Masterarbeit, 2012
145 Seiten, Note: 1
1 KRISENINTERVENTION/AKUTBETREUUNG
1.1 Kriseninterventionsteam (KIT) Land Steiermark
1.2 Strukturen der Organisation
1.3 Aufgaben der Krisenintervention/psychosozialen Akutbetreuung
1.4 Ausbildungsrichtlinien
1.5 Einsatzstatistik
1.6 Ablauf eines KIT Einsatzes
2 RITUALE
2.1 Versuch einer Begriffsdefinition
2.2 Wann ist ein Ritual ein Ritual?
2.3 Ritualtheorien
2.3.1 Die genealogische Perspektive: Religion und Mythos
2.3.1.1 Edward Burnett Tylor (1832-1917)
2.3.1.2 William Robertson Smith (1846-1894)
2.3.1.3 Mircea Eliade (1907–1986)
2.3.2 Strukturelle und funktionale Perspektive
2.3.2.1 Arnold van Gennep (1873-1957)
2.3.2.2 Victor Turner (1920-1983)
2.3.3 Das Ritual als Text
2.3.3.1 Clifford Geertz (1926-2006)
2.3.3.2 Ronald Grimes (*1943)
2.3.4 Rituale als Performance
2.4 Funktion von Ritualen
2.5 Typologie von Ritualen
3 TRAUER- UND ABSCHIEDSRITUALE
4 STERBEN, TOD UND TRAUER
4.1 Umgang mit Sterben, Tod und Trauer im ländlichen Bereich
4.2 Umgang mit Sterben, Tod und Trauer im städtischen Bereich
4.2.1 Befunde zur Vereinsamung in den Städten
4.2.2 Statistische Daten zur Veränderung der Haushalte
4.3 Auswirkung der Todesart auf die Hinterbliebenen
4.4 Unterschiede emotionaler Trauerreaktionen zwischen Frauen und Männern
4.5 Kulturelle Unterschiede
4.5.1 Christliche Sterbe- und Trauerkultur
4.5.2 Islam
4.5.3 Orthodoxie
4.5.4 Buddhismus
4.5.5 Die traditionelle afrikanische Kultur am Beispiel der Dagara
4.6 Intrakulturelle Unterschiede zwischen Frauen und Männern
4.7 Interkulturelle Unterschiede zwischen Frauen und Männern
5 EMPIRISCHER TEIL
5.1 Fragestellung
5.2 Untersuchungsdesign
5.2.1 Erhebungsmethode
5.2.2 Expert/inneninterviews
5.2.3 Auswertungsmethode
5.3 Forschungsprozess
5.3.1 Entwicklung des Leitfadens
5.3.2 Die Interviewpartner/innen
5.3.3 Ablauf der Interviews
5.3.4 Transkription und Anonymisierung
6 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
6.1 „Kerzen verwenden wir sehr häufig“
6.2 „Eher bieten wir an“
6.3 „Meistens kommen noch einmal ganz viele Emotionen hoch“
6.4 „Manchmal bin ich beobachtend, manchmal näher dabei“
6.5 „Am Land wird noch viel mehr gebetet“
6.6 „Frauen sind in solchen Situationen die sozialeren Wesen und drücken sich leichter aus“
6.7 „Wir halten den Raum frei“
6.8 „Es hat sich nicht sehr viel verändert“/„oft tun wir uns schwer, überhaupt ein Netzwerk aufzubauen“
6.9 „Ist ein Tabuthema“/„es wird vermutlich mehr darüber geredet“
6.10 „Traditionelle Religionen treten zurück“
7 FAZIT
8 LITERATURVERZEICHNIS
Die Masterthesis untersucht die Bedeutung von Ritualen innerhalb der Krisenintervention, insbesondere am Beispiel des Kriseninterventionsteams Land Steiermark, vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und zunehmender Sinnsuche.
Traditionelles Totenritual bei den Dagara
Beim afrikanischen Stamm der Dagara (Somé, 2000) beginnen die Rituale kurz nach dem Tod. Die Frauen verbreiten durch lautes Schreien und Klagen die Neuigkeit in den benachbarten Dörfern. Die Männer führen währenddessen das Anrufungsritual durch, welches das Begräbnisritual einleitet und ermöglicht. D. h. sie bereiten den rituellen Raum für den gemeinsamen Ausdruck der Trauer. Bevor dieser Raum nicht aufgebaut ist, darf kein Mann einen Klagelaut von sich geben. Frauen dürfen an einer rituellen Trauerkundgebung erst teilnehmen, wenn eine männliche Stimme geäußert hat, dass der rituelle Raum aufgebaut ist und dass jetzt getrauert werden darf.
