Bachelorarbeit, 2012
37 Seiten, Note: 1,3
1 Einfuhrung
2 Grundlagen
3 Hauptteil
3.1 Hintergrund
3.2 Modell von Diamond und Verrecchia
3.3 Aussagen des Modells von D&V
3.3.1 Auswirkungen von einem Leerverkaufsverbot
3.3.2 Auswirkungen von Leerverkaufseinschränkungen
3.3.3 Empirische Studie zum Bid-Ask-Spread
3.4 Prognosen von D&V und empirische Erkenntnisse
3.4.1 Short Interest
3.4.1.1 Implikationen nach D&V
3.4.1.2 Studien zum Short Interest
3.4.2 Optionsmarkt
3.4.2.1 Implikationen nach D&V
3.4.2.2 Studien zum Optionsmarkt
4 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht wissenschaftlich, wie sich restriktive Maßnahmen wie Leerverkaufsverbote und -einschränkungen auf die Informationseffizienz und die Preisbildung an Kapitalmärkten auswirken, wobei das Modell von Diamond und Verrecchia als theoretische Grundlage dient.
3.2 Modell von Diamond und Verrecchia
Dieses Kapitel stellt das Modell von Diamond und Verrecchia (D&V) in seinen Grundzügen dar. Das Modell bildet den Prozess ab, wie private Informationen den Weg in die Öffentlichkeit finden und in welcher Zeitspanne dieser Prozess stattfindet.
Das Modell beschreibt einen Aktienmarkt, an dem ein Marktmacher und (unendlich) viele Händler teilnehmen. An diesem Markt werden Aktien stets zu dem vom Marktmacher eingestellten Bid- und Ask-Preis gehandelt. Das Modell von D&V lehnt sich in vielen Annahmen an das Modell von Glosten und Milgrom an: Dem Marktmacher entstehen durch das Halten von Aktien keine Kosten und er unterliegt keinen Haltungsbeschränkungen. Sein erwarteter Gewinn pro Handel beträgt null. Zudem sind im Modell sowohl der Marktmacher als auch die Händler risikoneutral.
Der Handelsablauf zwischen den beiden Parteien wird mit Hilfe eines Baumdiagramms modelliert. Die Zeit wird in diskrete Perioden eingeteilt. In jeder Periode t wird das Baumdiagramm erneut durchlaufen. Am Ende jedes Baumpfades steht eine mögliche Handlung am Markt. Die Art der Handlung ergibt sich aus Zuständen, die beim Durchlauf eines Pfades mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten eintreten. Im Folgenden werden die Zustände und deren Wahrscheinlichkeiten in den einzelnen Knoten des Baumes erläutert.
Vor Beginn des ersten Durchlaufs wird in der Periode t = 0 einmalig der Wert der Aktie durch den Zufall festgelegt. Hierbei kann sich der Wert dieser Aktie jeweils mit der Wahrscheinlichkeit 1/2 zu entweder null oder eins realisieren. Der realisierte Wert wird fortan als wahrer Wert (v = 0 bzw. v = 1) bezeichnet.
1 Einfuhrung: Der Abschnitt erläutert den Anlass der Arbeit vor dem Hintergrund der Finanzkrise 2007 und die wissenschaftliche Debatte um die Regulierung von Leerverkäufen.
2 Grundlagen: Hier werden die zentralen Begriffe wie Leerverkauf, Optionen, Short Interest, Informationseffizienz und die Rolle des Marktmachers definiert, um ein gemeinsames Verständnis für die weitere Analyse zu schaffen.
3 Hauptteil: Dieser Teil bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit dem D&V-Modell, analysiert die Folgen von Verboten und Einschränkungen und gleicht diese Erkenntnisse mit empirischen Studien ab.
4 Zusammenfassung: Das Kapitel rekapituliert die Ergebnisse, wonach Leerverkaufsrestriktionen die Informationseffizienz tendenziell mindern und keine Bestätigung für ihre stabilisierende Wirkung liefern.
Leerverkauf, Leerverkaufsverbot, Informationseffizienz, Preisbildung, Diamond und Verrecchia, Kapitalmarkt, Bid-Ask-Spread, Short Interest, Preisanpassungsgeschwindigkeit, Finanzkrise, rationale Investoren, Optionen, Marktliquidität, empirische Studie, Preisfindung.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Regulierungsmaßnahmen auf den Aktienmarkt, insbesondere die Folgen von Leerverkaufsverboten und -einschränkungen auf die Effizienz der Preisbildung.
Im Zentrum stehen die theoretische Modellierung nach Diamond und Verrecchia sowie deren empirische Überprüfung mittels Kapitalmarktdaten und Fallstudien zu Short Interest und Optionsmärkten.
Die Arbeit geht der Frage nach, ob die politisch motivierten Einschränkungen von Leerverkäufen tatsächlich zur Marktstabilisierung beitragen oder ob sie im Gegenteil die Informationseffizienz des Marktes negativ beeinflussen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender theoretischer Modelle und deren Validierung durch den Vergleich mit empirischen, ökonomischen Studien.
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen des D&V-Modells, untersucht die Auswirkungen von Verboten auf die Geschwindigkeit der Preisanpassung und den Bid-Ask-Spread und vergleicht diese mit empirischen Erkenntnissen.
Wichtige Begriffe sind Informationseffizienz, Liquiditätsmotiv, rationale Erwartungen, Short Interest Ratio und Marktstabilität.
Nach dem Modell von Diamond und Verrecchia führt ein Leerverkaufsverbot zu einem erhöhten Bid-Ask-Spread, da die Preisanpassungsgeschwindigkeit reduziert wird und weniger informierte Handelsdaten den Markt erreichen.
Optionen ermöglichen es Händlern, Leerverkäufe synthetisch nachzubilden und so Regulierungsmaßnahmen zu umgehen, was laut Modell die Informationseffizienz des Marktes verbessern kann.
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