Seminararbeit, 2011
15 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Sachanalyse der Nikomachischen Ethik
3. Didaktische Analyse
3.1 Rahmenrichtlinien
3.2 Lehrplan
3.3 Einordnung in Klafkis didaktische Theorie
4. Planung der Unterrichtsreihe
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine fundierte Unterrichtsreihe für die gymnasiale Oberstufe zu entwickeln, welche die Kernfragen der aristotelischen Nikomachischen Ethik (NE) – insbesondere das Streben nach dem höchsten Gut und die Bestimmung des glücklichen Lebens – methodisch aufbereitet. Dabei soll untersucht werden, wie sich sittliches Handeln aus der Natur des Menschen begründen lässt und wie dieses philosophische Wissen in den schulischen Kontext sowie die Lebenswelt der Lernenden integriert werden kann.
Buch I
Die NE beginnt mit der Beobachtung, dass alle menschlichen Handlungen nach einem Gut (agathon) streben. Da es innerhalb der Polis, d.h. des bürgerlichen Stadtstaats, viele verschiedene Tätigkeitsbereiche gibt, hat jeder Tätigkeitsbereich sein eigenes Gut bzw. Ziel nach dem es strebt. Die Vielfalt der Künste bzw. Tätigkeitsbereiche wird von Aristoteles hierarchisiert und somit auch ihre jeweiligen Ziele. Dabei ist das Ziel der jeweils übergeordneten Kunst als hochwertiger zu betrachten, denn die untergeordneten Ziele werden um der übergeordneten Ziele willen verfolgt. Zum Beispiel ist im Bereich der Sattlerei das Ziel des Leder-Herstellers das Leder. Das Leder wiederum wird beim Sattelhandwerk gebraucht, deshalb ist das Ziel des Sattelhandwerks, nämlich die Herstellung eines Sattels, höher in der Hierarchie der Ziele anzuordnen als das der Lederkunst.
Aufgabe der Nikomachischen Ethik ist es nun, herauszufinden, ob es ein Ziel gibt, was das Letzte in der Hierarchie von Zielen ist. Aristoteles stellt zunächst einmal fest, dass ein solches Endziel menschlichen Handelns in den Bereich der Staatskunst gehört und somit innerhalb der Polis zu finden ist. Letzteres begründet Aristoteles damit, dass er den Menschen als zoon politikon, d.h. als ein soziales, auf die Gemeinschaft hin angelegtes Lebewesen klassifiziert, dessen Ziel die Erreichung des guten Lebens ist. Der einzige Ort, an dem der Mensch sein telos, sprich seinen natürlichen Daseinszweck als politisches Lebewesen verwirklichen kann, ist die Polis. Diese muss dem zoon politikon ermöglichen, das Endziel menschlichen Handelns zu erreichen. Da der Staatskunst alle anderen Künste untergeordnet sind und sie eine direktive Funktion besitzt, indem sie den Bürgern vorschreibt, was sie zu tun bzw. nicht zu tun haben, muss das Endziel der Staatskunst auch das Endziel des Einzelnen sein.
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Relevanz der Aristotelischen Ethik für die Oberstufe dar und führt in die Fragestellung der Unterrichtsreihe ein.
2. Sachanalyse der Nikomachischen Ethik: Hier werden die philosophischen Kernkonzepte wie Eudaimonia, das Seelenmodell, die Mesotes-Lehre und die Lebensformen detailliert erläutert.
3. Didaktische Analyse: In diesem Teil wird die Einordnung der Thematik in Rahmenrichtlinien und Lehrpläne sowie die theoretische Fundierung nach Klafki vorgenommen.
4. Planung der Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel liefert eine konkrete, in sechs Unterrichtsstunden untergliederte Planung inklusive Lernzielen und methodischen Ansätzen.
Aristoteles, Nikomachische Ethik, Eudaimonia, Glück, Zoon politikon, Mesotes-Lehre, Tugend, Ergon, Seele, Philosophieunterricht, Didaktik, Klafki, Handlungslehre, Lebensformen, praktische Philosophie
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer Unterrichtseinheit für die gymnasiale Oberstufe, die sich mit den zentralen ethischen Fragen der aristotelischen Nikomachischen Ethik auseinandersetzt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Hierarchie menschlicher Ziele, der Definition von Glück (Eudaimonia), dem aristotelischen Menschenbild und der Tugendlehre.
Ziel ist es, Schülern die antike Ethik so zu vermitteln, dass sie ihr eigenes Handeln reflektieren und Kriterien für ein gelingendes Leben im Kontext der modernen Gesellschaft entwickeln können.
Die Autorin kombiniert eine philosophische Sachanalyse der Quellentexte (Buch I, II und X der NE) mit einer didaktischen Strukturierung nach dem bildungstheoretischen Ansatz von Wolfgang Klafki.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Analyse der philosophischen Argumentation bei Aristoteles und eine darauf aufbauende didaktische Planung der Unterrichtsreihe.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Eudaimonia, das Seelenmodell, die mesotes-Lehre sowie die didaktischen Dimensionen des Philosophieunterrichts.
Er differenziert zwischen dem genussvollen Leben (Lust), dem politischen Leben (Ehre/Gemeinwesen) und dem philosophischen Leben (Erkenntnis/Theoria), wobei letzteres als die höchste Form eingestuft wird.
Weil sie dazu dient, in konkreten Situationen die richtige Mitte zwischen den Extremen des Mangels und des Übermaßes zu finden, was als Basis für tugendhaftes Handeln gilt.
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