Magisterarbeit, 2009
150 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themas und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Literarhistorischer Kontext (weiblicher Petrarkismus)
1.3 Begriffsbestimmung des literarischen Motivs und damit verbundener sprachlicher Bilder
2. Verlebendigung der Natur bei den poetesse des Cinquecento
2.1 Verlebendigung durch Anrede und Zugestehen menschlicher Eigenschaften
2.1.1 Naturapostrophe
2.1.2 Natur als handelnde Instanz
2.1.3 Exkurs: Seelenlandschaft als Sonderfall der verlebendigten Natur
2.2 locus amoenus
2.2.1 vollständige loca amoena
2.2.2 unvollständige loca amoena
2.3 Naturerscheinungen in Mythen
2.3.1 biblische Mythen
2.3.2 griechisch-römische Mythen
3. Zusammenfassung
Das Ziel der Arbeit ist es, die vielfältigen Wege aufzuzeigen, auf denen sich Lyrikerinnen des Cinquecento von der Natur inspirieren ließen und dabei Bezüge zu Petrarca, der römischen Literatur und anderen Vorbildern herstellten, wobei ein besonderer Fokus auf der verlebendigten Natur, dem locus amoenus und antiken Mythen liegt.
1.1 Relevanz des Themas und Zielsetzung der Arbeit
Die zentrale Stellung Petrarcas in der Geschichte der italienischen Lyrik ist u. a. auch durch die Tatsache begründet, dass er die Natur „als einer der ersten mit moderner Neugier wahrnimmt.“ Landschaften hatten bei den italienischen Dichtern vor ihm kaum Beachtung gefunden; im Canzoniere nehmen sie eine nicht unbedeutende Position ein. Hugo Friedrich beschreibt dieses Phänomen folgendermaßen: „Er füllt den vom dolce stil novo erschlossenen Innenraum mit neu entdeckten Zwischenbereichen aus“ und weiter unten: „schließlich trennt die Poesie Petrarcas vom dolce stil novo, dass die Welt der Erscheinungen in sie eindringt, Landschaften vor allem […]“. Über diese Landschaften ist allerdings zu sagen, dass sie nicht realistisch beschrieben, sondern „von außen nach innen“ dargestellt werden. Oft werden Teile der Natur vom Liebenden angesprochen, der von ihnen gehört werden möchte, sich mit ihrer Hilfe an etwas erinnern möchte oder ähnliches; sie sind immer mit einem Gefühl oder einem Gedanken verbunden und somit innere Landschaften. Sie präsentieren sich vor allem den Augen (Sonne, Wiesen, Wälder, Himmel, Wasser etc.); Geruch und Tastsinn werden so gut wie nie angesprochen, während singende Vögel als auditiver Reiz sehr häufig erwähnt werden (wie bei anderen Dichtern tritt auch bei Petrarca das Vogelmotiv oft auf). Petrarca beruft sich für seine Landschaftsbeschreibungen häufig auf literarische Vorbilder und zwar auf lateinische Autoren, unter denen vor allem Vergil (Georgica, Eklogen) zu nennen ist; weitere Vorbilder sind Ovid (Metamorphosen) und Horaz (Oden) und unter den italienischen Autoren Dante als Verfasser der Divina Commedia.
Die Erwähnung von Ovids Metamorphosen deutet bereits darauf hin, dass in Petrarcas lyrischem Werk antike Mythen eine wichtige Rolle spielen: Friedrich nennt als Beispiele u. a. Apollon, Daphne und Prokne und schreibt weiterhin, dass Mythen von diesem Zeitpunkt an eine Konstante der italienischen Lyrik bleiben werden. Nun sind auch diese Mythen häufig mit Naturerscheinungen verbunden: Die Nymphe Daphne wird in einen Lorbeerbaum verwandelt, die Königstochter Prokne in eine Nachtigall bzw. in eine Schwalbe.
1. Einleitung: Dieses Kapitel etabliert die Bedeutung der Natur in Petrarcas Canzoniere als Grundlage für die Untersuchung der Naturdarstellung in der Lyrik des Cinquecento und definiert die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Verlebendigung der Natur bei den poetesse des Cinquecento: Hier werden die verschiedenen Arten der Naturbeseelung untersucht, angefangen bei der direkten Anrede über den locus amoenus bis hin zur mythologischen Einbettung.
3. Zusammenfassung: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und hebt die kreative Adaption traditionsreicher Motive durch die Dichterinnen sowie deren spezifische Weiterentwicklung hervor.
Naturlyrik, Petrarkismus, Cinquecento, weibliche Autorschaft, locus amoenus, Naturapostrophe, Seelenlandschaft, Metapher, Allegorie, Symbol, antike Mythen, biblische Mythen, Vittoria Colonna, Gaspara Stampa, Isabella di Morra.
Die Arbeit untersucht die Darstellung und Funktion von Naturmotiven in der Lyrik italienischer Dichterinnen des 16. Jahrhunderts (Cinquecento) und deren Bezug zur petrarkistischen Tradition.
Zentral sind die Verlebendigung der Natur, die Nutzung des locus amoenus als Topos sowie die Integration antiker und biblischer Mythen in die lyrischen Texte.
Es soll gezeigt werden, wie vielfältig die weiblichen Autoren der Zeit Naturmotive einsetzten, um eigene Affekte auszudrücken und sich dabei von literarischen Vorbildern inspirieren ließen.
Die Autorin kombiniert literaturhistorische Kontextualisierung mit einer detaillierten motivgeschichtlichen und textanalytischen Untersuchung der Gedichte.
Der Hauptteil analysiert, wie Natur durch Apostrophe oder als handelnde Instanz verlebendigt wird, betrachtet den Topos des locus amoenus in verschiedenen Ausprägungen und analysiert die Einbindung biblischer und klassischer Mythen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie weiblicher Petrarkismus, Seelenlandschaft, Allegorie, Metaphorik und spezifische Dichterinnen wie Colonna, Stampa und di Morra charakterisieren.
Isabella di Morra zeichnet sich dadurch aus, dass sie häufig einen locus terribilis entwirft, der ihre verzweifelte Lebenssituation widerspiegelt, und eine besonders enge Beziehung zu einem spezifischen lokalen Fluss, dem Siri, pflegt.
Veronica Franco nutzt Naturdarstellungen, insbesondere Gärten, um durch intensive Hyperbeln sowohl Lob als auch Klage auszudrücken und zeigt sich dabei stilistisch weniger zurückhaltend als ihre Kolleginnen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

