Hausarbeit, 2011
24 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Spuren Shakespeares
3. Das Postulat der Freiheit
3.1. Der Ort
3.2. Die Zeit
3.3. Die Handlung
3.4. Die Figurenkonzeption
4. Spiegelungen – und wie war das mit der rechten Hand?
5. Schlussbetrachtungen
6. Nachwort
Diese Arbeit untersucht Goethes Schauspiel „Götz von Berlichingen“ im Kontext des Sturm und Drang. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Goethe das zentrale Leitmotiv der Freiheit in seinem Werk manifestiert und dabei die historische Figur des Götz für seine zeitgenössische Gesellschaft kritisch inszeniert.
3.2. Die Zeit
Der Zeitaspekt spielt im Götz von Berlichingen offenbar eine tragende Rolle, denn es lassen sich verschiedene Zeitebenen festmachen. Der deutsche Philologe Heinrich Meyer-Benfey (1869-1945) hat exakt nachgerechnet, dass die tatsächliche Handlungszeit (dargestellte Zeit) im Götz nur wenige Monate beträgt. Diese wird uns in der Reclam Ausgabe in 5 Aufzügen und 111 Seiten präsentiert (darstellende Zeit).
Anhand der Menschenleben manifestiert sich jedoch noch eine „organische Zeit“, die nicht parallel zu der eigentlichen Handlungszeit verläuft. Es scheint, dass besonders die Menschen um Götz herum unverhältnismäßig schnell altern:
Georg, der Junge von Götz, wird in der Szene „Herberge im Wald“ (1. Akt) als Knabe dargestellt und wird von seinem Herrn, Götz, im Panzer eines Erwachsenen erwischt, um in der Szene „Im Spessart“ (2.Akt) schon als „Reitersknecht“ bezeichnet zu werden. In der Schlussszene erfährt Götz, dass Georg bei Miltenberg erstochen wurde, sich aber „[...] wie ein Löw um seine Freiheit.“ gewehrt hat und als tapferer Krieger in Erinnerung bleibt.
1. Einleitung: Einführung in die Entstehungsgeschichte des Werkes und Erläuterung der methodischen Herangehensweise Goethes unter dem Aspekt des Sturm und Drang.
2. Die Spuren Shakespeares: Erörterung des Einflusses von Herder und Shakespeare auf Goethes dramentheoretische Auffassung und die Ablehnung starrer Regeln.
3. Das Postulat der Freiheit: Analyse der räumlichen Gestaltung, der komplexen Zeitstruktur, des Handlungsverlaufs und der differenzierten Figurenzeichnung im Drama.
4. Spiegelungen – und wie war das mit der rechten Hand?: Untersuchung der Kontrasttechnik zwischen den Figuren sowie die symbolische Deutung von Götz’ „rechter Hand“.
5. Schlussbetrachtungen: Reflexion über die Intention Goethes, durch die historische Inszenierung ein kritisches Spiegelbild für seine eigene Gesellschaft zu schaffen.
6. Nachwort: Ein kurzer Ausblick auf die zeitlose Wirkung und parabolische Kraft des Werkes durch ein Zitat von Ernst Bertram.
Götz von Berlichingen, Johann Wolfgang Goethe, Sturm und Drang, Freiheit, Historisches Drama, Figurenkonzeption, Shakespeare-Rezeption, Kontrasttechnik, Adelheid von Walldorf, Adalbert von Weislingen, Zeitstruktur, Gesellschaftskritik, Symbolik, Eiserne Hand, Literaturgeschichte.
Die Arbeit analysiert das Drama „Götz von Berlichingen“ von Johann Wolfgang von Goethe hinsichtlich seiner literarischen Gestaltung und der Vermittlung zentraler Motive der Epoche des Sturm und Drang.
Im Zentrum stehen die Konzepte von Freiheit, die Auseinandersetzung mit historischer Stofflichkeit, die Gestaltung von Figuren sowie die Anwendung von Kontrast- und Spiegelungstechniken.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Goethe das Motiv der Freiheit innerhalb seines Dramas manifestiert und wie er das historische Sujet nutzt, um seiner eigenen Zeit den Spiegel vorzuhalten.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den historischen Kontext (Autobiographie des Ritters) als auch dichtungstheoretische Diskurse und zeitgenössische Sekundärliteratur einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Einflüssen (Shakespeare), die Analyse der zeitlichen und räumlichen Struktur, die Charakterisierung der Figuren (insbesondere die Opposition Götz vs. Weislingen) sowie die Symbolik der „rechten Hand“.
Neben dem Titel und Autor sind zentrale Begriffe wie Sturm und Drang, Freiheit, Figurenkonzeption, Kontrasttechnik und Gesellschaftskritik entscheidend für das Verständnis der Arbeit.
Adelheid fungiert im Drama als Sinnbild für die verhasste „neue Epoche“ und die höfische Welt, die Goethe kritisch betrachtet; sie dient als Kontrastfolie für die Werte des Protagonisten.
Weislingen verkörpert die höfische Abhängigkeit, Wankelmut und den Verlust an Selbsttätigkeit, was in direkter Opposition zum freiheitsliebenden und tätigen Götz steht.
Der Tod des Protagonisten im Gefängnis unterstreicht die Tragik des „Anachronismus“, zeigt aber gleichzeitig die innere Bewahrung der Freiheit als letzte Konsequenz.
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