Examensarbeit, 2008
116 Seiten, Note: 1,00
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Die Vorgeschichte: Judäa und die Diasporajuden seit dem Fall Jerusalems 70 n. Chr.
1.1 Die Provinz Judaea nach der Katastrophe – Die Folgen des Ersten Jüdischen Krieges (66-73 n. Chr.)
1.2 Der Aufstand der Diasporajuden (115-117 n. Chr.)
2. Kritische Reflexion möglicher Ursachen der Bar Kochba-Erhebung
2.1 Die Neugründung Jerusalems als römische Garnisonsstadt Aelia Capitolina
2.2 Das Beschneidungsverbot Hadrians
3. Der Messianismus in der Person Bar Kochbas als auslösendes Moment?
3.1 Die historische Persönlichkeit Bar Kochba
3.2 Kritische Auseinandersetzung mit dem messianischen Anspruch Bar Kochbas
3.3 Bar Kochbas Beziehung zu den Rabbinen – Verschiedene Strömungen innerhalb des jüdischen Staates
4. Der Bar Kochba-Aufstand – Die für das römische Heer verlustreichen Anfangsjahre
4.1 Römische Verluste anhand der Auswertung von Militärdiplomen
4.1.1 Militärdiplome für Auxiliarverbände
4.1.2 Flottendiplome der classis Misenensis
4.2 Der Ausbruch des Aufstands – Historische Einordnung und Quellenlage
4.3 Hinweise zum Aufstandsablauf aus historiographischen Quellen
4.4 Außergewöhnliche Notmaßnahmen der römischen Administration
4.4.1 Zwangsaushebungen im italienischen Kernland
4.4.2 Atypische Versetzungsmaßnahmen innerhalb des römischen Militärapparats und die Akklamation Hadrians
4.5 Indizien für die Vernichtung einer gesamten Legion
5. Das Ende des Aufstand bis zum Fall von Bethar und die Folgen für die Provinz Judaea und die Juden
5.1 Wiederaufbaumaßnahmen am Tempel als Streitpunkt der Wissenschaft und die Bedeutung der Beteiligung von Fremdvölkern am Aufstand
5.2 Das Aufstandsgebiet aus geographisch-territorialen Gesichtspunkten und anhand von Münzzeugnissen
5.3 Die unmittelbaren Folgen für Judaea und seine Bewohner
III. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, den Verlauf und die Auswirkungen des Bar Kochba-Aufstands (132-135/36 n. Chr.) im Kontext der römischen Herrschaft über Judäa, wobei sie insbesondere aktuelle epigraphische und archäologische Forschungsergebnisse, wie etwa Militärdiplome, zur kritischen Neubewertung der Ereignisse heranzieht.
4.1.1 Militärdiplome für Auxiliarverbände
Ein von Peter Weiß bereits 1997 publiziertes Diplom beinhaltet unter diesen genannten Gesichtspunkten drei bemerkenswerte Aspekte, welche eine recht exakte Datierung und damit eine historische Einordnung möglich machen. Zur Provenienz des Diploms ist nichts bekannt. W. Eck spekuliert angesichts zahlreicher Neufunde in dieser Weltgegend über den Donauraum im Bereich des östlichen Balkan.
Zum einen ist der Einheitskommandant, Aper aus dem umbrischen Hispellum - in besagtem Militärdiplom ist er in leicht phonetischer Abwandlung als Hespell erwähnt -, bereits vorher in Erscheinung getreten, u.a. in einer Grabinschrift in Hispellum, die er seinem Bruder widmete, aus einer Weihinschrift aus Hispania citerior, in der er als Praefectus Alae tituliert wird und darüber hinaus aus einem Militärdiplom aus Dakien als Kommandant der in Dacia superior beheimateten Cohors I Vindelicorum milliaria.
Des Weiteren lässt sich mit Syria Palaestina die Provinz exakt bestimmen, der die Konstitution galt. Die beiden noch erhaltenen Zahlen IV et VI U[lpia Petreor(um)] intus oben verweisen im Zusammenhang mit der Ala - dass es sich bei dem Truppenteil um eine Ala handelte, lässt sich daraus ablesen, dass der Empfänger [ex]gregale war - auf ein in der Provinz Syria Palaestina stationiertes Truppenkontingent. Die Ala, bei der der Veteran seinen Dienst verrichtet hatte, war somit die [ala VII Phryg(um)].
I. Einleitung: Einführung in die Thematik des Bar Kochba-Aufstands und Darstellung der wissenschaftlichen Rezeption unter Berücksichtigung moderner epigraphischer Quellen.
II. Hauptteil: Detaillierte historische Analyse von den Nachwirkungen des Ersten Jüdischen Krieges bis zur militärischen und gesellschaftlichen Transformation Judäas durch den Bar Kochba-Aufstand.
III. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einordnung des Bar Kochba-Mythos in der zionistischen Ideologie und kritische Reflexion des historischen Erbes.
Bar Kochba-Aufstand, Römische Geschichte, Judaea, Syria Palaestina, Hadrian, Militärdiplome, Legionen, Auxiliarverbände, Messianismus, Aelia Capitolina, Jüdische Geschichte, Epigraphik, Römische Administration, Diasporajuden, Historische Quellenkritik.
Die Arbeit analysiert den Bar Kochba-Aufstand gegen das römische Imperium im 2. Jahrhundert n. Chr. und verknüpft dabei klassische historiographische Quellen mit neueren archäologischen und epigraphischen Erkenntnissen.
Zentrale Themen sind die Ursachenforschung, die Rolle des messianischen Anspruchs Bar Kochbas, die militärische Dimension der römischen Reaktion sowie die sozio-demographischen Folgen für die jüdische Bevölkerung.
Das primäre Ziel ist eine wissenschaftliche Neubewertung des Aufstands durch die Einbeziehung moderner Funde, wie römischer Militärdiplome, um die bisher von lückenhaften literarischen Quellen geprägte Sichtweise zu präzisieren.
Es wird eine quellenkritische historische Methode angewandt, die insbesondere epigraphisches Material (Militärdiplome, Inschriften) mit den Aussagen antiker Geschichtsschreiber wie Cassius Dio und Eusebius konfrontiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Vorgeschichte, eine Analyse der Ursachen, die Untersuchung des messianischen Anführers, die militärische Logistik der römischen Armee sowie die Folgen für die Provinz.
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Bar Kochba-Aufstand, Militärdiplome, Hadrian, Judaea, Messianismus und römische Administration.
Der Autor hinterfragt den messianischen Anspruch und untersucht, inwieweit dieser politisch-rational instrumentalisiert wurde oder ob eine religiöse Überzeugung des Anführers im Vordergrund stand.
Die Militärdiplome liefern als zeitgenössische, unverfälschte Dokumente entscheidende Belege für die militärischen Verluste, Rekrutierungspraktiken und die Truppenverschiebungen, die in den literarischen Quellen oft nur vage angedeutet sind.
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