischen Zugang zu Delfinen, Lynn Thomas über die Gründung und den Stand von EAGALA und Doris Gilli über ihre Arbeit mit Pferden im Rahmen der tiergestützten Therapie für das Psychosomatische Zentrum Waldviertel in Eggenburg. Beschrieben wird, warum diese Experten es für hilfreich halten Tiere einzusetzen und welche Erfahrungen sie persönlich machten. Veränderten die Tiere ihr Leben oder setzten sie diese nur als eine Methode von vielen ein? Wie stellt sich der Mensch-Tier-Kontakt beim Wolf oder Delfin im Unterschied zum Pferd dar und wie ist er „psycho“therapeutisch nutzbar? Der Kontakt mit den hochsensiblen Tieren ermöglicht den Klienten, wichtige Rück-meldungen über ihr eigenes Verhalten zu erkennen. Pferden wird nachgesagt, ein Spiegel der menschlichen Seele, des Inneren, zu sein. Dies wird im Kapitel fünf näher ausgeführt.
1. Theoretischer Hintergrund: Einführung in die historische und therapeutische Bedeutung des Pferdes und die Zielsetzung der Forschungsarbeit.
2. Tiergestützte Therapie: Definition und Abgrenzung der tiergestützten Therapie sowie Überblick über das Berufsbild.
3. Experteninterviews: Vorstellung der geführten Experteninterviews mit Fachleuten zur Arbeit mit Tieren.
4. Pferde als „Co-Therapeuten“: Darstellung verschiedener Therapieformen und des spezifischen Einsatzes von Pferden im systemischen Setting.
5. Das Spiegeln: Analyse des Spiegelungs-Phänomens und Fallbeispiele aus der praktischen Arbeit mit Klienten.
6. Qualitative Forschung: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise und der qualitativen Inhaltsanalyse.
7. Empirischer Teil: Detaillierte Darstellung des Forschungsfeldes, der Diagnosen nach ICD-10 und Auswertung der Klienten-Interviews.
8. Schlussfolgerungen: Fazit zur nachhaltigen Wirksamkeit der pferdegestützten Therapieeinheiten.
9. Kritische Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit dem Forschungsdesign und Ausblick auf weiterführende Studien.
Systemische Psychotherapie, Pferd, Tiergestützte Therapie, Spiegeln, Burnout, Depression, Panikstörung, Ressourcenorientierung, Klient, Coaching, Qualitative Forschung, Kommunikation, Selbstwahrnehmung, Bindung, Transfer.
Die Arbeit untersucht den therapeutischen Nutzen der Einbeziehung von Pferden in die systemische Psychotherapie, insbesondere für Klienten mit Burnout, Depressionen oder Panikstörungen.
Das Werk behandelt die Verbindung von Mensch und Tier, die methodische Anwendung des "Spiegelns" sowie die systemtheoretische Verankerung der tiergestützten Arbeit.
Es soll geklärt werden, ob eine einmalige pferdegestützte Therapieeinheit eine nachhaltige Wirksamkeit zeigt und wie Klienten neue Erkenntnisse in ihren Alltag integrieren können.
Es handelt sich um ein qualitatives Forschungsdesign, das auf Experteninterviews und problemzentrierten Leitfaden-Interviews mit 22 Klienten sowie einer qualitativen Inhaltsanalyse basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Experteninterviews, verschiedene Therapieformen mit dem Pferd, das "Spiegeln" sowie die empirische Auswertung anhand von Kategorien wie "Innere Ressourcen" oder "Selbstwertstärkung".
Wichtige Schlagworte sind systemische Psychotherapie, pferdegestützte Intervention, psychische Gesundheit, Ressourcenaktivierung und soziale Kompetenzentwicklung.
Das Pferd agiert als unvoreingenommener Partner, der unmittelbar auf die Körpersprache und Emotionen des Menschen reagiert und so interne Prozesse oder Blockaden für den Klienten sicht- und besprechbar macht.
Um die Wirksamkeit wissenschaftlich abgrenzbar zu machen und eine Unterscheidung zur rein präventiven Selbsterfahrung zu treffen, wurden ausschließlich Klienten mit spezifischen krankheitswertigen Störungen untersucht.
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