Seminararbeit, 2011
14 Seiten
1. Einleitung
2. Der österreichische Ständestaat
2.1 Das politische System
2.2 Reaktionäre Politik in Bildung und Wissenschaft und Emigration der Elite
3. Der Nationalsozialismus
3.1 Politisches System
3.2 Wissenschafts- und Bildungspolitik
4. Vergleich und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die These einer inhaltlichen Kontinuität in der österreichischen Bildungs- und Wissenschaftspolitik, die von der Phase des Ständestaates bis in die Zeit des Nationalsozialismus reicht, und analysiert dabei das Ausmaß der Vertreibung der wissenschaftlichen Elite.
2.2 Reaktionäre Politik in Bildung und Wissenschaft und Emigration der Elite
Die freie Wissenschaft stand also im Gegensatz zum neuen Austromarxismus. Damit einher ging schlussendlich auch die Emigration zahlreicher Wissenschaftler ins Ausland, da sie in Österreich keine Perspektive mehr vorfanden oder ihren Job verloren. Es ist jedoch falsch zu sagen, dass dieser Exodus erst 1934 startete. Bereits vorher kam es vor allem auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage im Land im Zuge der Weltwirtschaftskrise zu einem brain drain. Eine entscheidende Rolle spielte hierbei auch schon der stärker werdende Antisemitismus in Österreich. Als Folge waren die Migranten vor 1934 vor allem jüdischer Abstammung. In der Zeit des Austrofaschismus kamen mit den Sozialisten eine neue Gruppe dazu, die aufgrund des Verbots der Sozialdemokratie in allen Bereichen des Staates emigrieren mussten.
Im Österreich des Ständestaates herrschte eine reaktionäre Stimmung. Das Land bzw. die herrschende Klasse befindet sich auf Identitätssuche und findet diese im Katholizismus; die Einheit aus Staat und Religion, aus Religion und Wissenschaft wird propagiert. Dies richtet sich gegen die Aufklärung und gegen einen großen Teil der Wissenschaftler: Juden. Wissenschaft war in der Zwischenkriegszeit fast gänzlich auf die Universitäten beschränkt. Zusätzlich bildeten sich in Österreich bereits am Ende des 19. Jahrhunderts drei Lager heraus, welche im ganzen öffentlichen Leben eine Rolle spielten. Die Universitäten waren davon nicht befreit und standen unter einem gewissen Einfluss des Staates vor allem in Bezug auf Postenvergaben. Zudem konnte die Regierung auch auf Wegen des Budgets ungeliebte Wissenschaften weniger fördern.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen Bruch durch die Nazi-Herrschaft und stellt die These auf, dass eine anti-elitäre Kontinuität bereits im Austrofaschismus begann.
2. Der österreichische Ständestaat: Dieses Kapitel analysiert das autoritäre System des Dollfuß-Schuschnigg-Regimes und dessen Konfrontationskurs gegenüber der wissenschaftlichen Elite unter Berufung auf klerikale Ideale.
3. Der Nationalsozialismus: Hier wird der totale Charakter der NS-Diktatur und deren rassistisch motivierte Bildungspolitik, die zur systematischen Entlassung und Verfolgung von Wissenschaftlern führte, dargestellt.
4. Vergleich und Fazit: Das abschließende Kapitel vergleicht quantitativ und qualitativ die Vertreibungen der beiden Regime und resümiert die verheerenden Folgen für die österreichische Wissenschaftslandschaft.
Austrofaschismus, Nationalsozialismus, Ständestaat, Wissenschaftsemigration, Elite, Bildungsgeschichte, Antisemitismus, Universitätsgeschichte, Kontinuität, Wiener Kreis, Totalitarismus, Vertreibung, Wissenschaftspolitik, Österreich, NS-Herrschaft.
Die Arbeit analysiert die Verfolgung und Vertreibung der wissenschaftlichen Elite in Österreich und untersucht, ob es eine Kontinuität zwischen der Politik des Ständestaates und der darauf folgenden nationalsozialistischen Diktatur gab.
Die Arbeit befasst sich mit der politischen Ausrichtung des Austrofaschismus, der radikalen Bildungspolitik der Nationalsozialisten sowie dem soziopolitischen Klima in Österreich, das die Emigration bedeutender Wissenschaftler begünstigte.
Das Hauptziel ist die Überprüfung der These, dass die anti-elitäre Stimmung und die daraus resultierende Wissenschaftsfeindlichkeit in Österreich bereits vor dem Anschluss unter dem Ständestaat begannen und sich unter den Nationalsozialisten lediglich radikalisierten.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die verschiedene Zeiträume gegenüberstellt und durch einen quantitativen sowie qualitativen Vergleich der Emigrationsbewegungen und Systemeingriffe untermauert wird.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die gesetzlichen Maßnahmen der beiden Regime zur Gleichschaltung der Hochschulen, die Rolle der katholischen Kirche im Ständestaat und die Rolle der rassistischen Ideologie im Nationalsozialismus.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Austrofaschismus, Kontinuität, Wissenschaftsemigration, NS-Herrschaft und Bildungsgeschichte beschreiben.
Während der Ständestaat zwar regimekritische Wissenschaftler aus ideologischen und religiösen Gründen verfolgte, war er nicht rassistisch organisiert. Das NS-Regime hingegen betrieb eine systematische, rassistisch motivierte Vernichtungs- und Vertreibungspolitik.
Der Autor argumentiert, dass dies sowohl durch die hohe Zahl der nicht zurückgekehrten Emigranten als auch durch ein fehlendes Wollen der österreichischen Gesellschaft zur Revision der Säuberungen nach 1945 begründet ist.
Der Antisemitismus war bereits vor 1934 in Teilen der Gesellschaft und der Verwaltung spürbar und führte dazu, dass Juden als Teil der wissenschaftlichen Elite einer weitgehend tolerierten Diskriminierung ausgesetzt waren.
Die Arbeit weist auf einen bemerkenswerten, reibungslosen Übergang zum NS-System hin, wobei sogar Rektoren ihre Treue zum neuen Regime bekundeten, was auf eine zumindest teilweise Zustimmung in diesen Kreisen hindeutet.
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