Abhängig davon, wer gestorben ist, kann das Anrufungsritual zwei bis drei Tage dauern. Die Ältesten versammeln sich in der Ritualhütte, erzählen den Ahnen vom Verstorbenen und bitten um Hilfe beim Übergang in die andere Welt.
Das Begräbnisritual selbst hat drei Elemente: die Musiker, die Trauernden mit ihren Betreuern und die versammelten Dorfbewohner.
Die ganze Zeremonie wird von der Musikgruppe und einem kollektiven Klagegesang, der sich unaufhörlich wiederholt, begleitet. Die Lieder der Musiker erzählen die Familiengeschichte, die Taten und die Leiden, sowie das Leben des Toten. Dadurch wird die gemeinsame Trauer gebündelt und gesteuert.
KRISENINTERVENTION/AKUTBETREUUNG: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Krise und beschreibt die Entstehung sowie die organisatorischen Strukturen und Aufgaben des Kriseninterventionsteams Land Steiermark.
RITUALE: Hier wird der Ritualbegriff theoretisch beleuchtet, verschiedene Definitionen werden diskutiert und bedeutende Ritualtheorien sowie deren Funktionen vorgestellt.
TRAUER- UND ABSCHIEDSRITUALE: Dieses Kapitel befasst sich mit der Bedeutung von Abschiedsritualen für Hinterbliebene und der Transformation traditioneller Praktiken in der modernen Gesellschaft.
STERBEN, TOD UND TRAUER: Es wird untersucht, wie die moderne Gesellschaft mit Sterben und Tod umgeht, wobei soziale Faktoren wie Urbanisierung, Säkularisierung und individuelle kulturelle Hintergründe analysiert werden.
EMPIRISCHER TEIL: Das Kapitel erläutert die Forschungsfrage, das Untersuchungsdesign der qualitativen Experteninterviews sowie den Forschungsprozess der Arbeit.
DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Hier werden die gewonnenen Erkenntnisse aus den Interviews präsentiert, interpretiert und in den theoretischen Rahmen eingeordnet.
FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Studie zusammen und reflektiert die Bedeutung von Ritualen für die psychosoziale Arbeit in Krisensituationen.
Krisenintervention, Rituale, Trauerrituale, Sterben, Tod, Trauer, Akutbetreuung, Psychosoziale Beratung, Soziales Netzwerk, Bestattungskultur, Qualitative Forschung, Expertinneninterviews, Sinnsuche, Kulturvergleich, Steiermark.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Ritualen für Betroffene in krisenhaften Akutsituationen am Beispiel des Kriseninterventionsteams Land Steiermark.
Die Arbeit verknüpft Krisenintervention, Ritualtheorie, Trauerbegleitung sowie kulturelle und geschlechtsspezifische Unterschiede im Umgang mit dem Tod.
Das Ziel ist es, zu verstehen, welchen Stellenwert rituelle Handlungen in der psychischen Stabilisierung von Hinterbliebenen haben und wie diese in der Krisenintervention angewendet werden.
Es wurde ein qualitativ-empirischer Ansatz gewählt, bestehend aus Experteninterviews mit Mitarbeitern des Kriseninterventionsteams, ausgewertet nach dem Konzept von Meuser und Nagel.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Krisenintervention und Ritualen, eine Analyse von Sterbe- und Trauerkulturen sowie eine empirische Darstellung und Interpretation der Forschungsergebnisse.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Krisenintervention, Rituale, Trauerrituale, Sterben, Tod, Trauer und kulturbezogene Aspekte charakterisiert.
Am Land sind Rituale aufgrund der stärkeren Bindung an die traditionelle Kirche und soziale Netzwerke vertrauter; in Städten gibt es häufiger einen höheren Erklärungsbedarf.
Untersuchungen zeigen, dass Frauen oft offener über Gefühle sprechen und Unterstützung suchen, während Männer häufig eher handlungsorientiert und rational mit Verlusten umgehen.
Der kulturelle Hintergrund beeinflusst maßgeblich, ob Trauer als öffentliche Pflicht oder privates Ereignis wahrgenommen wird und welche spezifischen Handlungen für einen gelingenden Abschied als notwendig erachtet werden.
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