Masterarbeit, 2012
114 Seiten, Note: 1,0
A. Wandel als Konstante
I. Ausgangssituation
II. Zielsetzung und Erkenntnisinteresse
III. Forschungsstrategie
IV. Struktur
B. Betrachtungskontext
I. Wandel und Verwaltung
1. Veränderungsbedarf
2. Beharrungsvermögen
3. Change Management und Change Agents
II. Rechnungshöfe und Verwaltung
1. Stellung und Aufgaben
2. Wirksamkeit
C. Rechnungshöfe als Change Agents
I. Möglichkeiten und Potentiale
1. Prüfungstätigkeit
a) Ordnungsmäßigkeits- und Wirtschaftlichkeitsprüfungen
b) Vergangenheits- und Zukunftsorientierung
c) Ökonomische und soziale Effektivität und Effizienz
d) Einzelfall- und Systemprüfungen
aa) Organisationale Veränderungsfähigkeit
bb) Change Management
e) Zwischenfazit
2. Beratungstätigkeit
a) Beratungsbegriff aus methodisch-instrumenteller Sicht
b) Bestandsaufnahme
c) Potential
II. Grenzen und Gefahren
1. Unabhängigkeit und Objektivität
2. Verantwortungstransfer
3. Historische Auslegung
4. Kollegialitätsprinzip
5. Negative Akzeptanzwirkungen
6. Ressourcenkonkurrenz
7. Handlungskompetenz
a) Veränderte Anforderungen
b) Derzeitige Entsprechung
8. Die Rechnungshöfe als Teil der Verwaltung
D. Wandel als Aufgabe
Die Arbeit untersucht, inwieweit Rechnungshöfe des Bundes und der Länder als unabhängige Prüfungs- und Beratungsorgane die öffentliche Verwaltung bei notwendigen Wandlungsprozessen unterstützen können und inwieweit sie diese Rolle bereits ausfüllen.
I. Ausgangssituation
„Es gibt nichts Dauerhaftes außer dem Wandel.“ – Mit diesem Zitat hätte der antike Philosoph Heraklit auch die Bundesrepublik Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts beschreiben können, die sich in einer Phase teilweise tiefgreifender wirtschaftlicher, technologischer, politischer und gesellschaftlicher Veränderungen befindet. Globalisierung, demografischer Wandel, Finanz-, Wirtschafts- und Haushaltskrise, Terrorismus, Verrechtlichung und Wertewandel bezeichnen nur einige Aspekte dieser Zeit.
Dementsprechend sind auch die Rahmenbedingungen für die öffentliche Verwaltung nicht länger weitgehend stabil, sondern einem permanenten Wandel unterworfen. Sie stellen die öffentliche Verwaltung – und gleichermaßen die Justiz – vor zahlreiche neue Aufgaben und Herausforderungen, so dass sie in vielfältiger Weise und immer stärker zur eigenen kontinuierlichen Veränderung in der Lage sein muss. Diese Veränderungen der Verwaltung äußern sich beispielsweise in Form von Kommunalisierungen, Rekommunalisierungen, Geschäftsprozessorientierung und -optimierungen, verwaltungsübergreifenden Kooperationen, Outsourcing und Privatisierung, Personalabbau, Straffung der Führungs- und Verwaltungsstrukturen, Gesundheitsmanagement, Umstrukturierungen durch die Errichtung, Teilung, Fusion, Auflösung und örtliche Neuorganisation von Behörden, der Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik, Dienstrechtsreformen sowie der Einführung neuer IT-Verfahren.
A. Wandel als Konstante: Einleitung in die Thematik der stetigen Veränderung, die die öffentliche Verwaltung vor neue Herausforderungen stellt, und Definition des Untersuchungsrahmens.
B. Betrachtungskontext: Analyse der Rahmenbedingungen, wie Veränderungsbedarf und Beharrungsvermögen, sowie Darstellung der Stellung und Wirksamkeit der Rechnungshöfe.
C. Rechnungshöfe als Change Agents: Hauptteil, in dem Möglichkeiten, Potenziale, Grenzen und Gefahren der Rechnungshöfe bei ihrer unterstützenden Tätigkeit kritisch hinterfragt werden.
D. Wandel als Aufgabe: Fazit und Ausblick, der dazu aufruft, dass sich die Rechnungshöfe bei der Unterstützung des Wandels in der Verwaltung weiterentwickeln und modernisieren müssen.
Rechnungshöfe, Change Management, Change Agents, externe Finanzkontrolle, öffentliche Verwaltung, Verwaltungsmodernisierung, Organisationswandel, Prüfungstätigkeit, Beratungstätigkeit, Wirtschaftlichkeit, Effektivität, Effizienz, organisationale Veränderungsfähigkeit, Reformprozesse.
Die Arbeit analysiert die Rolle der Rechnungshöfe als sogenannte „Change Agents“ und untersucht, wie diese Institutionen die öffentliche Verwaltung bei notwendigen Modernisierungsprozessen unterstützen können.
Die zentralen Felder sind das Change Management in der Verwaltung, die methodische Weiterentwicklung der Prüfungstätigkeit, die Bedeutung von Beratungsleistungen durch Rechnungshöfe sowie die organisationale Veränderungsfähigkeit der Behörden.
Die Kernfrage ist, inwieweit die unabhängigen Rechnungshöfe die öffentliche Verwaltung bei ihrem Wandel unterstützen können, sollen und ob sie diese Funktion in der Praxis bereits wahrnehmen.
Die Arbeit nutzt einen explorativ-deskriptiven und -interpretativen Ansatz, basierend auf einer qualitativen Literaturanalyse sowie der explorativen Auswertung einer Vielzahl von Jahresberichten und Äußerungen der Rechnungshöfe.
Der Hauptteil befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Rechnungshöfe, wobei insbesondere die Bereiche Prüfungstätigkeit (Ordnungsmäßigkeit vs. Wirtschaftlichkeit) und Beratungstätigkeit detailliert beleuchtet werden.
Schlüsselwörter sind Rechnungshöfe, Change Management, externe Finanzkontrolle, Modernisierung, Wirtschaftlichkeit, Effizienz und organisationale Veränderungsfähigkeit.
Der Autor argumentiert, dass die klassische Prüfungstätigkeit stark auf der Kontrolle abgeschlossener Sachverhalte und der Einhaltung formaler Regeln beruhte, was den Blick für zukunftsorientierte Gestaltungsberatung einschränkt.
Der Autor weist darauf hin, dass die hohe Quote an Juristen in Leitungspositionen zu einer gewissen fachlichen Verengung führen kann, da sozialwissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Methodenkompetenzen in der juristischen Ausbildung traditionell unterrepräsentiert waren.
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