Seminararbeit, 2012
9 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Rolle der Lehrkräfte
3. Wertklärung - Versuch einer Begriffsbestimmung
4. Klärende Entgegnung- Eine Methode der Werterklärung
5. Wertklärung aus der kritischen Perspektive
6. Literatur- und Quellenverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Wertklärung im pädagogischen Kontext, insbesondere im Hinblick auf die Unterstützung von Jugendlichen bei der Entwicklung eines eigenständigen und reflektierten Wertegefüges. Dabei steht die Rolle der Lehrkraft als Begleiterin dieses Prozesses sowie die kritische Reflexion bestehender Methoden im Fokus.
4. Klärende Entgegnung- Eine Methode der Werterklärung
„Weil das Leben, bedingt durch Zeit und Raum, verschieden ausfällt, können wir nicht wissen, welche Werte, welche Lebensweise für einen Menschen am geeignetsten wären.“ Es ist jedoch möglich, Verfahren anzuwenden, durch die Werte und Wertvorstellung erlangt werden kann. In der Literatur existiert daher eine Vielzahl an Methoden, die zum systematischen Nachdenken über die eigenen Ziele, Stärken und Neigungen anregen.
Eine mögliche Technik die zur Wertklärung verwendet werden kann, ist die Klärende Entgegnung.
Im Rahmen einer Diskussion zwischen einem Schüler und einem Lehrer über Werte soll die Lehrkraft so antworten, dass der Schüler dazu gebracht wird, über das was er gewählt hat, was er schätzt und was er tut nachzudenken. Dies geschieht mit Entgegnungen die als Denkanstöße verstanden werden:
• „Ist dies etwas, was du sehr schätzt?
• Hast du andere Möglichkeiten in Betracht gezogen?
• Ist das etwas, was du selbst ausgesucht hast?
• Würdest du das Gleiche noch einmal tun?
• Was meinst du mit ..., kannst du mir das Wort genau erklären usw.?“
Solche wertklärenden Gespräche können in der Schule im unterschiedlichen Kontext stattfinden, möglich wäre eine Hofpause oder eine Freistunde, aber auch ein Gespräch von fünf Minuten kann für den Schüler als Impuls sehr anregend sein.
Wichtig ist, dass die Fragen neutral formuliert werden und dem Jugendlichen beziehungsweise dem Schüler keinen bestimmten Wert vorlegen. Das bedeutet im Prinzip, dass die entgegnenden Fragen für den Schüler aufklärend sein sollen und nicht moralisierend, wertend oder sogar mit einem Zwang behaftet.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen von Jugendlichen in einer vernetzten, schnelllebigen Welt und unterstreicht die Notwendigkeit einer bewussten Reflexion eigener Wertvorstellungen.
2. Die Rolle der Lehrkräfte: Dieses Kapitel definiert die pädagogische Aufgabe als Begleitung im Wertfindungsprozess, wobei die Autonomie der Schüler und die Prozessorientierung gegenüber einer bloßen Wertevermittlung im Vordergrund stehen.
3. Wertklärung - Versuch einer Begriffsbestimmung: Hier werden die sieben Kriterien nach Raths, Harmin und Simon dargelegt, die einen echten Wert definieren und den Prozess des Wählens, Schätzens und Handelns strukturieren.
4. Klärende Entgegnung- Eine Methode der Werterklärung: Dieses Kapitel stellt die Technik der "Klärenden Entgegnung" als Impulsgeber für wertklärende Gespräche im Schulalltag vor und betont die Neutralität der Fragestellung.
5. Wertklärung aus der kritischen Perspektive: Das Kapitel diskutiert die Grenzen der Wertneutralität und warnt vor der Gefahr eines Wertrelativismus, falls Werte unreflektiert als gleichwertig betrachtet werden.
6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und Fachliteratur zur Untermauerung der theoretischen Ausführungen auf.
Wertklärung, Werterziehung, Jugendliche, Wertegefüge, Wertfindungsprozess, Lehrkraft, Klärende Entgegnung, Wertebewusstsein, Wertneutralität, Wertrelativismus, Didaktik, Ethikunterricht, Autonomie, Moral, Wertehierarchie.
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Relevanz von Wertklärung und Werteerziehung bei Jugendlichen und untersucht, wie diese in einer pluralistischen Gesellschaft ihre eigenen Werte finden und reflektieren können.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Lehrperson, die methodischen Grundlagen der Wertfindung, die Definition von Werten sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Umsetzung und den ethischen Grenzen pädagogischer Wertneutralität.
Ziel ist es, einen Ansatz aufzuzeigen, der Jugendlichen hilft, ein bewusstes und selbstbestimmtes Wertegefüge zu entwickeln, statt vorgegebene Normen unreflektiert zu übernehmen.
Die Autorin stellt primär die Methode der "Klärenden Entgegnung" vor, bei der durch gezielte, neutrale Fragen ein systematischer Denkprozess bei den Schülern angeregt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung von Werten, die Beschreibung der Rolle der Lehrkraft, die Erläuterung der Methode der klärenden Entgegnung sowie eine kritische Analyse der methodischen Grenzen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Wertklärung, Werteerziehung, Wertfindungsprozess, Wertneutralität und die Rolle der Lehrkraft im schulischen Kontext.
Die Lehrkraft agiert als Begleiterin, die durch neutrale, aufklärende Fragen ("Klärende Entgegnungen") den Schüler dazu anregt, seine eigenen Motive und Wertentscheidungen kritisch zu hinterfragen, anstatt eigene moralische Vorgaben zu machen.
Es besteht die Gefahr eines "gefährlichen Wertrelativismus", bei dem menschrechtsverletzende oder rassistische Werte als gleichwertig mit anderen Werten angesehen werden könnten, da die Lehrkraft aus einer rein neutralen Haltung heraus keine Grenzen ziehen würde.
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