Bachelorarbeit, 2012
45 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Einfluss der unterschiedliche Geburtenraten
2.1. Survival of the fittest
2.2. Durchsetzen der Geschicktesten
2.3. Argumente für und gegen die Annahme der höheren Fertilität von Reichen
2.3.1. Unterschiedliche Kriterien bei der Wahl der Frau
2.3.2. Versorgungssicherheit durch Reichtum
2.4. Beschreibung der vorindustriellen Welt durch das Malthusische Modell
2.4.1. Modellannahmen
2.4.2. Positive (Repressive) und Präventive Checks
2.4.3. Beispiele für einen präventiven und repressiven Check
3. Empirische Evidenz des Modells
3.1. Survival of the richest – England von 1585 bis 1638
3.1.1. Mögliche Verzerrungen der Analyse
3.1.2. Schätzung des vererbten Vermögens anhand des Berufes
3.1.3. Schätzung des vererbten Landes
3.1.4. Schätzung des vererbten Vermögens
3.1.5. Höhere Geburtenrate der Reichen
3.1.6. Kein Hinweis auf Verzerrung durch Ausschluss einiger Nachkommen vom Erbe
3.1.7. Gründe für mehr Nachkommen bei Reichen Personen
3.1.8. Auswirkungen auf die Gesellschaft
3.2. Entwicklung der Geburtenrate in der Geschichte Chinas seit dem 13. Jahrhundert
3.2.1. Datenerhebung
3.2.2. Unterschiede in der Geburtenrate zwischen Asien und Europa
3.2.3. Gründe für die niedrigere Geburtenrate während der Ehe
3.2.4. Unterschiedliche Geburtenraten von dem niedrigen und dem hohen Adel
3.2.5. Kindestötungen
3.2.6. Gründe für das Auseinanderdriften der Geburtenraten
3.2.7. Urbane Qing-Familien vs. Ländlichen Bauernfamilien aus Liaoning
3.2.8. Höhere Geburtenraten bei den Reichen Chinas
3.3. Geburtenraten in Neufrankreich (Quebec), Kanada von 1600 bis 1800
3.3.1. Einteilung der Berufe in Klassen
3.3.2. Unterschiedliche Geburtenraten der einzelnen Berufsklassen
3.3.3. Gründe für das entgegen der Annahme resultierende Ergebnis
3.4. Entwicklung der Geburtenraten in Aarhus und Rouen (1680 -1796)
3.4.1. Nähere Betrachtung der analysierten Daten
3.4.2. Auswirkungen von Ernteausfällen auf ländliche Gegenden wie Aarhus
3.4.3. Auswirkungen schlechter Ernten auf Städte und urbane Gebiete
3.4.4. Auswirkungen auf die Geburtenrate durch solche Checks
3.4.5. Rückkehr zur Normalität
4. Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Hypothese, dass wohlhabendere Bevölkerungsschichten vor der industriellen Revolution eine höhere Fertilitätsrate aufwiesen als ärmere Gruppen, und analysiert, wie diese demographischen Unterschiede die sozioökonomische Entwicklung und soziale Mobilität beeinflussten.
3.1. Survival of the richest – England von 1585 bis 1638
In der Studie von Gregory Clark und Gillian Hamilton wird die Annahme, dass ein höheres Einkommen eine höhere Nachkommenschaft mit sich bringt für England in der Zeit von 1585-1638 untersucht. Als Grundlage für diese Studie dienen 2250 Testamente aus unterschiedlichen Gemeinden während dieser Zeit. Das Ergebnis besagt, dass reiche Erblasser doppelt so viele Nachkommen hinterlassen wie Arme. Diese Tatsache gilt nicht nur für jene Zeit, sondern soll bis zum Jahre 1250 zurückreichen.
Zuerst muss der Begriff „Nachkommen“ eindeutig definiert werden. Als Nachkommen werden all diejenigen Personen angesehen, welche der Erblasser zu dem Zeitpunkt seines Todes hinterlassen hat. Falls ein Kind zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben ist, selbst aber Nachkommen hinterlassen hat, so wird es dennoch als Nachkomme gezählt.
Testamente welche über 5 Jahre vor dem Tod des Verfassers geschrieben wurden, ebenso wie jene ohne jegliche Informationen über Höhe der Erbschaft wurden aus der Analyse ausgeschlossen. 57 Prozent der Testamente wurden innerhalb von 60 Tagen nach der Erstellung gerichtlich eröffnet, 77 Prozent innerhalb eines Jahres. Das bedeutet, dass über 77 Prozent der Testamente Aufschluss darüber geben, wie viele Nachkommen der Erblasser hatte und wie seine wirtschaftliche Lage zum Zeitpunkt seines Todes war.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der historischen Fertilitätsunterschiede und deren Bedeutung für die industrielle Revolution sowie die soziale Struktur.
2. Einfluss der unterschiedliche Geburtenraten: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Malthusischen Modell und Mechanismen, die Geburtenraten in vorindustriellen Gesellschaften beeinflussen.
3. Empirische Evidenz des Modells: Detaillierte Untersuchung von Daten aus England, China, Kanada sowie Aarhus und Rouen zur Überprüfung der These unterschiedlicher Geburtenraten nach Wohlstand.
4. Schlussfolgerung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion darüber, inwieweit die Annahme höherer Fertilitätsraten bei Reichen historisch belegbar und allgemeingültig ist.
Fertilitätsraten, Demographie, Malthusische Falle, Vorindustrielle Gesellschaft, Soziale Mobilität, Testamente, Geburtenkontrolle, Bevölkerungsentwicklung, Historische Ökonomie, Ernteausfälle, England, China, Neufrankreich, Bevölkerungswachstum, Lebensstandard.
Die Arbeit analysiert die historische Annahme, dass wohlhabende Bevölkerungsschichten vor der industriellen Revolution eine signifikant höhere Anzahl an Nachkommen hatten als arme Bevölkerungsteile.
Zu den Schwerpunkten gehören das Malthusische Bevölkerungsmodell, die Rolle von Erbschaftsdaten, kulturelle Einflussfaktoren auf die Fortpflanzung sowie die Auswirkungen kurzfristiger Krisen wie Ernteausfälle.
Ziel ist es, die empirische Evidenz für die höhere Fertilität der Reichen in verschiedenen Regionen (England, China, Kanada) zu prüfen und zu bewerten, ob diese Theorie als universell gültig betrachtet werden kann.
Es handelt sich um eine ökonomische Analyse, die auf der Auswertung historischer Datenquellen basiert, wie z.B. Testamenten, Kirchenbüchern und demographischen Aufzeichnungen aus der Qing-Dynastie.
Im Hauptteil werden konkrete Studien zu England (Testamentanalyse), China (Qing-Dynastie-Aufzeichnungen), Kanada (Neufrankreich) sowie europäischen Städten wie Aarhus und Rouen diskutiert.
Wichtige Begriffe sind Fertilitätsraten, Malthusische Falle, demographischer Wandel, soziale Schichtung und historische ökonomische Analysen.
Während in Westeuropa das späte Heiraten als Hauptmechanismus diente, spielten in China neben kulturellen philosophischen Einflüssen auch explizite Maßnahmen während der Ehe eine Rolle.
Entgegen der ursprünglichen Annahme zeigte die Analyse, dass dort wirtschaftlicher Erfolg nicht zwingend mit einer höheren Nachkommenschaft einherging, was auf spezifische lokale Faktoren und Lebensumstände zurückzuführen ist.
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